So schützen Sie sich vor Locky

Diese Erpressersoftware hält Bayern in Atem

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Computer werden derzeit von der Erpressersoftware Locky befallen.

München - Vorsicht vor Locky! Die Erpressersoftware lässt aktuell so manchen Computernutzer verzweifeln. Die tz präsentiert Tipps zum Schutz vor dem schadhaften Software.

Ein Virus hält die deutschen und nicht zuletzt auch die bayerischen Computernutzer in Atem. Die Erpressersoftware Locky verbreitet sich derzeit rasend schnell. Der Sicherheitsexperte ­Kevin Beaumont zählte allein in Deutschland kürzlich rund 5300 Neuinfektionen pro Stunde. Laut Landeskriminalamt sind auch in Bayern immer mehr Nutzer betroffen. "Die Zahl der Angriffe steigt rapide an", so ein LKA-Sprecher.

Wie soll ich reagieren?

Grundsätzlich rät die Polizei dazu, kein Lösegeld zu bezahlen und Anzeige zu erstatten. Doch in der Praxis zahlt mehr als jeder Dritte. Auch Behörden und öffentliche Einrichtungen wie Krankenhäuser haben ihre Computer bereits freigekauft. Die unterfränkische Gemeinde Dettelbach zum Beispiel überwies rund 500 Euro, um die PCs ihrer Verwaltung wieder freizuschalten. Meist schicken die Erpresser nach Bezahlung tatsächlich den Code zum Entschlüsseln - weil sich nicht herumsprechen soll, dass sich das Bezahlen ohnehin nicht lohnt. Die bessere Alternative ist allerdings, seinen Rechner komplett neu zu installieren. Das funktioniert aber nur, wenn Ihre Datensicherung auf einem aktuellen Stand ist. Und: Es kostet oft viele Stunden Arbeit.

Tipp: Stöpseln Sie Ihre externe Festplatte nach der Datensicherung wieder ab, sonst könnte auch das Backup infiziert werden. Sie können auch auf einem anderen Gerät danach googeln, ob es für Ihre Locky-Variante ein Gegenmittel gibt - in manchen Fällen lässt sich die Verschlüsselung doch knacken.

Die besten Vorsichtsmaßnahmen: Virenschutz und PC-Programme immer aktuell halten, keine Software aus dubiosen Quellen installieren, fragwürdige Mails beim geringsten Zweifel sofort löschen.

Wie funktioniert die Internet-Erpressung?

Bei Locky handelt es sich um "Ransomware" (Erpressersoftware). Sie wird zum Beispiel als Anhang von Spam-Mails verschickt, häufig als Word-Dokument. Einer der Tricks in solchen Mails: Vermeintlich spannende Themen wie prominente Todesfälle oder eine "Warnung des BKA" sollen die Empfänger dazu verleiten, den Anhang zu öffnen. Auch fiktive Rechnungen werden verschickt.

Wenn Sie den Anhang anklicken, werden Sie zum Opfer: Locky (der Name kommt von "lock", also "schließen") verschlüsselt Ihren Rechner. Sie haben dann keinen Zugriff mehr auf Ihre Daten. Wenn Sie Ihren PC wieder freischalten wollen, müssen Sie Lösegeld bezahlen - meist zwischen 200 und 500 Euro, zahlbar mit der digitalen Währung Bitcoin. Sie erhalten dann genaue Anweisungen, wie die Bezahlung funktioniert.

Die Erpresser arbeiten höchst professionell. So sorgen Übersetzer dafür, dass die Spam-Mails nicht mehr am schlechten Deutsch zu erkennen sind. Und die Verschlüsselung lässt sich meist nicht knacken. Auch Apples sonst recht sichere Mac-Rechner sind neuerdings betroffen. Hier wird die Locky-Variante KeRanger über das Programm Transmission verbreitet, das gern dazu verwendet wird, um illegale Dateien aus dem Netz zu laden.

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