"Wir haben unseren Hunger gezeigt"

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Für München am langen Tisch (von links nach rechts): BMW-Mann Ian Robertson, Innenminister Hans-Peter Friedrich, Magdalena Neuner, Bewerbungschef Bernhard Schwank, DOSB-Mitglied Claudia Bokel, IOC-Mitglied Walther Tröger, Christian Ude, Katar ina Witt, DOSB-Chef Thomas Bach

Lausanne - Die Münchner Olympiabewerbung für 2018 war beim Härtetest, der technischen Präsentation vor dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC). Und: Es ist gut gelaufen. Sehr gut sogar.

Die Sonne. Und der See. Und die leuchtenden Augen…

Am Mittwoch in Lausanne: Die Münchner Olympiabewerbung für 2018 an einem ihrer wichtigsten Tage, beim Härtetest, der technischen Präsentation vor dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC). Und: Es ist gut gelaufen. Sehr gut sogar.

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IOC-Präsident Jacques Rogge traut München (genau wie den anderen beiden Bewerbern) jedenfalls zu, „sehr gute Olympische Spiele auszurichten“. Und Welt-Ski-Boss Gian-Franco Kasper sprach nach der Präsentation von einem „deutsch-perfekten Auftritt“. Keine Fehler, alles gut – und mehr als das. Da war auch Gefühl drin. Innenminister Hans-Peter Friedrich, ebenfalls auf dem Podium: „Es war sehr dynamisch, sehr gelungen, emotional und hochprofessionell.“

Und Bernhard Schwank, Chef der Bewerbung, sagte: „Wir haben erneut unseren Hunger für diese Spiele gezeigt.“ Ist ja auch kein Wunder, dass der Sportler-Magen knurrt… Deutschland ist eine der größten Wintersport-Nationen überhaupt, hat aber seit über 70 Jahren keine Winterspiele mehr veranstaltet. Diese Botschaft: Sie ist angekommen beim IOC, das hat man gespürt.

Auch ein wirtschaftlicher Hinweis fand Gehör. BMW-Vertriebsvorstand Ian Robertson, der ebenfalls für die Münchner Bewerbung sprach, warf viel beachtete Zahlen in den Raum. Nämlich: 40 Prozent der IOC-Gelder stammen aus Winterspielen. Und: Die Hälfte aller Wintersport-Sponsorgelder kommen aus Deutschland.

Noch Fragen?

Ja, doch, es gibt noch Fragen. Weil am Mittwoch ja nicht nur München präsentiert hat, sondern auch die Konkurrenten Annecy (Frankreich) und Pyeongchang (Südkorea). Und auch die waren gut. Wer am Ende, am 6. Juli in Durban, die Nase vorn haben wird? Schwer zu sagen.

Der Gesamteindruck, den die meisten Insider hatten, ist aber: München hat am Mittwoch an Boden gewonnen. Das sieht auch IOC-Vize Thomas Bach so: „Ich hatte vorher schon ein gutes Gefühl, aber diese Präsentation hat uns einen guten Schritt vorwärtsgebracht.“ Auch dank Biathletin Magdalena Neuner, die bei der Präsentation unter anderem auf das Freiwilligen-Programm hinwies, das in Bayern mit großer Begeisterung laufen würde. Lena: „Man hat den Gesichtern der IOC-Mitglieder angesehen, dass wir gut angekommen sind.“

Ansonsten noch beachtenswert: Es gab kaum kritische Nachfragen. Das lief eher nach dem Motto: „Garmisch ist ja jetzt gelöst… Ist noch was?“

Für Annecy war der Tag weniger angenehm. Es gab einen Protest von 20 Aktivisten – und die hatten 16 000 Unterschriften von Olympia-Gegnern dabei. München bekam derweil nochmal prominente Unterstützung. Bundespräsident Christian Wulff kündigte an, er werde zur Entscheidung nach Durban reisen.

tz

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