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Hohn und Buhrufe für Lars von Triers Cannes-Beitrag „Antichrist“

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Horrorfilm mit Therapiefaktor: Lars von Triers „Antischrist“ schockierte das Publikum.

Das schreiben die Anderen: Reaktionen beim Filmfest, indonesisches Flugzeug mit 100 Passagieren stürzt ab und Kritik an Ärzteforderung nach einer Prioritätenliste.

„Antichrist“ schockiert Cannes

Regisseur Lars von Trier („Dogville“) wurde für seinen Wettbewerbsbeitrag „Antichrist“ von den Zuschauer in Cannes nicht nur ausgebuht, sondern auch ausgelacht. Zu recht, meint die Kölnische Rundschau, denn das Horrorwerk sei „an Frauenverachtung kaum zu überbieten“.

Die Süddeutsche Zeitung ist vorsichtiger in ihrem Urteil, ist doch Lars von Trier der „dänische Maniac des Autorenfilms“, der sich mit seinem Film auch immer ein wenig selbst therapiert. „Wer von ‘Breaking the Waves‘ verstört, von ‘Dogville‘ schockiert war, muss hier entweder fliehen, seine Empfindungen abschotten, sich mit Hohngelächter oder heftigen Buhrufen schützen - oder er ist am Ende dieses Horrortrips reif für die Therapie“, schreibt die SZ über den Film, in dem ein Elternpaar über den Tod ihres Sohnes den Boden unter den Füßen verlieren. Die Zeitung kommt zu keinem abschließenden Urteil - „aber im Augenblick fühlt es sich seltsam befriedigend an, Teil dieses sehr intimen Austauschs gewesen zu sein.“

Indonesisches Flugzeug abgestürzt

In Indonesien ist am Mittwoch ein Flugzeug mit 112 Menschen an Bord abgestürzt. An Bord waren Soldaten, ihre Ehefrauen und Kinder. Die Zahl der Toten wird mit 79 angegeben - es sollen sich aber noch Leichen in dem Wrack befinden, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Die Maschine ist aus bisher ungeklärten Gründen auf Ost-Java abgestürzt.

Entrüstung über Prioritätenliste der Ärzte

Gesundheitsministerin Ulla Schmidt ist nicht die einzige, die wütend ist über den Ärztepräsident Jörg-Dietrich Hoppe. Er hatte wegen der knappen Finanzen im Gesundheitssystem nach einer Prioritätenliste verlangt - danach würde die Behandlung bestimmter Krankheiten vorrangig erklärt. Schmidt warf Hoppe vor, die Prioritätenliste habe „wenig mit unseren humanitären Ansprüchen zu tun“, zitiert Welt Online.

Doch fordert Hoppe die Liste wirklich oder will er nur provozieren? Die Tagesschau schreibt, ihm sei bewusst, dass er mit den Vorschlägen ein Tabu breche. „Eigentlich seien die Ärzte gegen Leistungskürzungen. Mit seinen Thesen wolle er ‘eine Diskussion provozieren, in der die Politik Farbe bekennen muss‘“. Bereits heute werde im Gesundheitssystem rationalisiert - ein Zustand, über den die Politik hinwegtäusche.

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