Per Mausklick durch den Supermarkt

Lebensmittel übers Internet bestellen - der tz-Test

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Alles da, das Gemüse frisch: Die tz-Testerinnen Christina Meyer (l.) und Ingrid Flink sind begeistert.

München - Eier, Brot und Wurst aus dem Supermarkt im Internet bestellen? Die tz erklärt, wo man schon jetzt online Lebensmittel einkaufen kann und wie das Ganze funktioniert. Zwei Redakteurinnen haben das Angebot außerdem einem Test unterzogen.

Eier, Brot und Wurst aus dem Supermarkt im Internet bestellen? Zwar laufen in Bayern derzeit nur etwa 0,4 Prozent der Lebensmittelumsätze online. Doch das wird sich in den kommenden Jahren deutlich ändern. Matthias Zwingel, Vizepräsident des Handelsverbands Bayern (HBE): „Viele Experten gehen davon aus, dass der Anteil bis 2020 bis auf 20 Prozent steigt.“

In anderen europäischen Ländern, die ein groberes Netz an Lebensmittelgeschäften haben, ist es längst normal, frische Ware über das Internet zu bestellen. „Zeit und Bequemlichkeit werden dazu führen, dass auch bei uns immer mehr Menschen ihre Lebensmittel online einkaufen“, sagt Zwingel. Schon jetzt bieten große Supermarktketten und verschiedene Online-Portale den Einkauf per Mausklick an – gegen eine Liefergebühr werden die Einkäufe binnen einem und drei Tagen direkt an die Haustür geliefert.

Internet und Digitalisierung werden den Lebensmittelhandel in den nächsten Jahren also gewaltig verändern. Ein Service für die Verbraucher – Experten befürchten aber, dass der Online-Handel kleinere Lebensmittelgeschäfte bedroht. Einen neuen Rekord gibt’s unterdessen: Der bayerische Lebensmitteleinzelhandel erzielte 2014 einen Umsatz von 26 Milliarden Euro – 2,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die tz erklärt, wo man schon jetzt online Lebensmittel einkaufen kann und wie das Ganze funktioniert:

Die wichtigsten Anbieter im Überblick

Schon jetzt bieten Supermärkte und Online-Portale den Lebensmitteleinkauf übers Internet an – in der Regel zu Ladenpreisen, bezahlt wird per Kreditkarte, Lastschrift, Paypal oder Rechnung. Einige Anbieter im Überblick:

  • Rewe: Ersten drei Bestellungen gratis, dann Lieferung 2,90 bis 4,90 Euro pro Bestellung vor die Wohnungstür (ab 100 Euro kostenfrei). Mindestbestellwert: 40 Euro, maximal sieben Getränkekisten pro Bestellung (ab dritter Kiste 1 Euro Aufschlag pro Kiste). Leergut wird abgeholt (www.shop.rewe.de).
  • Edeka: Liefert für 3,95 Euro deutschlandweit abgepackte Ware, ab 75 Euro frei. Kein Mindestbestellwert (www.edeka24.de).
  • ShopWings: Nach Eingabe der Postleitzahl wählt man den gewünschten Laden aus, z.B Aldi oder Lidl. Erste Bestellung gratis, dann 4,90 Euro bis vor die Haustür. Lieferung ab zwei Stunden nach Einkauf. Mindestbestellwert 20 Euro (www.shopwings.de).
  • allyouneed.com: Lieferung 4,90 Euro, ab 40 Euro versandkostenfrei. Kein Mindestbestellwert, Aufschlag für (Tief-)Kühlware 4,90 Euro pro Bestellung.
  • food.de: Lieferung 5 Euro, kein Mindestbestellwert.
  • lebensmittel.de: Pro Lieferung 4,90 Euro, ab 40 Euro Einkaufswert frei. Kein Mindestbestellwert, für Tiefkühlprodukte kommen 4,90 Euro obendrauf. Ab 25 Kilo Gewichtszuschlag von 20 Cent pro Kilo.
  • mytime.de: Kein Mindestbestellwert, Lieferung zwischen 2,99 und 4,99 Euro (ab 65 Euro kostenfrei). Frischeaufschlag von 4,99 Euro für (Tief-)Kühlartikel, Pfand für Frischebox 5 Euro.

Lebensmittel im Internet kaufen: Die tz hat’s ausprobiert

Am PC klickt man sich bequem durchs Angebot des Supermarkts im Internet.

Für unser Experiment wählen wir den Online-Dienst ShopWings. Erst Postleitzahl eingeben, dann erscheint eine Liste der Supermärkte, bei denen die Kunden einkaufen. Wir nehmen Aldi und klicken uns ganz einfach durch’s Sortiment. Die 20 Euro Mindestbestellwert haben wir schnell zusammen: Obst, Gemüse, Steaks, ein Six-Pack Wasser, Waschmittel und für die Redaktion ein bisserl was zu Naschen. Die Preise sind genauso hoch wie im Supermarkt, nur Sonderangebote sind nicht dabei. Nach wenigen Minuten sind wir fertig und zahlen per Kreditkarte.

Vor dem vereinbarten Liefertermin am nächsten Morgen klingelt das Telefon. Unsere Einkäuferin ruft direkt aus dem Aldi an: Das Waschmittel und die Riesenpackung Gummibärchen gibt es nicht, sie schlägt aber gleich Alternativen vor. Eine halbe Stunde später bringt eine junge Frau unsere Einkäufe in zwei Tüten in die Redaktion. Wir sind begeistert: Alles da, der Kopfsalat ist knackig, die Tomaten und Trauben sind frisch und makellos.

Unser Fazit: Zwar fehlt das typische Einkaufserlebnis, trotzdem ist der Online-Supermarkt durchaus eine Option. Für die Lieferkosten von 4,90 Euro (erste Bestellung gratis) spart man sich den Ladenbesuch samt Schlangestehen und Geschleppe – und die Anfahrt!

Christina Meyer

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