Mark Zuckerberg kündigt an

Facebook will massiv in seine Sicherheit investieren

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Facebook-Chef Mark Zuckerberg: Der Schutz der Facebook-Nutzer ist "wichtiger als die Profitmaximierung",

Facebook hat erneut einen satten Quartalsgewinn eingefahren und zugleich massive Investitionen gegen den Missbrauch des Netzwerks angekündigt. Chef Mark Zuckerberg fand deutliche Worte.

San Francisco - Das Unternehmen werde so viel Geld für seine Sicherheit ausgeben, dass sich das auf die Rentabilität auswirken werde, sagte Firmenchef Mark Zuckerberg am Mittwoch. Der Schutz der Facebook-Nutzer sei "wichtiger als die Profitmaximierung". Das Netzwerk steht wegen Manipulationsversuchen und Desinformationskampagnen politisch unter Druck.

Vertreter der führenden US-Internetkonzerne Facebook, Google und Twitter waren in den vergangenen Tagen vom Kongress zur mutmaßlichen russischen Einflussnahme auf den US-Wahlkampf befragt worden, die über die jeweiligen Plattformen erfolgt sein soll. Allein Facebook geht davon aus, dass zwischen 2015 und 2017 bis zu 126 Millionen Nutzer in den USA von russischen Quellen veröffentlichte Kommentare, Berichte und andere Inhalte erhielten. Moskau bestreitet derartige Manipulationsversuche.

"Wir meinen es ernst damit, Missbrauch auf unseren Plattformen zu verhindern"

"Wir meinen es ernst damit, Missbrauch auf unseren Plattformen zu verhindern", erklärte Zuckerberg am Mittwoch. Zu Facebook gehört auch der Bilderdienst Instagram. Die "Gemeinschaft" der Nutzer wachse und das Geschäft laufe gut, sagte Zuckerberg. "Aber das spielt keine Rolle, wenn unsere Dienstleistungen in einer Art und Weise ausgenutzt werden, die die Leute nicht zusammenbringt." Es mache ihn wütend, dass Russland das Netzwerk benutzt habe, um Zwist zu säen.

Zahlenmäßig steht das Netzwerk gut da: Der Gewinn im dritten Quartal betrug 4,7 Milliarden Dollar (rund vier Milliarden Euro), das waren 79 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Erstmals übersprang Facebook außerdem die Umsatzschwelle von zehn Milliarden Dollar - im dritten Quartal setzte das Unternehmen 10,3 Milliarden Dollar um, 47 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Die Zahlen lagen damit über den Erwartungen der Märkte.

Facebook hat mittlerweile 2,07 Milliarden aktive Nutzer und damit 16 Prozent mehr als vor einem Jahr. Allerdings schätzt das Netzwerk, dass zehn Prozent der Nutzerkonten doppelte Accounts sind, die Teilnehmer also zwei verschiedene Profile nutzen. Außerdem dürften bis zu drei Prozent der Konten Fake-Accounts sein. Facebook stellte zuletzt außerdem eine Reihe neuer Mitarbeiter ein. Derzeit arbeiten bei dem Unternehmen knapp 23.200 Menschen, das sind 47 Prozent mehr als im Vorjahr.

Finanzdirektor Dave Wehner kündigte 2018 als "wichtiges Jahr der Investitionen" an. Das werde zu höheren Ausgaben und einem schwächeren Umsatzwachstum führen, fuhr er fort. Facebook wolle unter anderem in künstliche Intelligenz investieren, um problematische Inhalte zu identifizieren, seine Datencenter ausbauen und die Videosparte weiterentwickeln.

AFP

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