Android-Handy

Das Made-in-Germany-Smartphone Gigaset GS185 im Test

Auf dem GS185 läuft ein pures Android 8.1 ohne Software-Schnickschnack vom Hersteller. Foto: Robert Günther
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Auf dem GS185 läuft ein pures Android 8.1 ohne Software-Schnickschnack vom Hersteller. Foto: Robert Günther
Nachtblauer Aluminiumkörper, durchbrochen von zwei Kunststoffbändern für die Antennen: Äußerlich erinnert das GS185 an das iPhone 6. Foto: Robert Günther
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Nachtblauer Aluminiumkörper, durchbrochen von zwei Kunststoffbändern für die Antennen: Äußerlich erinnert das GS185 an das iPhone 6. Foto: Robert Günther
Große Hände von Vorteil: Der Fingerabdrucksensor auf dem GS185 ist recht weit oben positioniert. Foto: Franziska Gabbert
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Große Hände von Vorteil: Der Fingerabdrucksensor auf dem GS185 ist recht weit oben positioniert. Foto: Franziska Gabbert
Das "Made in Germany" ist auf dem nachtblauen Metallgehäuse deutlich zu sehen. Foto: Robert Günther
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Das "Made in Germany" ist auf dem nachtblauen Metallgehäuse deutlich zu sehen. Foto: Robert Günther
Leicht veraltet ist der Micro-USB-Anschluss Typ B. Ein 3,5-Millimeter-Klinkenstecker findet sich an der Oberseite des GS185. Foto: Robert Günther
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Leicht veraltet ist der Micro-USB-Anschluss Typ B. Ein 3,5-Millimeter-Klinkenstecker findet sich an der Oberseite des GS185. Foto: Robert Günther

Selten klang ein Telefon unauffälliger als das Gigaset GS185. Der Mittelklasse-Androide hat aber einige interessante Details unter der Haube - und wird in Bocholt im Münsterland zusammengeschraubt. Was leistet das Made-in-Germany-Gerät im Alltag?

Bocholt (dpa/tmn) - "GS185 - Made in Germany" steht ganz klein auf der nachtblau-metallischen Rückseite des Smartphones von Gigaset. Der mit 179 Euro sehr günstige Mittelklasse-Androide läuft im niederrheinischen Bocholt, im westlichen Münsterland, vom Band.

Hier schrauben hochmoderne Industrieroboter und einige Facharbeiter die in Fernost hergestellten Einzelteile für das Smartphone mit Metallgehäuse und 5,5 Zoll großem HD-Bildschirm (720 zu 1440 Pixel) zusammen. Die Menschen erledigen dabei überwiegend Qualitätskontrolle und Verpackung, 70 Prozent der Arbeit ist automatisiert.

Rein optisch ist das Made-in-Germany-Smartphone unauffällig. Gigasets Marketing preist es als das Smartphone für "Qualitätsspießer" an - mit hemdsärmeligem Gartenzwerg. Das Aluminiumgehäuse hat sanft gerundete Kanten, die Rückseite wird von zwei Kunststoffbändern durchbrochen, damit die Antennen nicht hinter Metall sitzen. Außerdem gibt es einen recht weit oben positionierten Fingerabdrucksensor. Alles in allem erinnert das Design ein wenig an Apples iPhone 6.

Im Inneren des GS185 steckt erprobte Technik. Ein Vierkernprozessor von Qualcomm mit LTE, 16 Gigabyte (GB) Speicherplatz und 2 GB Arbeitsspeicher. Mit WLAN-Netzen verbindet sich das GS185 nur über das 2,4-Gigahertz-Band, Strom und Datenaustausch erfolgt über den veralteten Micro-USB-Anschluss Typ B. Bei den meisten neueren Android-Modellen ist mittlerweile USB-C Standard.

Keine sonderlich beeindruckende Hardware also. In Verbindung mit dem sehr aktuellen Android 8.1 genehmigt sich das GS185 im Alltag an vielen Stellen eine kaugummizähe Viertelsekunde extra für viele Aktionen. Das Telefon per Fingerauflegen zu entsperren, dauert einen Augenblick, der Kamera-Start auch, ebenso die Ladezeiten für aufwendige Spiele-Apps. Wirklich schlimm auffällig ist das aber nur im Vergleich zu aktuellen Spitzenmodellen.

Einen gemischten Eindruck hinterlässt die Kamera. Der 13-Megapixel-Sensor und die simple, aber praktische Kamera-App liefern an sich gute Ergebnisse. Die Bilder sind scharf, die Kontraste deutlich. Vor allem im HDR-Modus schießt das GS185 überraschend schöne Fotos. Auch der Porträtmodus für Bilder mit Hintergrund-Unschärfe funktioniert tadellos.

Einziges Problem: Manchmal löst die Kamera unverzüglich aus, bei anderen Bildern genehmigt sie sich eine Sekunde oder braucht etwas länger, um den richtigen Fokus zu finden. Ein richtiges System dahinter lässt sich nicht erkennen. Für Selfies ist an der Vorderseite ebenfalls ein 13-Megapixel-Kamerasensor mit LED-Blitz installiert.

Aber genug gewundert, denn trotz mancher mit dem geringen Kaufpreis verbundener Einbußen macht das GS185 durchaus eine gute Figur. Der mit 16 GB sehr knapp bemessene interne Speicher lässt sich um 256 GB erweitern, außerdem ist das Gerät Dual-SIM-fähig, kann also mit zwei SIM-Karten bestückt werden.

Der Hauptsteckplatz unterstützt auch Voice over LTE und Voice over Wifi, kann also Telefongespräche auch über das LTE-Netz und WLAN-Netze abwickeln. Das ist vor allem dann praktisch, wenn der eigene Netzbetreiber am Wohnort oder Arbeitsplatz nur ein schwaches Signal hat. Hinzu kommt ein mit 4000 Milliamperestunden reichlich bemessener Akku und ein Klinkenstecker für Kopfhörer oder das mitgelieferte Headset.

Ein weiteres interessantes Detail ist das Betriebssystem. Gigaset verwendet hier pures Android von Google, ohne es mit einer eigenen Oberfläche zu verzieren. Das sorgt für wenig aufregende Optik, dafür ist aber alles auf dem neuesten Stand. Ab Werk wird das GS185 mit dem aktuellen Android 8.1 ausgeliefert, manches Oberklasse-Modell zum vierfachen Preis ist noch nicht auf diesem Software-Stand.

Fazit: Nein, wirklich aufregend ist das Gigaset GS185 nicht. Muss es auch nicht sein. Es liefert vielmehr ein rundes Gesamtpaket mit langer Laufzeit, ausreichender Leistung und schlichter Eleganz. Dazu gibt es ein topaktuelles Betriebssystem und ein paar pfiffige Details zu einem sehr konkurrenzfähigen Preis von 179 Euro. Allen anfänglichen Zweifeln zum Trotz vermisst man nach einer Woche mit dem GS185 kaum eine Funktion des sonst genutzten Google-Smartphones für 900 Euro. Das GS185 ist eine Reduktion auf das Wesentliche und reicht für die meisten Nutzer vollkommen aus.

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