Darauf können Sie sich freuen

So wird das Technik-Jahr 2014

+
Die Schiefertafel im Wohnzimmer: Riesige Fernseher sind auf der CES keine Seltenheit - hier ein 110-Zoll-Modell von TCL.

Schneller, besser – und vor allem größer! So stellen sich die Hersteller von Sony bis Samsung den Technik-Jahrgang 2014 vor, der letzte Woche mit einem Paukenschlag startete.

Auf der weltgrößten Technikmesse CES in Las Vegas gab’s die ersten Neuheiten des Jahres zu sehen, darunter noch riesigere Fernseher und noch größere Smartphones. Die tz verrät: So wird die Technik 2014!

Noch größere Fernseher: Kein TV-Hersteller, der auf der CES nicht neue Riesenfernseher mit superscharfer Ultra-HD-Auflösung präsentierte. Darunter waren neue 105-Zöller (2,67 Meter) von LG und Samsung mit gebogenen Bildschirmen. Vorteil: Die Biegung passt sich dem Gesichtsfeld an, jeder Bildpunkt soll damit den gleichen Abstand zum Auge haben. Nachteil: TV-Programme, die die viermal schärfere Bildauflösung ausnutzen, sind auch 2014 nicht in Sicht. Heuer dürften diese 4K-Fernseher bezahlbarer werden. Schon jetzt gibt es günstige 50-Zoll-Modelle (1,27 Meter) um die 1000 Euro, beispielsweise vom chinesischen Hersteller HiSense. Um dieses Geld bekommen Sie aber auch ein Full-HD-Modell mit absoluter Topausstattung – mit dem Sie in den nächsten Jahren sicherlich besser bedient sind.

Technik zum Anziehen: Apps und Mini-Geräte für Fitness, Sport und Gesundheit waren einer der großen Trends von Las Vegas. Vor allem Armbänder, die Bewegung, Training oder auch Ihr Schlafverhalten auswerten, dürften 2014 noch gefragter sein. Neu ist zum Beispiel das Smartband von Sony, ein Mix aus Fitness-Armband und schlauer Uhr, der sogar Ihre seelische Verfassung registrieren soll. Aber auch T-Shirts mit eingebauten Sensoren waren auf der CES zu sehen. Technik zum Anziehen kommt immer mehr in Mode – von der Sony-Perücke mit eingebautem Beamer (!) bis zum Babystrampler von Intel (Foto), der Atmung, Puls und Schlaf überwacht. Die Daten landen dann per App auf dem Smartphone der Eltern.

Riesen-Tablets und Riesen-Handys: Samsung zeigte auf der CES erstmals das Galaxy Tab Pro, ein Tablet mit opulentem 12,2-Zoll-Bildschirm (31 Zentimeter). Damit dürfte sich das Größenwachstum der Smartphone-Bildschirme 2014 auch bei den Tablets fortsetzen. Bei den Handys werden sechs Zoll (15,2 Zentimeter) zur neuen Topgröße – und das, wie beim künftigen Samsung Galaxy S5, in vierfacher HD-Auflösung. Auch Apple bastelt angeblich an einem größeren iPhone. Beobachter gehen aber davon aus, dass es das im Herbst erwartete iPhone 6 auch wieder als handliche Vier-Zoll-Variante (10,2 Zentimeter) geben wird. Und den Herstellern ist durchaus klar, dass nicht jeder so ein Riesen-Handy will. Während LG auf der CES das sechs Zoll große G Flex (Foto) mit gebogenem Bildschirm zeigte, bringt Sony seinen Sechs-Zöller Xperia Z1 auch als 4,3-Zoll-Modell – mit gleicher Technik, aber im handlichen Format.

3D-Drucker: Spielzeug, Schlüssel oder Schmuck zum Selberausdrucken – der Siegeszug der 3D-Drucker dürfte 2014 weiter an Fahrt aufnehmen. In Las Vegas war erstmals eine ganze Halle für diese Geräte reserviert. Einen Top-Drucker wie den FreeSculpt EX1-Basic bekommen Sie jetzt schon um die 800 Euro (pearl.de), Bausätze sind nochmals deutlich billiger.

Gesten statt Touch:  2007 hat Apple mit dem iPhone die Touch-Bedienung per Bildschirmberührung populär gemacht. Der nächste Schritt sollen nun Gesten sein, ohne das Display überhaupt anzufassen. Die norwegische Firma Elliptic Labs zeigte auf der CES ein Handy, das sich mit Handbewegungen steuern lässt. Dafür erfasst ein Mikrofon die Schallwellen, die von der Hand ausgehen. Zum Scrollen auf einer Internetseite bewegen Sie also einfach nur die Hand nach oben und unten. Dieser Idee gehört die Zukunft.

Laptop-Tablet-Mix: Lieber ein klassischer Laptop – oder doch ein Tablet? Die Antwort auf diese Frage soll 2014 noch öfter lauten: Bitte beides! Jede Menge Hersteller bringen Kreuzungen aus beiden Geräten auf den Markt. Nagelneu ist beispielsweise das Lenovo Miix 2 (Foto, 299 Euro), ein acht Zoll (20,3 Zentimeter) großes Tablet, auf dem Windows 8.1 läuft. Mit optionaler Tastatur und Maus lässt es sich als kleiner Bürorechner nutzen, Office ist bereits vorinstalliert. Ganz so einfach zu bedienen wie echte Tablets sind solche Mix-Geräte zwar nicht, doch dafür bekommen Sie alles aus einer Hand.

Virtuelle Welten: Mit dem Datenhelm Oculus Rift (Foto), der Ende 2014 erwartet wird, erleben Sie Videospiele als 360-Grad-Spektakel und sind mittendrin im Geschehen. Angeblich plant auch Sony so eine Brille für die Playstation 4.

Playstation-Konkurrenz: 2014 kommt die Steam Machine (deutsch: Dampfmaschine) auf den Markt, eine Spielkonsole auf PC-Basis, die Playstation 4 und Xbox One Käufer abjagen soll. Vorteil: Jeder interessierte Hersteller kann die Technik lizenzieren, damit werden sowohl Konsolen als auch Spiele billiger. Trotz überragender Hardware gehen die Preise schon bei etwa 400 Euro los, Verkauf ab Mitte des Jahres.

Google Glass: Angst vor der Datenbrille

Googles Datenbrille Glass wird die Technik-Fans auch 2014 in Atem halten. Dieses Jahr, angeblich im April, kommt sie in den Handel. Die Datenschutz-Diskussion dürfte damit noch lauter werden. Horrorvision: Ein Träger der Google-Brille sitzt Ihnen in der S-Bahn gegenüber, die Gesichtserkennung identifiziert Sie – und Ihr Gegenüber erfährt aus dem Netz alles über Sie. Viele Experten gehen davon aus, dass Google Glass floppt, vor allem mangels sozialer Akzeptanz. Die Testnutzer werden immer wieder angefeindet. US-Blogger Mat Honan: „Die Leute um mich herum sind sauer, wenn ich sie trage.“ Zudem bietet die Datenbrille im Vergleich zu einem Smartphone nur sehr wenige Funktionen.

Apple: Warten auf die Zauber-Uhr

Smarte Armbanduhren sollen einer der ganz großen Technik-Trends 2014 werden. Sie verbinden sich drahtlos mit Ihrem Handy, bringen SMS, Mails, Facebook-Nachrichten oder die Steuerung für Ihren Musikplayer aufs Handgelenk. Doch noch hat kein Hersteller das Erfolgsrezept gefunden, wie so eine Uhr einfach zu bedienen ist und echten Mehrwert bietet. Auch die Samsung-Uhr Galaxy Gear floppte. Deshalb warten alle nun auf Apple, deren iWatch im Herbst kommen soll. Die Apple-Uhr setzt angeblich stark auf Fitness und Gesundheit – und ist das meist erwartete Technik-Spielzeug des Jahres.

Audi: Her mit dem Wunder-Cockpit!

Teilweise erinnerte die CES 2014 mehr an eine Automesse als an eine Elektronikshow. So gut wie alle Hersteller wollen ihre Autos mehr denn je übers Internet vernetzen. Audi arbeitet daran, Googles Mobilsoftware Android in seine Modelle zu integrieren – und hat sogar ein eigenes Tablet vorgestellt, als Entertainmentlösung für die Passagiere auf der Rückbank. Der neue Audi TT, der noch 2014 erscheint, bekommt ein komplett virtuelles Cockpit, einen Computerbildschirm hinter dem Lenkrad, der nichts mehr mit den guten alten Armaturen zu tun hat. Wenn das Navi darin mehr Platz braucht, schrumpfen automatisch Tacho und Drehzahlmesser. Mercedes zeigte ein System, das Daten wie Benzinstand oder aktuellen Standort des Autos auf Smartphone oder Smartwatch überträgt. Der neue Chevrolet Corvette zeichnet Ihre Fahrten als Film auf, wie die Strecke eines Videospiels. Das soll Ihnen helfen, Ihren Fahrstil zu verbessern. Und die App iHeartRadio bringt künftig in Autos von Toyota, Volvo, Kia oder Nissan Internetsender aufs ganz normale Autoradio. Damit fahren Sie durch Italien, Spanien oder die USA – und hören im Autoradio Charivari oder B5 aktuell.

Jörg Heinrich

Auch interessant

Meistgelesen

Apple Keynote: Ansage an Netflix! So viel kostet der Streaming-Dienst Apple TV+ in Deutschland
Apple Keynote: Ansage an Netflix! So viel kostet der Streaming-Dienst Apple TV+ in Deutschland
WhatsApp sperrt beliebte Funktion: Von Update sind alle Nutzer betroffen
WhatsApp sperrt beliebte Funktion: Von Update sind alle Nutzer betroffen
Was bedeutet eigentlich ein Haken bei WhatsApp?
Was bedeutet eigentlich ein Haken bei WhatsApp?
Socken-Rebellion im Land der verlorenen Dinge
Socken-Rebellion im Land der verlorenen Dinge

Kommentare