Luftfahrt

Drohnen-Kennzeichen ad absurdum: Akkubrand lässt Schild schmelzen

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Immer wieder sorgen Drohnen für Ärger - diesmal sind die Kennzeichen betroffen. 

Illegale Fotos, umgangene Flugverbote - immer wieder sorgen Drohen für Ärger. Nun könnte auch noch die Kennzeichnungspflicht aus Alexander Dobrindts Feder ein Rohrkrepierer werden. 

Traunstein – Die kleinen Fluggeräte breiten sich immer weiter aus. Und noch gibt es wenige Anhaltspunkte, wie man den Missbrauch von Drohnen stoppen könnte. Von illegalen Fotos, die die Privatsphäre der Betroffenen verletzen, bis hin zu Flügen in den Kontrollzonen von Flugplätzen reicht das Spektrum registrierter Vorfälle. Doch sogar Angriffe auf Massenveranstaltungen etwa in Fußballstadien mit Drohnenschwärmen sind denkbar. Bislang lässt sich dagegen wenig machen.

Die Kennzeichnungspflicht, mit der der bisherige Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) gegen illegal eingesetzte kleine Multicopter wenigstens nachträglich vorgehen will, könnte zum Rohrkrepierer werden. Darauf weist das Unternehmen Roboterwerk aus Obing (Kreis Traunstein) hin, das sich seit Jahren mit fahrenden Robotern und Drohnentechnik beschäftigt. Die in Dobrindts Drohnenverordnung vorgesehenen feuerfesten Plaketten oder Aufkleber aus Aluminium dürften nach ernsten Zwischenfällen in vielen Fällen kaum zu entziffern sein. Bei Erschütterungen oder Kollisionen ist die Gefahr groß, dass sich die Lithium-Akkus der Fluggeräte entzünden.

Den bei Akkubränden entstehenden Temperaturen über 660 Grad würde das Aluminium nicht standhalten. Es würde schmelzen. Damit wäre der Besitzer der Drohne nicht mehr identifizierbar. Die geforderte „Feuerfestigkeit“ sei überdies kein „definierter Begriff“, wie Uwe Reinhard vom TÜV Süd bestätigt – anders als „feuerhemmend“ oder „hoch feuerhemmend“. Dabei gibt es Materialien, die diesen Temperaturen standhalten. Roboterwerk hat mit Partnern aus der Industrie ein Dünnglas entwickelt, das mitsamt der Adresse auch nach einem Brand lesbar bleibt, weil es auch bei 800 Grad nicht zerspringt.

Ein weiterer Haken: Derzeit gibt es keine Vorkehrung, die Fälschungen verhindert. „Wer eine Plakette erwirbt, kann auch falsche Angaben machen“, sagt Roboterwerk-Sprecher Moritz Aßmus. Eine zusätzliche Mikromarkierung des Kennzeichens mit – anhand der Lieferadresse – überprüften Angaben des Besitzers könnte Fälschern das Handwerk legen.

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