"Media Markt"-Prozess

Das war auch den Richtern zu blöd

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Satire oder bloß blöd? Die Richter rieten den Parteien zu einem Vergleich

München - Der Kölner Heilpraktiker Rainer K. nimmt seit Jahren auf seiner Webseite media-bloed.de den Media Markt aufs Korn. Das Handels-Imperium schlug jetzt zurück.

Blöd gelaufen: Der Kölner Heilpraktiker Rainer K. nimmt seit Jahren auf seiner Webseite media-bloed.de den Media Markt (Werbespruch: „Ich bin doch nicht blöd“) aufs Korn. Das Handels-Imperium schlug jetzt zurück.

Wer die Seite anklickt, dem fällt (noch) der Satz ins Auge: „Das gibts zum Kotzen“. Für Andreas Dustmann, den Anwalt der klagenden Media-Saturn-Holding GmbH, ist der Inhalt schlicht „verunglimpfend und herabwürdigend“. Er forderte, dass die Seite vom Netz verschwindet. Kohnens Anwalt Wilhelm Achelpöhler dagegen: „Es werden keine Markenrechte verletzt.“ Außerdem beruft er sich auf die künstlerische Freiheit: „Das ist Satire.“ Was die Kunstfreiheit betrifft, vertrat der Vorsitzende Richter Lars Meinhardt die gegenteilige Meinung: „Mir fehlt die künstlerische Auseinandersetzung.“ Im Klartext: Das ist ihm zu blöd.

Sollte es zu einem Urteil kommen, so Meinhardt weiter, „kämen wir zu dem Schluss, dass dieser Auftritt zu verbieten ist“. Er riet dringend zu einem Vergleich, der dann auch geschlossen wurde: Kohnen wird verpflichtet, auf seiner Seite alles zu löschen, was den Betrachter an den Media Markt erinnern könnte! Ein klarer Sieg für den Elektro-Riesen.

K. selbst war nicht da, er sonnt sich auf einer Karibik-Insel.

Eberhard Unfried

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