Wie gefährlich sind meine Apps?

München - Ihr Handy und Ihr Tablet-PC wollen Sie oftmals ausspionieren. Doch es gibt Möglichkeiten, sich zu schützen. Die tz beantwortet die wichtigsten Fragen.

Es gibt für alles eine App – auch zum Ausspionieren! Die Stiftung Warentest hat 63 App-Programme für iPhone/iPad, Android und Windows Phone auf ihren Datenschutz überprüft und kommt zu ernüchternden Ergebnissen. Die tz beantwortet die wichtigsten Fragen.

Wie gefährlich sind meine Apps?

Teilweise sehr gefährlich! Knapp 60 Prozent aller Apps gehen laut Warentest nachlässig mit Ihren privaten Daten um – oder verkaufen die Informationen bewusst an Adresshändler und Reklameanbieter. Die Apps übertragen, meist ungefragt, Namen, Telefonnummern und Mail-Adressen aus Ihrem Adressbuch, Ihre Einkäufe, Ihre Bewegungsdaten, die weltweit einmalige Seriennummer Ihres Smartphones und einiges mehr. Die Folgen können harmlos, aber lästig sein – oder auch brandgefährlich. Wenn Sie einmal per App Pizza bestellen, können künftig jede Menge Spam-Mails von Pizza-diensten in Ihrem Postfach landen und womöglich auch in den Mailboxen Ihrer Familie, Freunde oder Kollegen. Gefährlich wird es beispielsweise, wenn Sie zum Internet-Einkaufen per App aus Bequemlichkeit das gleiche Passwort wie für Ihr Online-Banking oder Ihr Mail-Postfach verwenden. Wenn Apps Ihre Daten unverschlüsselt übertragen, kann das Passwort in den Händen von Kriminellen landen, die auf Ihre Kosten einkaufen oder Ihr Konto leerräumen.

Welche Apps sind besonders bedenklich?

Die neun besonders gefährlichen Apps auf der schwarzen Liste von Warentest sind iTranslate, Clever tanken, Facebook, Foodspotting, Gowalla, Yelp, das beliebte Gratis-SMS-Programm WhatsApp sowie die Naviprogramme ALK Copilot und Sygic GPS Navigation. Sie alle übertragen Daten, teilweise auch unverschlüsselt, die für die Funktion der App gar nicht nötig sind. Häufig gehen die Informationen an Adresshändler, die so immer genauer lernen, für was Sie sich interessieren und wie mit Ihnen Geld zu verdienen ist.

Wie kann ich mich schützen?

Zunächst einmal: Installieren Sie nicht wahllos Apps. Laden Sie nur Programme, die Sie wirklich brauchen. Legen Sie sich ein Gratis-Postfach bei einem Anbieter wie GMX oder web.de an, wenn Apps nach Ihrer Mailadresse fragen. Diese Wegwerf-Adresse können Sie jederzeit wieder löschen. Schalten Sie die GPS-Funktion Ihres Smartphones oder Tablets ab, wenn Sie diese nicht brauchen – gerade auf Bewegungsdaten sind Reklameanbieter besonders scharf. Das spart zudem Akkuleistung. Nutzen Sie Apps mit kritischen Passwörtern (Mailbox, Einkaufen, Online-Banking) nicht in öffentlichen WLAN-Netzen. Hier ist die Gefahr besonders groß, dass Daten abgefangen werden. Und lehnen Sie möglichst ab, wenn eine App nach Zugriffsrechten auf Ihr Adressbuch oder andere persönliche Daten fragt. Letzter Tipp: Verwenden Sie nie das gleiche Passwort für Apps und für Bankgeschäfte oder Internet-Einkäufe am PC.

tz

Wecker, Festnetz, CD: 10 Dinge, die vom Aussterben bedroht sind

Computer und Smartphones den Alltag rasant. Im digitalen Zeitalter wird vieles schnell unmodern. Zehn (angeblich) unmoderne Dinge und Phänomene ... © dpa
HANDSCHRIFTLICHE BRIEFE: Na, leiden Sie auch unter Nostalgie beziehungsweise “Netzlos-talgie“? In Zeiten des Internets liegt kaum noch persönliche Post im Briefkasten - fast nur noch Rechnungen und Werbebroschüren. Selbst die Liebe wird oft nur noch in SMS und E- Mails bekundet. Menschen des 19. Jahrhunderts würden sich im Grabe umdrehen, wenn sie wüssten, dass ihr geliebter seitenlanger Brief im 21. Jahrhundert vom Aussterben bedroht ist. © dpa
2. POSTKARTEN: Früher war es Pflicht, aus dem Urlaub eine kitschige Ansichtskarte zu schicken. “Viele Grüße aus...“, “Das Wetter ist schön und wir unternehmen viel...“ - belanglose Zeilen dieser Art vermisst wohl niemand. Allerdings gibt es kaum jemanden, der sich nicht freut, wenn ein lieber Mensch ihm eine Karte schreibt, statt nur mit einer Handy-Nachricht oder via Facebook über eine Reise zu berichten. © dpa
3. PAPIERFOTOS: Die vergilbten Kinderfotos aus den 60er und 70er Jahren, die Urlaubsfotos aus den 80ern (oder gar die Dias!) - früher konnte man Erinnerung in den Händen halten und betrachten. Etwa seit Mitte der Nullerjahre sind viele Reisen und private Ereignisse nur noch auf Chipkarten und in Computern gespeichert. Wehe den Babys, die 2010 geboren wurden - ist ihre Kindheit nach einem PC-Absturz komplett ausgelöscht? © dpa / Jens Schierenbeck
4. LEXIKA UND WÖRTERBÜCHER: Wissen hatte früher ein paar hundert Seiten und passte zwischen zwei Buchdeckel. Die Vokabeln und das Allgemeinwissen gingen von A bis Z. Nur manchmal wünscht man sich diese niedliche Welt zurück. Sonst ist es wunderbar, stets aktualisiertes Wissen im Web zu finden und zum Beispiel das französische Wort für “Pulverschnee“ nicht minutenlang erblättern zu müssen, sondern schnell getippt abzufragen. © dpa
5. DIE CD: Am schlimmsten waren in den 90ern diese unförmigen CD- Ständer, die Platz wegnahmen und suggerierten, ein cooler Staubfänger zu sein, jedoch einfach nur ein Staubfänger waren. In Zeiten von iTunes und MP3 kaufen immer weniger Menschen materielle Tonträger. Die Musik ist flüchtiger geworden und nimmt auch keinen Platz mehr weg in den Wohnungen. Ausgenommen vom Trend zur leeren Wohnung: Schallplatten-Fans... © dpa
6. 2D-FILME: Wenn die Kinowirtschaft nicht mehr weiterweiß, dann greift sie zu 3D. In den 50ern und 60ern gab es eine 3D-Welle, um die Leute weg vom Farbfernseher zu Hause in die Lichtspielhäuser zu locken, in den 80ern waren dann Videorekorder der Grund. Zurzeit geht es darum, die Menschen weg von den Raubkopien und Computerspielen ins Kino zu bewegen. Diesmal scheint sich der Trend zu verstetigen. Doch schlechte Storys sind auch in 3D nicht gut. © dpa
7. FESTNETZTELEFONATE: Immer mehr Menschen schaffen ihr Festnetztelefon ab, weil sie es neben dem Mobiltelefon zu teuer finden oder sowieso kaum daheim sind. Mancher fühlt sich von einem Anruf zu Hause mehr gestört als vom Handy, das zwar in der Tasche ein weit größerer Eingriff in die Privatsphäre ist, aber notfalls auch lautlos gestellt oder ausgeschaltet sein kann. Ein lautes Festnetztelefon in der Wohnung schreckt oft mehr auf. © dpa
8. DISKUSSIONEN: Früher gab es ausgiebige Debatten unter Freunden. Wie hieß nochmal der Laden in Paris mit den tollen Cocktails? Heute wird jedes aufkommende Gespräch weggegoogelt. Irgendjemand ist immer da, der sein Handy zückt und im Internet nachschaut. Keine Fachsimpeleien mehr, sondern mehr oder weniger gesicherte Fakten von Wikipedia. Alles wird geklärt, bevor die Unterhaltung anregend wird. Manchmal sitzen Menschen zusammen und starren lieber aufs Smartphone als Smalltalk zu betreiben. Die virtuelle Realität besiegt das echte Gegenüber. © dpa
9. WECKER: Wo früher der Wecker stand, liegt heutzutage das Handy mit Weckfunktion. Ein eigenes Gerät braucht man für den Start in den Tag nicht mehr. Aus dem Tiefschlaf lässt man sich moderner reißen. Besser wird der unangenehme Vorgang dadurch aber nicht. © dpa
10. ECHTE FREUNDE: Das Wort “Freund“ hat im Zeitalter sozialer Netzwerke eine schwächere Bedeutung bekommen. Freundschaft ist..., wenn man Kontakt miteinander aufnimmt. Ich klicke dich an, du klickst mich an. Kann man mehr als 150 Bekannte haben? Kritiker werfen Facebook-Gründer Mark Zuckerberg (neben datenschutzrechtlichen Problemen) vor, seine “süchtigen“ etwa 500 Millionen Nutzer in der Welt eines unbekümmerten Harvard-Studenten gefangen zu halten. © picture alliance / dpa-tmn
Ist das wirklich so? Jedenfalls sprechen die Angewohnheiten vieler Nutzer dafür: Sie laden möglichst nur “coole“ Interessen und Bilder hoch, machen eindeutige Beziehungsangaben und wenig komplexe Statusangaben und pflegen vor allem die Unsitte, jeden einmal Gesehenen zum “Freund“ zu verklären. © picture alliance / dpa-tmn

Rubriklistenbild: © dapd

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