Eine App für mobile Kommunikation

Jodel: Der Überblick über die beliebte App

Das Logo der App des Start-ups Jodel. Das Berliner Start-up Jodel erreicht, nach eigenen Angaben, mit seiner gleichnamigen Social-Media-App inzwischen ein Millionenpublikum
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Jodel ist eine App für die anonyme Kommunikation in einem lokalen Umfeld

Die App Jodel wird vor allem von einer jungen, studentischen Online-Community genutzt. Die Entwicklung der Anwendung erfolgte in Deutschland.

  • Jodel ist eine in Deutschland entwickelte App für die anonyme Kommunikation in einem begrenzten lokalen Umfeld.
  • Die Anwendung wird vor allem von jungen Studierenden genutzt.
  • Jodel dient als Plattform für zielgruppenspezifische Werbung.

Berlin – Am 31. Dezember 2014 schloss die deutsche Gesellschaft The Jodel Venture GmbH ihr erstes Geschäftsjahr trotz eines Verlustes in Höhe von rund 271.000 Euro erfolgreich ab. Die von ihr betriebene App konnte sich innerhalb von wenigen Monaten in der deutschen Online-Community etablieren. Mehrere Tausend User, vor allem Studierende und andere junge Leute, verwendeten die Funktionen dieser Anwendung, um sich mit Personen in ihrer Nähe auszutauschen.

Jodel: Die Geschichte der App

Alessio Avellan Borgmeyer, der zuvor an der Technischen Universität Aachen studiert hatte, entwickelte das technische Konzept der App Jodel. Er gründete gemeinsam mit den folgenden Personen die Jodel Venture GmbH:

  • Tim Schmitz (Finanzen)
  • Niklas Henckel (Community-Management)
  • Alexander Linewitsch (Produktentwicklung)

Erklärtes Ziel der Gründer des deutschen Start-ups war es, eine unkomplizierte und leicht zu nutzende mobile Kommunikationsmöglichkeit für den Nahbereich zu schaffen. Als Zielgruppe hatten sie mit Studierenden vor allem eine junge Online-Community im Blick. So beschränkte sich das Einzugsgebiet der Anwendung zunächst auf den Campus der Universität Aachen. Anschließend wurde es auf ganz Deutschland und später auf mehrere europäische und arabische Länder ausgeweitet.

Mit ihren Funktionen stellt die Jodel-App eine Alternative sowohl zum deutschen studiVZ Das Studienverzeichnis, das als Kommunikationsplattform für Studierende Anfang des Jahrtausends populär war, als auch zu verschiedenen Messenger-Diensten dar.

Jodel: Rasches Wachstum

Die Anzahl der User von Jodel wuchs in den ersten Jahren schnell an: Im Frühjahr 2005 nutzten rund 100.000 Personen die App Jodel, ein halbes Jahr später waren es bereits eine Million. US-amerikanische Investoren wurden auf das deutsche Start-up-Unternehmen aufmerksam und unterstützen es mit einer Investition in Höhe von rund sechs Millionen US-Dollar. Heute (Stand Januar 2021) beschäftigt die Jodel Venture GmbH ein Team aus 60 Mitarbeitern. Diese stammen aus 15 verschiedenen Ländern.

Jodel: Die Online-Community

Jodel gehört zu den wenigen Kommunikations-Apps, die in Europa konzipiert wurden und eine große Online-Community gewinnen konnten. Die Plattform wird außer in Deutschland in diesen anderen europäischen Ländern genutzt:

  • Österreich
  • Schweiz
  • Dänemark
  • Schweden
  • Norwegen
  • Frankreich

Darüber hinaus sind die Funktionen der App auch außerhalb Europas im Nahen Osten (Qatar, Bahrain und Saudi-Arabien) verfügbar.

Jodel veröffentlicht auf seiner Homepage die folgenden statistischen Nutzungsdaten:

  • Pro Tag werden insgesamt sechs Millionen neue Jodel-Nachrichten versandt.
  • Rund 26 % der Nutzer veröffentlichen eigene Botschaften.
  • Rund 87 % der User antworten auf Inhalte.

Nach einer Erhebung aus dem Jahre 2019 beträgt die tägliche Nutzungsdauer der Jodel-App etwa eine halbe Stunde.

Die Online-Community von Jodel besteht zum überwiegenden Teil aus jungen Studierenden: Eine 2019 durchgeführte Analyse ergab, dass die User zu 95 Prozent im Alter zwischen 18 und 26 Jahren sind und sich zu 70 Prozent im Studium befinden. Knapp 30 Prozent der Nutzer von Jodel arbeiten als Young Professionals.

Jodel: Die grundlegenden Funktionen der App

Jodel eröffnet der Online-Community die Möglichkeit, sich mit anderen Usern in der lokalen Umgebung auszutauschen. Die Voraussetzungen für dieses Kommunikationsangebot werden durch ein Tracking per GPS geschaffen. Dementsprechend bezeichnen die Organisatoren von Jodel die Nutzer ihrer App als „Hyperlocal Community“. Jeder Nutzer kann Beiträge von anderen Usern empfangen, die sich in einem Umkreis von maximal zehn Kilometern Entfernung vom eigenen Standort befinden.

Jodel verzichtet bewusst auf Profile, um die Kommunikation spontan zu gestalten. Neue User müssen im Rahmen ihrer Anmeldung lediglich die folgenden Angaben machen:

  • Alter
  • Geschlecht
  • Beruflicher Status
  • Standort

Die User bewahren ihre Anonymität. Dies ermöglicht eine vorbehaltlose und sehr offene Kommunikation, die zum hohen Unterhaltungswert der veröffentlichten Inhalte beiträgt.

Nutzer verschicken ihre Botschaften, die als „jodel“ bezeichnet werden, in Form einer Textmitteilung oder eines Bildes oder Films. Sie können ihren Beitrag zusätzlich mit einem Hashtag versehen. Insbesondere die folgenden Schriftzeichen beziehungsweise Kategorisierungen von Botschaften sind in der Hyperlocal-Community beliebt:

  • #jhj (Jodler hilft Jodler): Mit diesem Hashtag rufen User zu Kommentaren beziehungsweise einem Voting auf.
  • #wudel: Damit kennzeichnen User Ärgernisse aller Art, über die sie die Community dringend informieren möchten.
  • #warsteiner: Unter diesem Hashtag veröffentlichte Beiträge entsprechen der Wahrheit oder tatsächlichen Ereignissen.
  • #paulaner: Durch diesen Hashtag wird verdeutlicht, dass es sich offensichtlich um frei erfundene Inhalte handelt.

Der Verfasser jeder Jodel-Mitteilung bleibt stets anonym, der Urheber einer Botschaft heißt in dieser App „OJ“ für „Original-Jodler“. Darüber hinaus haben sich auch spezifische Kodierungen durch bestimmte Farben durchgesetzt.

Jodel: Voting und weitere Funktionen

User können bei Jodel Beiträge bewerten. Diese Kommentare werden in Form von Punkten erfasst und veröffentlicht. Fallen der Kommentar beziehungsweise das Voting zu schlecht aus, erfolgt eine automatische Ausblendung des Beitrags. Um einen Missbrauch dieser Funktion zu verhindern, kann jeder Nutzer nur einen einzigen Kommentar hinterlassen. Die Karma-Funktion dient als Anreiz, sich durch Kommentare zu profilieren: Durch sie werden die Punkte des Votings aufaddiert, die User von anderen Nutzern für als gut bewertete Kommentierungen erhalten.

Viele User nutzen Jodler als Alternative zu Tinder, um schnell und unkompliziert Kontakte zu knüpfen und Dates zu verabreden. Allgemein bezieht sich ein großer Teil der auf dieser Plattform veröffentlichten Beiträge auf die Bereiche Sex und Erotik.

Um die Nutzung von Jodel komfortabler und effizienter zu gestalten, bietet diese App drei verschiedene Sortierfunktionen. Der User kann die Botschaften entsprechend der folgenden Kategorien gliedern:

  • Datum beziehungsweise Alter der Veröffentlichung
  • Anzahl der Kommentare
  • Bewertungen

Darüber hinaus bietet Jodel weitere Funktionen, unter anderem:

  • Chanels für die Einrichtung eines neuen Themenbereichs
  • Schwarzer Jodel für Mitteilungen der Betreiber an die User
  • Heimat-Funktion, um die App an einem festgelegten Ort außerhalb des 10-Kilometer-Radius zu nutzen
  • Traveler-Feed für die Nutzung im Ausland

Jodel: So funktioniert die Werbung auf der App

Die Nutzer- und Zielgruppe der App Jodel besteht nahezu vollständig aus Studierenden und Berufseinsteigern, die deutlich unter 30 Jahren alt sind. Dabei handelt es sich um Verbraucher, die mit großer Wahrscheinlichkeit in wenigen Jahren als gut verdienende Akademiker ein überdurchschnittlich hohes Einkommen erzielen und eine ausgeprägte Konsumneigung aufweisen werden. Diese Eigenschaften der Online-Community macht Jodel für die Schaltung von Werbung besonders attraktiv. Werbebotschaften können anhand der bei der Anmeldung zu hinterlegenden Daten zielgruppengenau lanciert werden. Tatsächlich haben Analysen gezeigt, dass Werbetreibende bei Jodel von einer hohen Durchdringungsrate profitieren und eine überdurchschnittlich große Interaktionsfrequenz erreichen.

Jodel bietet Unternehmen zwei Alternativen für die Präsentation ihrer Werbung an: Jodel-Display veröffentlicht Werbe-Inhalte als Ad im Bilder-Feed und eignet sich hervorragend für überregionale Werbung. Die Jodel–Litfaßsäule wurde dagegen für lokale Werbetreibende konzipiert: Auf ihr können digitale Anzeigen veröffentlicht werden. Der User hat die Möglichkeit, eine Werbemitteilung per Down-Voting verschwinden zu lassen. Diese Funktion stellt gleichzeitig ein unmittelbares Feedback für die Autoren der Werbebotschaft dar, auf das sie schnell durch Modifikationen reagieren können.

Jodel: Bisherige Werbeaktionen

Mehrere bekannte Unternehmen nutzen Jodel bereits erfolgreich. So schaltete beispielsweise der Autovermieter Sixt eine Kampagne auf Jodel: Unter dem Slogan „Fahr wie ein Justus und zahl wie ein Kevin“ bewarb er sein Leihwagen-Angebot. Dabei ist „Justus“ auf Jodel die gängige Abkürzung für Jura-Studenten, „Kevin“ steht für junge Männer mit bildungsfernem Hintergrund. Unter anderem haben auch die folgenden Konzerne Werbeaktionen auf Jodel durchgeführt:

  • Lufthansa
  • Spotify
  • Netflix

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