Redakteurin tappt in die Falle

Fiese Internet-Abzocke: So ging ich Betrügern ins Netz

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Internet-Abzocker sind besonders dreist.

Häufig tappen Menschen in die Fallen von Internet-Abzockern. Die Ganoven sind äußerst geschickt. Betroffene schämen sich oft im Nachhinein, weil sie die Anzeichen nicht gesehen haben.

München - Jetzt hat es auch mich erwischt! Ich, tz-Redakteurin Daniela Schmitt (36), bin in eine fiese Falle im Internet getappt. Meine Kreditkartendaten sind jetzt in den Händen von Betrügern und ich habe Angst um mein Geld.

Halber Preis zu verlockend - Betrugs-Anzeichen übersehen

Alles begann damit, dass ich ein Kleid für eine Hochzeit brauchte. Das Traumkleid war schnell gefunden – auf der Internetseite einer bekannten Modefirma. Schade! Meine Größe war nicht mehr verfügbar. Ich habe das Kleid gegoogelt – und fand es in den Weiten des Netzes. Der Shop hatte zwar einen komischen Namen: Dr. Voelker Düsseldorf. Aber als ich gesehen habe, dass es um die Hälfte billiger war, waren alle Bedenken verflogen. 

Ich zückte meine Kreditkarte, gab die Daten ein. Fehlermeldung auf Englisch! Komisch. Ich gab die Daten noch mal ein. Wieder: Zahlung fehlgeschlagen. Mir wird mulmig. Ich klicke durch den Shop. Keine Adresse. Keine Telefonnummer. Nicht mal eine E-Mail-Adresse. Nur ein Kontaktformular. Ich schreibe hin. Bis heute keine Antwort.

Internetbetrug - Experte warnt: „Es ist ein Milliardengeschäft für Kriminelle“

Abends las ich mir die Seite noch mal in Ruhe durch und stieß auf Sätze wie „Melden Sie sich mein Konto an.“ Die Seite strotzte vor Fehlern! Typisch für einen Fake-Shop, eine betrügerische Verkaufsplattform. Die fiese Masche: Verbraucher bestellen Ware, die sie bezahlen, aber nie erhalten. Die Fotos und Beschreibungen sind von echten Seiten zusammengeklaut. 

„Es ist ein Milliardengeschäft für Kriminelle, das rasend schnell wächst“, warnt Kai Sommer vom Internetportal onlinewarnungen.de (s. Interview). Auch die Münchner Polizei schlägt Alarm: „Der Webshop-Betrug zählt zu den häufigsten Maschen bei der Internetkriminalität. Wir gehen von einer sehr hohen Dunkelziffer aus“, so ein Sprecher.

Opfer schämen sich - Experte erklärt: „Die Ganoven sind äußerst geschickt“

Viele Opfer schämen sich. Auch ich kann nur den Kopf über mich schütteln. Es gab klare Anzeichen für den Betrug. Aber Experte Sommer erklärt: „Die Ganoven sind äußerst geschickt. Gerade die Chinashops sind darauf spezialisiert, Produkte aufzunehmen, die es sonst nicht mehr gibt.“ So wie mein Kleid! Meine Kreditkarte ließ ich gestern Abend noch sperren. Jetzt kann ich nur hoffen, dass die Ganoven damit noch keinen Unfug getrieben haben...

das

Nicht nur beim Online-Shopping gibt es Betrüger. Auf eine fiese Betrugsmasche fielen etliche Frauen aus Deutschland herein. Eine von ihnen kommt aus München, sie stieß in einem Dating-Portal auf die Täter.

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