Hofbräuzelt: Hier trinkt ein Engel mit

+
Im Hofbräuzelt von Wirt Günter Steinberg wacht das Engerl Aloisius, sozusagen der Schutzpatron aller Biertrinker.

Er ist Wiesn-Wirt mit Leib und Seele: Seit über 30 Jahren führt Günter Steinberg (72) das Hofbräuzelt– im Zelthimmel wacht das Engerl Aloisius. Hier verrät der Wirt seine persönlichen Wiesn-Erlebnisse.

Die tz hat Günter Steinberg auf den Zahn gefühlt. Wie sieht sein Alltag auf der Wiesn aus? Wer war sein prominentester Gast? In der tz verrät der Wirt seine persönlichen Wiesn-Geheimnisse und -Anekdoten.

Mein Wiesn-Glücksbringer:

Brauche ich nicht – wir bitten unseren Herrgott im Gebet um ein friedliches und harmonisches Oktoberfest.

Mein Wiesn-Ritual:

Ich verabschiede mich erst von den Stammgästen des Hofbräukellers mit Musik und Weißwurstfrühstück. Mit Handschlag und einem Kruggeschenk verabschiedet sich unsere Familie am letzten Wiesn-Tag von allen 500 Mitarbeitern.

Mein Lieblingsplatz im Zelt:

Ich bin am liebsten in der Wirtebox mitten unter meinen Gästen oder auf der Musikbühne – mit Blick auf 7000 fröhliche Gäste!

Mein Wiesn-Geheimtipp:

Ganz in der Früh bei Sonnenaufgang – ohne Menschen auf der Wiesn zu sein, wenn alles frisch „geputzt“ ist, nur ein paar Lieferanten da sind und alles noch leise und still ist. Und am letzten Abend den Abschied mitzuerleben. Wenn sich unsere Kapelle mit den gewünschten Hits und den besagten Liedern verabschiedet und der Wirt in vier Sprachen „Auf Wiedersehen im nächsten Jahr“ sagt!

Mein Wiesn-Spatzl:

Das sind meine fünf Enkelkinder (11, 10, 8, 6 und 3 Jahre alt) im Dirndl oder in der Lederhose!

Die Wiesn-Bierpreise seit 1810

Die Wiesn-Bierpreise seit 1810

Meine lustigste Wiesn-Anekdote:

Ein Gast dirigierte das Lieblingslied seiner Freundin – und machte ihr anschließend auf der Bühne am Mikrofon einen Heiratsantrag. Nach einem Jahr kamen sie beide wieder ins Zelt und zeigten uns das Hochzeitsfoto und ein Jahr später das Foto von ihrem ersten Kind. Auch das ist Wiesn!

Mein prominentester Wiesn- Besuch:

Die hohe Politik aus Berlin, aus dem bayerischen Kabinett und dem Münchner Rathaus – aus drei Jahrzehnten! Und die „Kabinettssitzungen“ unter Franz Josef Strauß im Wirtestüberl.

Mein Wiesn-Hit:

Melodie des Gefangenenchors aus Nabucco, Triumphmarsch aus Aida, Ein Prosit der Gemütlichkeit.

Mein typischer Wiesn-Tag:

7 Uhr Aufstehen, 8.30 Uhr Frühstück, 9.30 Uhr Ankunft im Zelt, dann folgen ein Rundgang durch Küche, Schänken, Zelt und Gespräche mit Mitarbeitern und Abrechnung vom Vortag. 11.30 Uhr Begrüßung der Mittagsgäste, dann Zeltrundgänge und Qualitätskontrollen. Um 16 Uhr beginnt dasAbendgeschäfts. Jetzt ist die Anwesenheit in allen Bereichen notwendig! Essen oder Brotzeiten irgendwann zwischendurch. Nach Musik-Ende gibt es oft Dinge mit Mitarbeitern zu besprechen. Zwischen 23 und 0.30 Uhr geht es mit dem Auto nach Hause. Dusche, Glas Rotwein, um 1 Uhr ins Bett.

Mein Urlaubsziel nach der Wiesn:

Eine Woche Südtirol – wenn überhaupt, da ja gleich die Weihnachtszeitbeginnt.Eigentlich will ich nur ausschlafen!

Mein Wirte-Vorbild:

Mein Schwiegervater: Friedrich Jahn.

Quelle: Oktoberfest live

Auch interessant

Kommentare