Liebe(s)grüße von der Wiesn

„Liebe Petra, das Dirndl zwickt“: Diese Postkarten verschicken die Wiesn-Besucher

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„Liebe Petra, das Dirndl zwickt“: Ein Dutzend Foto-Postkarten verschickt Anne Holoubek jedes Jahr an Freunde und Kollegen. 

Nicht nur in den Bierzelten geht die Post ab. Gleich am Haupteingang zum Oktoberfest finden Besucher Jahr für Jahr das Wiesn-Postamt. Wir schauen den Postamt-Besuchern in die Karten. 

München - Das Wiesn-Postamt ist fast so alt wie das Fest selbst und diente früher in erster Linie den Schaustellern. Heutzutage kommen vor allem Touristen, die Grüße in die ganze Welt verschicken. Nur im Wiesn-Postamt gibt es jedes Jahr einen eigenen Oktoberfest-Stempel – und sogar Briefmarken in Form von Lederhosen und Dirndln. Die kosten allerdings 10 Euro pro Stück. 

Der Favorit bei den Postkarten? Da muss Mitarbeiter Wolfgang Rückert nicht lange überlegen: „Brüste sind der Renner“, sagt er und lacht. Wir haben einige Wiesn-Besucher gefragt, an wen und wohin ihre Post geht. Und na klar: Die Postkarte mit den Brüsten kommt auch hier vor. 

Brüste für den alten Vater

Ruslan Royz (40) hat schon drei Mass Bier intus, als er beim Wiesn-Postamt eintorkelt. Der Ukrainer, der in Baden-Württemberg lebt, verschickt einmal Grüße an Frau und Kinder – sie bekommen eine lustige Karte mit einer kusswilligen Kuh. Die Grüße an den Kumpel in Russland und den alten Vater in Cottbus sehen schon anders aus: Für die beiden Männer gibt es das ausladende Dekolleté einer kopflosen Dame.

Im Wiesn-Postamt gibt es sogar Briefmarken in Form von Lederhosen und Dirndln.

„Liebe Petra, das Dirndl zwickt“

Anne Holoubek (56) pflegt ein Ritual: Jedes Jahr lässt die Wahl-Münchnerin beim Wiesn-Postamt ein Foto von sich machen, wählt einen hübschen Hintergrund aus – und verschickt mehr als ein Dutzend dieser individuellen Karten an Freunde und Bekannte. Eine Karte geht an eine alte Kollegin. Der Inhalt: „Liebe Petra, (...) das Dirndl zwickt – aber das sieht man auf dem Bild ja nicht. Ganz viele liebe Grüße von Deiner Anne.“

„Liebe Petra, das Dirndl zwickt“: Ein Dutzend Foto-Postkarten verschickt Anne Holoubek jedes Jahr an Freunde und Kollegen. 

Küsse in die Heimat Spanien

Die fröhliche Maria Luisa Fenoy (45) ist mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter aus Córdoba in Spanien zum Oktoberfest angereist. Die kleine Familie schickt Grüße an Maria Luisas Mutter, ihren Schwiegervater und an einen netten Nachbarn in der Heimat. Der Inhalt der Karte („Hallo, ich sende Grüße aus München. Es lebe das Oktoberfest! Küsse“) verrät zwar nicht gerade viele Details – aber das Bild der strahlenden Familie auf der Rückseite lässt auf einen gelungenen Besuch schließen.

Küsse in die Heimat Spanien.

Für die Eltern in Hongkong

Grüße in die chinesische Vergangenheit: Vincent Hui (30) lebt seit drei Jahren in Deutschland und schreibt an seine Eltern in Hongkong. Für uns hat er die Schriftzeichen übersetzt: „Das ist das Oktoberfest – oben in der Ecke eine Sonderbriefmarke. Wir sehen uns im Dezember!“ Im Winter will Hui in die Heimat reisen, aber jetzt genießt er die Wiesn. „Tolle Atmosphäre!“

Grüße in die chinesische Vergangenheit: Vincent Hui schreibt den Eltern in Hongkong.

Wehmütige Zeilen in die Ferne

Per Luftpost verschickt Bärbel Berchtenbreiter (74) jedes Jahr Grüße vom Oktoberfest. Die Karte hat eine weite Reise vor sich. Ziel: die kleine Stadt Romsey in Australien. Hier lebt Berchtenbreiters Tochter Gabriele (43), die vor 22 Jahren auswanderte. Der wehmütige Text: „Deine Wiesn, Gabi, Du hast sie so oft besucht. Aber man kann eben nicht alles haben. Grüße von Deiner Mutti.“

Luftpost nach Australien: Bärbel Berchtenbreiter schreibt ihrer Tochter Gabriele, die vor 22 Jahren ausgewandert ist.

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Janina Ventker

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