Bürger, wollt Ihr diese Spiele?

Die tz erklärt die Bewerbung für Olympia 2022

+
Vier Orte sind vorgesehen. Der Olympiapark in München, die Biathlon-Anlage in Ruhpolding, die Olympiaschanze in Garmisch und und die Kunsteisbahn in Königssee.

München - Jetzt geht die Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2022 in die entscheidende Phase. Die tz erklärt die Eckpunkte für Olympia in München.

Am Montag berät der Deutsche Olympische Sportbund über das Thema, am Mittwoch beschäftigt sich der Stadtrat damit, am 10. November entscheiden die Wähler an den vier Wettbewerbsorten per Bürger­entscheid (siehe unten), ob sie die Spiele wollen. Bei einem Ja muss vier Tage später die Bewerbung beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) vorliegen. Die tz erklärt die Eckpunkte:

Wo sollen die Spiele jetzt stattfinden? In München werden als Hauptstadt der Spiele alle Hallensportarten und die Wettbewerbe in der Halfpipe (Snowboard) ausgetragen. In Garmisch-Partenkirchen sind die alpinen Skifahrer und die Skispringer daheim. Auf der Kunsteisbahn am Königssee kämpfen die Athleten mit Bob, Rodel und Skeleton um die Medaillen. Ruhpolding wird Austragungsstätte für Biathlon und Langlauf.

Was sind die wesentlichen Unterschiede zur Bewerbung 2018? Die Bewerbung setzt mehr auf vorhandene und WM-erprobte Sportstätten. Langlauf und Biathlon sollen nicht in Schwaiganger, sondern in der Wintersport-Hochburg Ruhpolding stattfinden.

Welche Mitbewerber gibt es? Bisher werden neben München sechs Länder gehandelt: Norwegen, Kasachstan, Polen/Slowakei, Schweden, Ukraine und Spanien.

Was spricht für München? Schon bei der Bewerbung für 2018, bei der Pyeongchang im dritten Anlauf das Rennen machen (musste), wurde das Konzept der Deutschen gelobt. Zudem finden die Spiele 2014 mit Sotschi zuvor abermals in keinem Wintersport-Kernland statt. Und: 2022 jähren sich die Sommerspiele von München zum 50. Mal. Dieses Jubiläum ließe sich mit dem ersten Ort, der sowohl Sommer- als auch Winterspiele ausrichtet, perfekt vermarkten. Der erste deutsche IOC-Präsident, Thomas Bach, könnte sich ein Denkmal setzen, wenn er die Spiele „heim“ holt.

Wann fällt die Entscheidung? Das IOC entscheidet am 15. Juli 2015 in Kuala Lumpur.

Entscheid: Alle oder keiner!

Am 10. November haben die Einwohner in den beteiligten Olympia-Orten das Wort: Stadt München, Markt Garmisch-Partenkirchen sowie die Landkreise Traunstein (Ruhpolding) und Berchtesgadner Land (Königssee). In Bürgerentscheiden müssen sie abstimmen, ob sie die Spiele wollen. Dabei muss das „Quorum“ erreicht werden, damit der Entscheid gültig ist. Da dies einwohnerabhängig ist, liegt dies in Garmisch bei 20, in den drei anderen Gebietskörperschaften bei zehn Prozent. Wird das Quorum nicht erreicht, entscheiden die Stadt-, Gemeinde- oder Kreisräte. Alle Beteiligten rechnen damit, dass das Quorum überall erreicht wird. Wird in einer der vier Abstimmungen mit Nein zu Olympia votiert, bedeutet dies das Aus für die komplette Bewerbung – und das endgültige Ende der Münchner Träume.

Alles zur Bewerbung für Olympia 2022 finden Sie hier.

Stefan Dorner

auch interessant

Meistgelesen

Großeinsatz in Flüchtlingsunterkunft am OEZ
Großeinsatz in Flüchtlingsunterkunft am OEZ
Große Einkommens-Liste zum Vergleichen: So verdient München
Große Einkommens-Liste zum Vergleichen: So verdient München
Frau von Lkw gerammt: „Da ist man auch als Polizist betroffen“
Frau von Lkw gerammt: „Da ist man auch als Polizist betroffen“
Kindesentführung am Münchner Flughafen vereitelt
Kindesentführung am Münchner Flughafen vereitelt

Kommentare