Fliegende Dienstwägen und reitende Minister

Virtueller Wahlkampf: In dem Spiel „Sanieren oder ruinieren“ wirft Finanzminister Steinbrück Geld zum Fenster raus, Wirtschaftsminister zu Guttenberg muss es fangen.
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Virtueller Wahlkampf: In dem Spiel „Sanieren oder ruinieren“ wirft Finanzminister Steinbrück Geld zum Fenster raus, Wirtschaftsminister zu Guttenberg muss es fangen.

München - Der Wahlkampf geht langsam in die heiße Phase - auch im Internet: Seit kurzem treten Wirtschaftsminister zu Guttenberg (CSU) und Finanzminister Steinbrück (SPD) in einem Flash-Game gegeneinander an.

Vorsicht vor fliegenden Geldsäcken, gefährlichen Parteibüchern und gestohlenen Dienstwägen. In einem virtuellen Duell treten jetzt Karl-Theodor zu Guttenberg und Peer Steinbrück gegeneinander an. „Sanieren oder ruinieren“ heißt das Computerspiel, das die Junge Union (JU) Bayern in dieser Woche vorgestellt hat. Inhalt: Der SPD-Minister wirft Geld aus dem Fenster, der CSU-Kollege soll so viel wie möglich auffangen.

Es ist Wahlkampf, auch im Internet. Die JU hofft, dass sich ihr Spiel im Netz hunderttausendfach verbreitet. Der CSU-Nachwuchs hat sich vor dem Hintergrund der Debatte um Staatshilfen ein paar Bosheiten ausgedacht: Mal wirft Finanzminister Steinbrück das Geld vom Reichstagsbalkon, mal von einer Autobahnbrücke („Nächste Ausfahrt: Rüsselsheim“). Manchmal schleudert er ein rotes Parteibuch (ausweichen) oder Ulla Schmidts Dienstwagen (auffangen). Steinbrück sieht dabei etwas verkniffen drein, während Guttenbergs Zähne bei jedem Fang perlweiß aufblitzen.

Noch wilder geht es bei der SPD zu. Zwei Nürnberger Bundestagsabgeordnete haben für das Internet einen Western-Film gedreht: „Für eine Handvoll Stimmen“ (hier geht‘s zum  youtube-Video).Hauptrollen: Günter Gloser, Staatsminister für Europa, und der Abgeordnete Martin Burkert. Mit Hüten, Schnauzbärten und Lasso reiten sie durch die Nürnberger Prärie, bereit, „für Gerechtigkeit zu kämpfen“, vor allem für soziale Gerechtigkeit. Nebenrollen: „Walt Stonemayr“ und „Francesco Monteferro“. Auf „Youtube“ wurde der Film schon 6000 Mal angeschaut, die digitalen Kommentare der Zuschauer sind allerdings durchwachsen.

Christian Deutschländer

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