Bombendrohung in Köln: Polizei spricht von „Gefahrenlage“

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70.000 Euro Schadensersatz gefordert

Schlechte Amazon-Bewertung: Augsburger verklagt

Augsburg - Ein Vergleich ist gescheitert, jetzt müssen die Richter urteilen: Ein Amazon-Händler hat einen Augsburger auf 70.000 Euro Schadenersatz verklagt - wegen einer schlechten Bewertung.

Dieser Prozess schreckt Millionen Kunden des Internethändlers Amazon auf. Ein Händler verklagt einen Kunden auf Schadensersatz in Höhe von insgesamt 70.000 Euro – wegen einer schlechten Bewertung! Ein Vergleich ist gestern vor dem Landgericht Augsburg gescheitert, jetzt müssen die Richter urteilen. Ihr Spruch könnte Folgen für das gesamte System der Online-Bewertungen haben.

Der Auslöser des bizarren Streits: Ein Fliegengitter für ganze 22,51 Euro. Das Fliegengitter hatte Thomas A. aus dem Kreis Augsburg über einen Händler auf der Plattform des Anbieters Amazon gekauft. Die Lieferung ging flott vonstatten – doch dann nahm das Unheil seinen Lauf.

Denn das Fliegengitter musste noch zusammengebaut werden. A. bekräftigt, dass er sich bei der Montage penibel genau an die – für seine Begriffe missverständlich formulierte – Bedienungsanleitung gehalten habe. Das Ende vom Lied: Das von A. zusammengebaute Gitter war zu klein für sein Küchenfenster.

Für den Beklagten Grund genug, seinem Ärger in einer Nutzerbewertung Luft zu machen. Die ist überschrieben mit dem Titel „Anleitung ist falsch“, zwei von fünf Sternen hat A. dem Händler gegeben. Als Erklärung schrieb er: „Die Lieferung erfolgte schnell! Das war das Positive. In der Anleitung steht ganz klar Mann muss den Innenrahmen messen das ist falsch ! Damit wird das ganze zu kurz! Die Ware selber macht guten Stabilen Eindruck , Der Verkäufer nie wieder !“ Seit dem 3. Juli 2013 steht diese Bemerkung unter dem Produkt – und die Amazon-Nutzer lieben sie. „238 von 249 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich“, heißt es derzeit.

Nutzer beschwerte sich bei Amazon

Für den Verkäufer ist diese Bewertung natürlich ärgerlich. Zunächst hatte das Unternehmen A. dazu aufgefordert, den Beitrag zu löschen – und 651,80 Euro Anwaltskosten zu übernehmen. A. wollte das nicht hinnehmen, beschwerte sich bei Amazon und ließ die Bewertung online.

Für den Händler kam es sogar noch dicker: Er wurde zwischenzeitlich nicht mehr bei Amazon gelistet – und macht das an der Bewertung fest. Deshalb will er gegen A. jetzt einen Umsatzausfall vor Gericht erstreiten. Dabei geht es um 39.000 Euro Schadenersatz, den Ersatz weiterer möglicher Schäden mit einem Streitwert von 20.000 Euro, dazu die Unterlassung der negativen Bewertung mit einem Streitwert von 10.000 Euro. Zusammen knapp 70.000 Euro.

Die Anwälte des Händlers werfen A. eine falsche Tatsachenbehauptung vor. Die Bauanleitung sei schlicht nicht falsch, lassen die Anwälte verlauten, deshalb sei A. der Verursacher des Schadens und müsse dafür aufkommen. Sollte der Kläger recht bekommen, hätte das weitreichende Folgen für die bei Käufern beliebten Nutzerbewertungen.

Ein Urteil wird Ende Juli fallen. Wer nicht so lange warten möchte und bei Nutzerbewertungen auf Nummer Sicher gehen will, der kann sich auf der Internetseite www.surfer-haben-rechte.de über den Umgang mit Bewertungen informieren.

Mk

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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