Die SMS – eine beispiellose Erfolgsgeschichte

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Ursprünglich traute niemand der SMS einen kommerziellen Erfolg zu. Heute verschicken die Deutschen jeden Tag viele Millionen Kurznachrichten.

„Merry Christmas“ lautete der Text der ersten SMS, die am 3. Dezember 1992 verschickt wurde. Die Weihnachtsgrüße waren der Anfang einer eindrucksvollen Erfolgsgeschichte: Inzwischen werden allein in Deutschland pro Jahr mehr als 40 Milliarden SMS verschickt.

Ein Siegeszug in Zahlen

Schon im Jahr 1984 überlegten die europäischen Telekommunikationsgesellschaften, welche Dienste sie neben dem Telefonieren in Zukunft anbieten könnten. Eine der Ideen: Ein Textnachrichten-Dienst. Doch obwohl sie weiterentwickelt und im Jahr 1992 die erste SMS verschickt wurde, sah man das neue Angebot nicht als Verdienstquelle, sondern als „Nebenprodukt“ anderer Entwicklungen. An einen kommerziellen Erfolg glaubte niemand.

Deshalb boten die Telekommunikationsgesellschaften Ihren Kunden den neuen Dienst zunächst kostenlos an. Doch entgegen aller Erwartungen trat die SMS einen gewaltigen Siegeszug an: Im Jahr 1999 verschickten die Deutschen bereits mehr als 10 Millionen Kurznachrichten pro Tag. 2011 waren es etwa 120 Millionen täglich.

Die Anbieter reagierten schnell und erhoben bald nach der Einführung Gebühren für die Kurznachrichten. Sie SMS mauserte sich zu einem der lukrativsten Geschäftsfelder der Netzbetreiber, denn der technische Aufwand für die Übertragung einer Textnachricht ist wesentlich geringer als bei einem Telefongespräch.

hdl, guk und cul – die SMS beeinflusst die Sprache

Die Beschränkung der SMS auf 160 Zeichen erfordert einiges an Kreativität und hat die Sprache nachhaltig beeinflusst. Neben dem Verb „simsen“ haben sich Hunderte von Abkürzungen entwickelt, um möglichst viele Informationen in einer Textnachricht unterzubringen. Einige Beispiele:

  • hdl/hdgdl: Hab Dich lieb/Hab Dich ganz doll lieb
  • guk: Gruß und Kuss
  • bidunowa: Bist Du noch wach?
  • cul: Wir sehen uns später (englisch: see you later oder C U later)
  • dad: Denk an Dich
  • hegl: Herzlichen Glückwunsch
  • gn8: Gute Nacht
  • hf: Viel Spaß (englisch: have fun)

Flüchtige Straftäter per SMS finden

Heute ist die SMS viel mehr als ein Nachrichtendienst, über den Privatpersonen einander Texte schreiben. Die Kurznachrichten werden sogar eingesetzt, wenn Polizei, Verfassungsschutz oder Zoll Verdächtige überwachen oder nach flüchtigen Straftätern suchen.

Über eine sogenannte „stille SMS“ orten sie ein Handy und damit meistens auch die Person, der es gehört. Dazu verschicken sie eine spezielle, textfreie Form der Kurznachricht an das Handy des Empfängers. Es zeigt diese Nachricht nicht an und gibt auch keinen Signalton von sich, nimmt als Reaktion aber Kontakt zur nächstgelegenen Funkzelle auf. Dadurch erfährt der Netzbetreiber, in welchem Bereich sich das Handy befindet, und gibt diese Informationen an die Sicherheitsbehörden weiter. Schicken sie mehrere stille SMS nacheinander, können sie sogar ein Bewegungsprofil des Verdächtigen erstellen.

Auch Privatpersonen können ein bestimmtes Handy orten, zum Beispiel über sms-lotse.de – allerdings nicht mit einer stillen SMS, denn die Netzbetreiber dürfen nur den Sicherheitsbehörden Auskunft geben. Außerdem muss der Besitzer des Handys zustimmen, dass sein Gerät geortet werden darf. Das kann zum Beispiel sinnvoll sein, wenn ein Handy gestohlen wurde.

Die SMS erleichtert den Alltag

Auch in viele andere Alltags-Bereichen hat die Kurznachricht Einzug gehalten: Spezielle Automaten geben als Reaktion auf eine Kurznachricht Zigaretten oder Getränke aus, Alarmanlagen melden Störungen via SMS. In einer kleinen Gemeinde in Nordrhein-Westfalen aktivieren die Einwohner sogar die Straßenbeleuchtung per SMS. Ein beispielloser Siegeszug eines ursprünglichen Nebenprodukts.

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