Treffpunkt der ganzen Welt

Facebook: Geschichte des größten sozialen Netzwerks

Eine Person zeigt auf einem Tablet auf die Facebook App
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Facebook ist das größte Social Network der Welt

Facebook bietet Menschen mit seinem Social Network die Gelegenheit, alte Freunde und neue Kontakte in aller Welt (wieder) zu finden. Doch das Unternehmen von Mark Zuckerberg ist nicht unumstritten: Vor allem mangelnder Datenschutz führt immer wieder zu Kontroversen.

  • Facebook wurde Anfang 2004 als „Thefacebook“ erstmals in Harvard eingeführt.
  • Heute bedient das Social Network 111 Sprachen und zählt 2,7 Milliarden Nutzer.
  • Zum Unternehmen gehören auch WhatsApp, Instagram und Oculus VR.

Menlo Park – Als Datenkrake verhasst oder als Treffpunkt für Gleichgesinnte geliebt: An Facebook scheiden sich die Geister. Doch alle Skandale und Kontroversen scheinen dem Social Network von Mark Zuckerberg nichts anhaben zu können. Noch immer ist Facebook die mit Abstand meistgenutzte Social-Media-Plattform im Internet.

Facebook: Die Entstehung als Facemash

Vor Facebook kam Facemash: eine Website, wie sie sich nur männliche Studenten ausdenken konnten. In diesem Fall war es der 19-jährige Mark Zuckerberg, der im zweiten Jahr an der Elite-Uni Harvard studierte. Er programmierte eine Seite, auf der die Bilder zweier weiblicher Studentinnen nebeneinander zu sehen waren. Besucher konnten abstimmen, welche der Damen attraktiver war.

Die Bilder stammten aus den „Facebook“ genannten Studentenverzeichnissen von Harvard, und schon nach wenigen Tagen wurde Facemash von der Universitätsverwaltung aus dem Netz genommen. In der ersten von vielen Kontroversen um Copyright und Datenschutz drohte Zuckerberg der Rauswurf aus Harvard, doch schließlich durfte er bleiben.

Facebook: Die Anfangsjahre

Die Idee eines sozialen Netzwerks ließ Zuckerberg jedoch nicht mehr los. Er programmierte eine neue Seite namens „TheFacebook“, die alle in Harvard bekannten Facebooks an einem zentralen Ort versammelte. Das Konzept wurde so erfolgreich, dass Zuckerberg und sein Team ihr Social Network schon bald von Harvard zunächst auf andere Elite-Unis der Ivy League und später auf sämtliche Universitäten in den USA und Kanada ausdehnten.

2004 erfolgte die offizielle Firmengründung als Facebook Inc. und Mark Zuckerberg zog mit seinem Unternehmen ins kalifornische Silicon Valley. Ein Jahr später wurde das „The“ aus dem Namen gelöscht. Facebook.com ging an den Start und gewann bereits im ersten Jahr sechs Millionen Mitglieder.

Facebook: Siegeszug um die ganze Welt

Den größten Schritt machte Facebook im September 2006: Das Social Network stand nicht mehr nur Studenten und Schülern offen, sondern allen Menschen ab 13 Jahren. Außerdem entstanden zahlreiche geschäftliche Seiten, denn Unternehmen erkannten die Chancen dieser neuen Kommunikationsform schnell. Geld verdiente Facebook zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Die Wende kam 2008 mit Sheryl Sandberg als neuem Chief Operating Officer. Sie erkannte, dass Gewinne nur über Werbeeinnahmen generiert werden konnten. Ein Jahr später schrieb das Unternehmen erstmals schwarze Zahlen. Im gleichen Jahr wurde eine der bekanntesten Funktionen von Facebook eingeführt: der „Like“-Button („Gefällt mir“ in der deutschen Version).

Facebook und seine Zukäufe

2010 gab Facebook bekannt, die Zahl von 500 Millionen Nutzern erreicht zu haben, 2012 hatte sich die Zahl auf 1 Milliarde verdoppelt. In den USA war es die am zweithäufigsten besuchte Website nach der Suchmaschine Google. Die neue Zentrale von Facebook in Menlo Park rühmte sich bei ihrer Eröffnung der größten zusammenhängenden Bürofläche der Welt.

Als Glücksgriff für Facebook erwies sich 2012 der Kauf von Instagram. Das Social Network, in dem vor allem Bilder geteilt werden, erlebte in den folgenden Jahren einen riesigen Boom als Werbeplattform. Weitere Zukäufe waren der Messengerdienst WhatsApp und die Firma Oculus, die Virtual-Reality-Brillen herstellt.

Facebook und seine Funktionen

Der Grundgedanke des Social Network ist einfach: Jeder Nutzer legt ein Profil von sich selbst mit Fotos und persönlichen Informationen wie Hobbys und Lieblingsfilmen an. Jeder neue Beitrag des Nutzers wird in die eigene Chronik aufgenommen. Diese wird so im Laufe der Zeit zu einer Art Tagebuch.

Andere Nutzer von Facebook werden als Freunde dem eigenen Netzwerk hinzugefügt. Die Beiträge dieser Freunde erscheinen in der eigenen Timeline. Andere können sie kommentieren oder „Liken“. Neben dem „Daumen-Hoch“-Symbol gibt es heute weitere Emojis, um z. B. Ärger oder Lachen auszudrücken.

Neben privaten Freunden können auch Unternehmen, Lokale, Lieblingskünstler und andere geschäftliche Seiten als Freunde hinzugefügt werden. Dabei ist natürlich zu beachten, dass mit jedem geschäftlichen neuen „Freund“ ein Stückchen Privatsphäre aufgegeben wird.

Weitere wichtige Funktionen von Facebook

Im Laufe der Zeit fügte Facebook dem Social Network eine Reihe neuer Funktionen hinzu:

  • Offene Facebook-Gruppen: Diesen Gruppen kann jeder beitreten. Meist handelt es sich um Menschen, die ein bestimmtes Hobby betreiben und sich mit Gleichgesinnten austauschen möchten.
  • Geschlossene Facebook-Gruppen: Der Zugang ist nur nach Freischaltung durch einen Gruppen-Admin möglich. Diese Gruppen sind geeignet für Vereine, Schulklassen und andere Gruppen, die ihre Privatsphäre schützen möchten.
  • Facebook Messenger: Diese Chat-Funktion ermöglicht den direkten Austausch mit einer einzigen oder mehreren anderen Personen. Facebook Messenger bietet eine Fülle praktischer Funktionen wie Sprach- und Videoanrufe über das Internet oder das Mitschicken von Dateien.
  • Spiele: Einfache Spiele wie Farmville hatten großen Anteil am frühen Erfolg von Facebook. Auch heute tummeln sich zahllose Menschen online, um mit anderen Menschen Spiele zu spielen.
  • Marketplace: Auf diesem Facebook-eigenen Verkaufsportal wird vom Gebrauchtwagen bis zum selbst gehäkelten Schal alles Mögliche feilgeboten.
  • Veranstaltungskalender: Der Kalender lässt sich nach Orten und bestimmten Kategorien wie Musik, Film, Fitness oder Essen filtern und zeigt Veranstaltungen in der eigenen Region an.

Facebook und der Datenschutz

Facebook steht immer wieder für mangelnden Datenschutz und den laxen Umgang mit der Privatsphäre seiner Nutzer am Pranger. Tatsächlich sind die persönlichen Daten, die alle Nutzer im Social Network hinterlassen, die wichtigste Währung für Facebook. Dazu gehören die selbst geposteten Bilder, Statusmeldungen und Kommentare, aus denen ein umfassendes Profil erstellt wird. Ein Nutzer, der beispielsweise ständig Reisebilder postet, bekommt entsprechend viel Werbung von Reiseunternehmen angezeigt.

Während dieser aktive digitale Fußabdruck auf freiwilliger Basis entsteht, ist der sogenannte passive digitale Fußabdruck kontroverser: Facebook (und zahlreiche andere Unternehmen) verfolgen User mithilfe des Trackings durch das Internet und beobachten so deren Verhalten auf anderen Websites.

Facebook: Tipps zum Schutz der Privatsphäre

Es gibt viele Möglichkeiten, den Datenschutz bei Facebook durch individuelle Einstellungen zumindest teilweise zu erhöhen. Ganz wichtig ist dabei die Einstellung „Wer kann deine zukünftigen Beiträge sehen?“. Hier gibt es mehrere Optionen:

  • Öffentlich (die ganze Welt kann die eigene Chronik sehen)
  • Freunde von Freunden (die eigenen Freunde und deren Freunde)
  • Freunde (nur die eigenen Freunde)
  • Freunde außer… (einige Freunde können konkret ausgeschlossen werden, zum Beispiel Mutti)
  • Bestimmte Freunde (nur ausgewählte echte Freunde können die Beiträge in der Chronik sehen)
  • Nur Ich

Ebenso wichtig ist die Einstellung „Möchtest du, dass Suchmaschinen außerhalb von Facebook einen Link zu deinem Profil anzeigen?“. Hier sollte nein ausgewählt werden. Damit wird verhindert, dass das Profil zum Beispiel bei Google angezeigt wird, wenn Fremde nach der Person suchen (dies können zum Beispiel auch Arbeitgeber oder Vermieter sein).

Facebook: Kontroversen

Seit Mark Zuckerberg wegen Facemash fast von der Harvard University geflogen wäre, hat Facebook zahlreiche weitere Kontroversen durchstanden. Einige der wichtigsten in der Geschichte des Unternehmens:

  • 2010 wurde bekannt, dass Facebook auch Daten von Personen speichert, die gar nicht im Social Network angemeldet sind, weil Daten auf Smartphones synchronisiert wurden.
  • 2012 kam heraus, dass Facebook private Nachrichten von Usern gezielt überwachte – angeblich, um mögliche Straftaten früh zu erkennen und die Planung an die Behörden zu melden.
  • Der Whistleblower Edward Snowden vom Geheimdienst NSA deckte auf, dass amerikanische Behörden Facebook-Profile für Ermittlungen nutzen.
  • 2018 kam heraus, dass Facebook mehrere Jahre mit dem Datensammler Cambridge Analytica kooperierte, der die Daten von über 50 Millionen Mitgliedern missbrauchte, um Einfluss u. a. auf die Brexit-Abstimmung und die US-Präsidentschaftswahl 2016 zu nehmen.

Daneben gibt es immer wieder Kontroversen um den Umgang von Facebook mit Fake News und der Verbreitung rassistischer und hetzerischer Inhalte, die nicht ausreichend oder schnell genug zensiert werden.

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