Heute startet der neue Streaming-Dienst

tz-Vergleich: Ist Apple Music besser als Spotify?

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Sie klicken Ihre Lieblings-Acts an - und Apple Music findet weitere Musik die Ihnen gefallen könnte.

Heute startet die Musik-Flatrate „Apple Music“. Beim Musikstreaming von Apple oder Spotify können Sie für ein Monatsabo (fast) alle Songs hören, die Sie wollen. Die tz beantwortet die zehn wichtigsten Fragen.

Bye Bye, MP3! Heute um 18 Uhr startet die Musik-Flatrate „Apple Music“ – mit der der iKonzern das Zeitalter des Kaufens und Herunterladens von MP3-Dateien nach gut 15 Jahren beenden will. Beim Musikstreaming von Apple oder Spotify können Sie für ein Monatsabo (fast) alle Songs hören, die Sie wollen. Die tz beantwortet die zehn wichtigsten Fragen zur Zukunftsmusik.

1. Wie kann ich Musikstreaming-Dienste wie Spotify nutzen?

Bei den bisherigen Anbietern wie Spotify oder Deezer gibt es Apps für alle wichtigen Geräte vom iPhone bis zum PC. Meist können Sie ein bis zwei Monate kostenlos zuhören, danach wird die Abogebühr von knapp 10 Euro im Monat fällig. Für Apple Music auf iPhone und iPad ist die neue Software-Version iOS 8.4 nötig, die heute ab 17 Uhr gratis zum Download bereitsteht. Generell gilt: Sie müssen die Songs nicht erst laden – meist „strömt“ die Miet-Musik auf Knopfdruckt. DSL 2000 reicht aus.

2. Welche Musik kann ich bei Apple Music und Spotify hören?

Apple verspricht über 30 Millionen Titel – wie Spotify. Bei Pop und Rock bleiben kaum Wünsche offen. Wenn freitags neue Alben erscheinen, stehen die Songs sofort zum Streaming parat. „Miet the Beatles“ ist aber unmöglich. Paul McCartney und Yoko Ono verweigern sich dem Streaming, ebenso wie AC/DC oder Die Ärzte. Country-Prinzessin Taylor Swift ist nach der finanziellen Einigung mit Apple doch an Bord, genau wie viele Indie-Plattenfirmen mit Stars wie Adele, Arcade Fire, Belle & Sebastian oder Radiohead.

3. Wie gut ist die Qualität bei Apple und Spotify?

Apple streamt sein eigenes Format AAC in 256 Kilobit pro Sekunde (kbit/s), Spotify setzt auf MP3-Dateien mit 320 kbit/s. Viel Unterschied zur CD hört man bei beiden nicht. Das Brennen auf CD ist nicht möglich.

4. Was kostet das Musikstreaming-Dienste?

Für ein Einzelabo verlangen sowohl Apple als auch Spotify 9,99 Euro im Monat. Spotify können Sie derzeit zwei Monate gratis testen, Apple Music drei. Wenn Sie nicht zahlen wollen, müssen Sie rechtzeitig kündigen, sonst wird aus dem Schnuppern automatisch ein bezahltes Abo. Apple punktet, wenn die ganze Familie Musik hören will: Das Abo für sechs Personen kostet 14,99 Euro. Bei Spotify zahlen Sie für fünf Personen 29,99 Euro. Die schwedische Firma bietet auch Gratis-Variante „Spotify Free“, bei der aber Werbung die Musik unterbricht.

5. Wie entdecke ich neue Musik?

Die Streamingdienste analysieren Ihren Geschmack, und schlagen vor, was Ihnen noch gefallen könnte. Apples Rubrik „For You“.

6. Was ist, wenn ich kein WLAN habe?

Musik unterwegs übers Mobilfunknetz zu streamen belastet Ihre Datenflat gewaltig. Sie können bei allen Anbietern Musik aufs Handy oder Tablet laden und offline hören. Spotify erlaubt das Abspeichern von 3333 Songs, Apple angeblich sogar von 100 000. Doch sobald Sie nicht mehr zahlen, bleiben auch diese Titel stumm. Die Telekom bietet für 9,95 Euro im Monat für alle Verträge die Zusatzoption „Music Streaming“ – dann zählt die Spotify-Musik nicht zu Ihrer Datenflat.

7. Soll ich meine MP3-Dateien löschen?

Besser nicht. Einerseits klaffen beim Streaming Lücken, andererseits bleiben Ihnen diese Stücke auch, wenn Sie mal kein Abo mehr bezahlen wollen. Bei Apple liegen gekaufte Titel und Streaming-Songs ohnehin direkt nebeneinander, in den Rubriken „My Music“ und „Apple Music“.

8. Welche Hardware brauche ich für Apple Music und Spotify?

Spotify funktioniert auf jeder üblichen Hardware, vom iPhone über Android bis zur PlayStation 4. Apple Music läuft auf iPhone, iPad, iPod touch, Mac, PC – sogar auf der Apple Watch. Im Herbst kommen Apple TV und Android dazu. Der iPod ist abgemeldet.

9. Wer verdient am Musikstreaming?

Bei Apple Music gehen zwischen 71,5 und 73 Prozent der Einnahmen an Künstler und Plattenfirmen. Für Apple bleibt jede Menge Geld hängen – bei einer realistischen Zahl von 100 Millionen Abonnenten im Monate knapp 300 Millionen Euro.

10. Apple oder Spotify?

Apple überzeugt mit drei Gratis-Monaten und tollen Familienpreisen. Das Musikangebot ist vergleichbar. Mittelfristig dürfte Apple versuchen, neue Songs von Superstars für einen gewissen Zeitraum exklusiv zu bekommen. Auf Dauer wird es Spotify gegen die Milliarden-Macht Apple schwer haben. Das Schöne: Sie können gratis testen, bei wem mehr Musik in der Luft liegt.

Jörg Heinrich

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