tz-Leserin (72) erkennt sich wieder

Zwischen diesen Wiesn-Fotos liegen 46 Jahre

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Rechts: Fischer-Vroni-Wirt Hans Stadtmüller mit den Steckerlfischen, daneben Anita und Rudolf Schilder (im roten Kreis) heute. Links: Vor 46 Jahren. Im Kreis Anita Schilder mit Vater (l.) und Ehemann.

München - So eine Überraschung! Auf dem Foto eines tz-Wiesn-Artikels hat sich ein Gilchinger Rentner-Ehepaar wiedererkannt. Es entstand vor 46 Jahren. Da werden Erinnerungen wach.

Gilching, 6.15 Uhr: Wie jeden Morgen liest Anita Schilder (72) die tz am Frühstückstisch. Plötzlich bleibt ihr Blick auf der Seite über die Fischer-Vroni kleben: Das da hinten auf dem alten Schwarz-Weiß-Foto von 1968 – das sind doch wir!

Anita und Rudolf Schilder heute: Sie erkannten sich auf dem Foto in der tz.

„Ich hab gleich meinen Mann aufgeweckt und ihm gesagt, er soll mal die Zeitung durchblättern“, erzählt die Rentnerin der tz. Mit der Lupe betrachten die Schilders das Foto genau. Und wirklich: Die Dame mit der toupierten Frisur am Geländer vor den Steckerlfischen ist Anita Schilder, links daneben mit Hut ihr Vater, rechts ihr Mann Rudolf (75)! „Wir haben es erst nicht glauben können, aber sogar meine Neffen und Nichten haben uns erkannt“, sagt Anita Schilder. Vor 46 Jahren wurde das Foto geschossen, da war Anita Schilder 26, ihr Mann Rudolf 29 Jahre alt. „Wir hatten kurz zuvor geheiratet und waren an dem Tag mit meinem Vater auf der Wiesn“, erinnert sich die ehemalige Geschäftsleiterin eines Modeladens. „Das waren noch andere Zeiten: Man hat nicht viel gehabt, aber die Wiesn hat dazugehört.“ Viel Geld ausgegeben habe man damals nicht: „Das Schauen mit den Augen war Freude genug. Wir standen damals gern vor dem Steckerlfisch und haben uns stundenlang am Toboggan amüsiert.“

Für das Wiedersehen kamen sie das erste Mal nach 13 Jahren wieder aufs Oktoberfest. „Wahnsinn, wie sich in den Jahren alles verändert hat“, staunt Anita Schilder. „Früher war nicht so viel Trubel – da hat man immer einen Platz gekriegt.“ Ihr Mann Rudolf ergänzt: „Kaum jemand hat Tracht getragen. Und diese bunten Dirndl von heute gab es auch noch nicht, aber das ist eben der Fortschritt.“

Die Fischer-Vroni stand damals noch neben der ehemaligen Augustiner-Bierburg, war ein kleines Fachwerkhäuschen. „Die Bedienungen trugen noch die Hauben, das sah immer schön aus“, erzählt Anita Schilder. Der heutige Fischer-Vroni-Wirt Hans Stadtmüller war auf dem Bild gerade mal fünf Jahre alt – er erinnert sich noch genau an den Tag: „Meine Mama hat uns Kinder immer auf der Wiesn vor dem Steckerlfisch fotografieren lassen. Mir war das furchtbar peinlich …“

Seine Mama Eva Stadtmüller führte das Zelt damals mit ihrer Schwester Anita Schmid. „Ich hab sie immer bei den Steckerlfischen rumwuseln sehen, sie hatte immer viel zu tun“, sagt Anita Schilder. Dabei hätte sie so gern mit ihre gesprochen: „Sie hieß ja auch Anita, und das war damals noch ein seltener Name. Eine tolle Frau! Und ihr Bub hat sich vom Gesicht her kaum verändert – er hat noch das gleiche Lausbubenlächeln wie früher.“

C. Meyer

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