Tag der Arbeit

1. Mai in Berlin: Mehr Krawalle denn je erwartet

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Heißes Pflaster: Autofahrer sind nach dem 1. Mai in Berlin selten glücklich.

Seit Monaten schon kommt Berlin nicht zur Ruhe, jetzt drohen Unruhen bei den 1. Mai-Demonstrationen. Die Kapitalismusgegner protestieren gegen die Finanzpolitik und wollen ein NPD-Fest sprengen.

Die Polizei und Gewerkschaften erwartet für die 1. Mai-Demonstration in Berlin massive Proteste. Der Vorsitzende der IG Bergbau-Chemie-Energie, Hubertus Schmoldt, warnte erneut davor, von sozialen Unruhen zu reden, sagte allerdings auch: "Wir balancieren derzeit sicherlich auf einem schmalen Grat, die Stimmung kann schnell kippen." Der 1. Mai hat eine lange Tradition in der Arbeiterbewegung - der DGB informiert über die Hintergründe.

10.000 Demonstranten werden für den Tag der Arbeit in Berlin erwartet, schreibt Bild.de. Die Polizei stellt 5000 Einsatzkräfte. Elf Hundertschaften haben ihre Hilfe zugesagt. Nach Äußerungen von DGB-Chef Michael Sommer und der SPD- Präsidentschaftskandidatin Gesine Schwan hatte es in den vergangenen Tagen eine heftige Debatte darüber gegeben, ob in Deutschland Unruhen als Folge der Krise möglich seien. Zu einem Aufstand werde es allerdings nicht kommen, beruhigte Protestforscher Roland Roth im Gespräch mit der linken Zeitung taz. Doch werden die Ausschreitungen wohl heftiger werden als in den vergangenen Jahren.

Besonders Autofahrer sollten sich zweimal überlegen, ob sie ihren Wagen über die Feiertage in Berlin stehen lassen wollen. Seit Monaten zünden militante Umweltschützer immer wieder Autos an - abgesehen haben sie es vor allem auf Luxuskarossen. Die Süddeutsche Zeitung berichtet. Auf brennende-autos.de sind alle Orte, an denen es geknallt hat, in einem Stadtplan markiert.

Es gibt zwei Baustellen auf der diesjährigen Demo: Einerseits wollen Kapitalismusgegner ihren Unmut über die Folgen der Finanzkrise ausdrücken, andererseits rufen linke Organisationen wie Indymedia dazu auf, das angekündigte NPD-Fest in Berlin-Köpenick mit einer Gegenaktion zu kontern. Dort wird auch die sozialistische Zeitung Neues Deutschland mit einem Stand vor Ort sein. Das Blog Direkte Aktion hat alle Ankündigungen zu NPD-Demos im Land gesammelt und ruft zu Gegendemonstrationen auf.

Doch die linken Demonstranten beschränken sich nicht auf Gegendemos; mit Kultur und Musik werden sie ihren Missmut ausdrücken. Der Rapper Sinan wird ab 18 Uhr am Kottbusser Tor auftreten. Sein klassenkämpferischer HipHop kritisiert soziale und politische Missstände.

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