Bald schnelles Internet für alle?

5G Netzwerk-Versteigerung: Alle Infos zum neuen schnellen Internet

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Schnelles Internet für alle? Der kalifornische Chiphersteller Qualcomm preist auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas seine 5G-Datenmodem-Chips an.

Alle sprechen vom schnellen Internet, dem neuen 5G. Doch was genau ist 5G? Was wird versteigert? Und sind die Frequenzen schädlich?

  • Die Bundesnetzagentur versteigert am 19. März 2019 in Mainz die Frequenzen für das neue 5G Netzwerk.
  • Die Telekom verspricht, dass die Datenübertragungs-Geschwindigkeit durch 5G um das Zwanzigfache ansteigt.
  • 5G ist nicht nur für Smartphone-Nutzer wichtig, sondern auch für Industrie und Medizin.
  • Dem neuen Netz stehen noch Hürden bevor: Das Glasfaser-Netzwerk in Deutschland muss trotz 5G besser ausgebaut werden.
  • 5G benötigt eine Reihe neuer Mobilfunkmasten. Diese Masten könnten für Widerstand in der Bevölkerung sorgen.

5G Netzwerk in Deutschland: Bundesnetzagentur versteigert Frequenzen

Schneller, höher, weiter: Besseres Internet wollen irgendwie alle. Die Debatte über das neue 5G-Netz und die Versteigerung der Frequenzen durch die Bundesnetzagentur sind derzeit in aller Munde. Doch was bedeutet 5G überhaupt, wer bietet da auf unser Netz und was hat es mit diesen Megahertz auf sich? Sind die elektromagnetischen Wellen des neuen Netzwerks gar gefährlich für Mensch und Natur? 

Netzausbau in Deutschland: Was ist 5G ?

Die Abkürzung 5G steht zunächst einmal nur für: die 5. Mobilfunk-Generation. Was sich genau dahinter versteckt ist tatsächlich noch nicht ganz klar, denn die Entwicklungen für das noch schnellere Internet steckt weltweit laut der Informationsseite 5g-anbieter.info noch in den Kinderschuhen. Um besser zu verstehen, dass 5G nicht so leicht abzugrenzen ist, lohnt es sich, einen Blick auf die vorherigen Mobilfunk-Generationen 2G, 3G und 4G zu werfen.

Das 2G-Netz gibt es seit 1992 in Deutschland. Das Netzwerk überträgt laut chip.de hauptsächlich Telefongespräche, aber auch mobile Daten. Die Daten werden über GRPS mit 53,6 kbit/s oder mittels Edge - GRPS und Edge sind Techniken zur Datenübertragung - mit bis zu 220 kbit/s übertragen. Das ist verglichen mit heutigen Standards relativ langsam und reicht für Messenger wie WhatsApp aus. Aufwendige Websites oder Videos laden mit diesen Übertragungsraten jedoch sehr lange. 

3G (UMTS) wurde in Deutschland im Jahr 2000 entwickelt. „Hiermit sind Geschwindigkeiten von bis zu 384 kbit/s möglich“, berichtet chip.de. Das aktuelle 4G (LTE) ist der neueste Mobilfunkstandard für Smartphones, mit dem sich selbst große Datenmengen in kürzester Zeit herunterladen lassen. Die Bundesnetzagentur versteigerte sowohl im Jahr 2010 als auch im Jahr 2015 elektromagnetische Frequenzen an Mobilfunkanbieter. Vodafone, die Telekom und Telefónica nutzen die Frequenzen, um LTE auszubauen. Nun soll dies auch mit Frequenzen für das 5G Netzwerk geschehen. 

5G in Deutschland: Wie schnell ist das neue Netz?

Der neue Mobilfunkstandard wird schnell, laut der Telekom wird 5G die Geschwindigkeit des mobilen Internets deutlich verbessern. Die Netzgeschwindigkeit wird laut Telekom allgemein in der Maßeinheit für Informationen „Bit pro Sekunde (bit/s)“ gemessen. Dieser Wert wird in verschiedenen Größenordnungen - je nach Datenmengen - angegeben. 

Bei Netzgeschwindigkeiten von 5G würden beispielsweise:

  • Kilobit (1000 bit/s) 
  • Megabit (1.000.000 bit/s) 
  • und auch Giga- (1.000.000.000 bit/s) 
  • oder sogar Terabit (1.000.000.000.000 bit/s) erreicht

Die Telekom verspricht, dass die Geschwindigkeit der Datenübertragung im 5G Netzwerk um das Zwanzigfache ansteige und nennt auf ihrer Website ein Beispiel: Mit einem DSL-Anschluss könne ein Nutzer den Inhalt einer DVD in 13 Minuten downloaden. Im mobilen 5G Netz dauere dieser Vorgang mit einem passenden Gerät, wie einem 5G-fähigen Handy oder einem Laptop, lediglich vier Sekunden, so die Telekom

Was hat die Bundesnetzagentur mit 5G in Deutschland zu tun?

Die Bundesnetzagentur hat in Deutschland die Aufgabe den Wettbewerb im Telekommunikations-Sektor zu sichern und zu regulieren. Deshalb ist die Bundesbehörde auch dafür verantwortlich, die Frequenzauktion für den Netzausbau des 5G durchzuführen. Mitmachen kann bei Auktion nicht jede Firma, sondern nur jene Unternehmen, die auch die Möglichkeit haben, das Netz wirklich auszubauen, nachdem sie die entsprechenden Frequenzen erworben haben. Die Bundesnetzagentur lässt für diese Auktion vier Firmen zu.

  • Die Drillisch Netz AG, besser bekannt als 1&1
  • Telefónica Germany GmbH & Co. OHG
  • Telekom Deutschland GmbH
  • Vodafone GmbH

Dass auch 1&1 bei der 5G-Frequenzauktion mitmachen darf, ist neu. In vergangenen Frequenzauktionen nahmen nur die anderen drei Konzerne teil. Der Präsident der Bundesnetzagentur - Jochen Homann - äußerte sich dazu folgendermaßen: „Frequenzen für Mobilfunk sind begrenzt und sollen daher im Interesse der Verbraucher effizient genutzt werden.“ 

Die Bundesagentur habe im Zulassungsverfahren festgestellt, dass auch 1&1 die Fähigkeiten und Mittel für den Netzausbau besäße. „Mit der Zulassung der Drillisch Netz AG erhält ein weiteres Unternehmen die Chance, Frequenzen zu erwerben und den Wettbewerb zu stärken“, so Homann auf der Website der Bundesbehörde.

Wann ist der Termin für die Versteigerung der 5G Frequenzen?

Eigentlich soll die Versteigerung der Frequenzen für den mobilen Breitbandausbau am 19. März 2019 in Mainz in der Technikzentrale der Bundesnetzagentur beginnen. Ob der Termin wirklich eingehalten werden kann, ist aber bislang unklar. Denn die Konzerne Telekom, Vodafone und Telefónica würden den Versteigerungstermin nach Berichten der Deutschen Presseagentur gerne kippen. Sie  stellten Eilanträge beim Verwaltungsgericht in Köln gegen die Auktionsregeln der Bundesnetzagentur.

Konkret setzen sich die Firmen gegen eine Ausbaupflicht zur Wehr und dagegen, dass sie bestimmte Antennen für ihre Konkurrenten öffnen müssen, so die dpa

Versteigert werden bei der Auktion insgesamt 420 Megahertz aus den Bereichen 2 Gigahertz und 3,6 Gigahertz. Gigahertz bezeichnet eine Frequenz elektromagnetischer Wellen mit einer Milliarde Zyklen pro Sekunde.

Warum ist 5G für Deutschland so wichtig?

Das neue Netz ist nicht nur für Mobilfunk-Kunden wichtig, denn für Smartphone- oder Tablet-Nutzer reichen die bisherigen Datenraten im Alltag meist völlig aus. Für die deutsche Industrie ist 5G jedoch von großer Bedeutung. Wichtig ist das schnellere Internet nach Ansicht von Experten wegen drei Punkten:

  • 5G als schnelleres mobiles Breitband-Internet
  • 5G für die Kommunikation zwischen Maschinen (M2M)
  • 5G als Netz mit hoher Zuverlässigkeit für neue Technologien

Insbesondere Technologien wie Virtual Reality und Augmented Reality, vernetztes und autonomes Fahren und neue Verfahren in Medizin und Industrie benötigen eine schnelle und zuverlässige Datenübertragung durch 5G. Die Kommunikation zwischen Maschinen, die sogenannte Machine-to-Machine-Kommnikation (M2M), wie beispielsweise vernetzte Kühlschränke, Haustechnik oder Sportschuhe, brauchen laut den Experten von informationszentrum-mobilfunk.de ein großflächiges 5G Netzwerk.

Ist für das 5G Netzwerk Glasfaser Voraussetzung?

Der Glasfaserausbau sei elementar für das 5G Netz, meldete schon im Juli 2017 der Bundesverband Breitbandkommission (BREKO) klar. Dies sei in einer Studie des Instituts für Infrastrukturökonomie & Management klar geworden, die sich mit den Grundvoraussetzungen für das 5G beschäftigt hatte. Das neue Netz werde Glasfaser nicht ersetzen, sondern ergänzen.

Das bedeutet: Für das neue Netz braucht es neue Mobilfunkstationen. Diese neuen Funkmasten werden allerdings wohl zu Widerstand in der Bevölkerung führen, mutmaßt faz.net bereits. Die Masten müssten dann an ein vernünftiges, vorhandenes Glasfasernetz angeschlossen werden, damit versendete Daten auch schnell beim Empfänger ankommen.

Neues Netz für Deutschland: Ist 5G gefährlich für Mensch und Tier?

Die Frequenzen die auch für das vereits vorhandene Netz verwendet werden, gelten nicht als problematisch. Auch die neuen, hinzukommenden Frequenzen für das 5G Netzwerk um 3,4 bis 3,7 Gigahertz liegen noch in der Nähe der bereits erforschten Mobilfunkstandards und gelten als ungefährlich, berichtet mdr.de

Aber: Durch das neue Netz sind mehr Mobilfunk-Sendestationen nötig als bisher. Wie sich das auswirke, sei bislang nicht erforscht und werde sich wohl erst in der Praxis zeigen, so mdr.de. Weil die Tests fehlen, fordere eine Reihe von Wissenschaftlern ein Stopp des 5G Netzwerk-Ausbaus.

Einige Wissenschaftler warnen sogar noch vehementer vor der Gefahr durch die hochfrequenten elektromagnetischen Wellen, wie beispielsweise Jörn Gutbier von diagnose:funk. Er warnt vor irreversiblen Konsequenzen für Mensch und Tier durch die Strahlung.

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