Soll ich meine Musik mieten?

Streaming-Dienste: So funktionieren Spotify, Deezer & Co.

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Streaming-Dienste bieten eine riesige Musik-Auswahl für Handy oder Computer.

München - Während der Technikwochen in der tz versorgt Sie unser Experte Jörg Heinrich mit Tipps rund um aktuelle Trends! Heute beantwortet er die wichtigsten Fragen zu den beliebten Streaming-Diensten für Musik:

Viele Musikfans haben sich erst in den letzten Jahren von LP und CD verabschiedet, sind auf MP3 umgestiegen. Sie laden die neuesten Hits für 99 Cent oder die aktuellsten Alben für 9,99 Euro bei iTunes – um sie dann auf Smartphone oder Tablet zu hören. Was vor ein, zwei Jahren noch topmodern war, ist mittlerweile ein alter Hut. Wer hip sein will, kauft seine Musik nicht mehr, sondern mietet sie bei Streamingdiensten wie Spotify, Simfy, Deezer oder Napster. Für rund zehn Euro im Monat haben Sie dann Zugriff auf beinahe alle Musik, die Sie sich nur wünschen können – die Flatrate für die Ohren.

  • Welche Anbieter gibt es? Nummer 1 ist Spotify, eine Firma aus Schweden. Für 9,99 Euro im Monat haben Sie auf Handy, Tablet oder Computer rund 16 Millionen Songs zur Auswahl. Zudem ist Spotify der einzige Anbieter mit einem Gratis-Tarif. Mit Spotify Free müssen Sie nichts bezahlen, hören dafür aber nach jedem Song Werbung. Das trübt den Musikgenuss doch gewaltig. Die Konkurrenten bieten vergleichbare Preise zwischen 9,45 Euro (Simfy) und 9,99 Euro (Deezer). Alle Anbieter werben mit Millionen von Songs – ob 15 oder 20 Millionen, ist aber kein echtes Kriterium. Die Musikqualität liegt auf der höchsten Stufe (meist 320 kbit/s) zumindest auf iTunes-Niveau.

Viele Musik-Streaming-Dienste bieten Probe-Abos an

  • Welche Musik kann ich hören? Generell gilt: Gängiger Pop und Rock ist fast lückenlos vertreten, in Randbereichen gibt es Defizite. Und einige Superstars wie die Beatles, AC/DC, die Ärzte oder Country-Prinzessin Taylor Swift verweigern sich den Streamingdiensten generell. Sie halten die Schnäppchenmusik (nicht ganz zu Unrecht) für eine Ausbeutung der Künstler. Wenn Sie auf eine spezielle Musikrichtung oder besondere Bands stehen, sollten Sie vorab prüfen, welcher Anbieter für Sie am meisten auf Lager hat. Dank einfacher Bedienung und prima Musikempfehlungen liegt Spotify weltweit ganz vorne. Wenn Sie sich unter spotify.de anmelden, können Sie 30 Tage kostenlos testen, ob Ihnen die Flatrate zusagt. Auch bei den anderen Firmen gibt es Probe-Abos.
  • Wie funktioniert die Musik-Miete? Streaming bedeutet: Sie müssen die Songs gar nicht erst auf Ihren Rechner laden – denn mit einem Klick strömt die Musik ohne Wartezeit auf Smartphone, Tablet oder Computer. Wenn ein neues Topalbum erscheint, müssen Sie sich keine Gedanken mehr machen, ob Sie zehn Euro dafür ausgeben wollen. Sie klicken die Platte einfach in Ihrem Abo-Programm an – als ob sie auf Ihrer Festplatte liegen würde. Das ist praktisch, hat aber auch Nachteile. Denn eine gekaufte MP3-Datei gehört Ihnen für immer, Sie können die Musik auf CD brennen oder an Freunde weitergeben. Das geht mit der Mietmusik nicht. Wenn Sie Ihr Abo kündigen oder wenn der Anbieter pleitegeht, bleiben Ihre Lautsprecher stumm. Eine Musiksammlung können Sie sich so nicht mehr aufbauen. Echte Musikfans tun sich deshalb mit Spotify & Co. schwer. Doch wenn Sie einfach nur die neueste Musik hören wollen, wie vom Radio gewohnt, lohnt sich das Abo.
  • Was passiert, wenn ich nicht im Internet bin? Hierfür gibt es einen Offline-Modus. Sie können eine bestimmte Anzahl von Stücken (bei Spotify sind es 3333) auf Ihr Gerät laden und so auch ohne Internet-Verbindung hören. Das ist zum Beispiel im Urlaub ideal, um Roamingkosten zu vermeiden. Aber auch heruntergeladene Musik können Sie weder brennen noch an andere weitergeben oder nach dem Ende Ihres Abos weiterhin hören.

Drei Apps rund um die Internet-Musik

  • Djay 2: Die weltweit beliebteste DJ-App spielt jetzt auch Songs von Spotify. Wenn Sie auf der nächsten Fete für Musik sorgen sollen, haben Sie Millionen von Titeln zur Auswahl. (Für iOS und Android, 9,99 Euro)

  • Musixmatch Songtexte: Was Spotify & Co. fehlt, sind die Songtexte. Mit dieser App blenden Sie die Texte ein. (Für iOS und Android, gratis)

  • SoundCloud: Es müssen nicht immer die Superstars aus iTunes und Spotify sein. SoundCloud ist die spannendste App, um neue Musik zu entdecken. (Für iOS und Android, gratis)

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