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Was sich ändert

Neue Datenregeln bei Facebook: Was Sie nun tun können

München - Wer sich ab Freitag bei Facebook anmeldet, stimmt den neuen Nutzungsbedingungen zu – ein Widerspruch gegen die Regelung ist nicht möglich. Die tz erklärt, was sich jetzt für Facebook-Nutzer ändert.

Am Freitag beginnt für die Nutzer des Online-Netzwerks Facebook eine neue Zeitrechnung. Ab dem 30. Januar gelten für sie neue Nutzungsbedingungen – und die sind heftig umstritten. Am Mittwoch musste sich sogar Lord Richard Allan, der für die Kontakte des Netzwerks zur Politik in Europa zuständig ist, vor dem Rechtsausschuss des Bundestages erklären. Zugeständnisse: Fehlanzeige.

Der Kern der Änderung: Facebook will das Verhalten seiner Nutzer noch stärker als bisher überwachen. Wer sich ab Freitag bei Facebook anmeldet, stimmt den neuen Regeln zu – ein Widerspruch gegen die Regelung ist nicht möglich. Die tz erklärt, was sich jetzt für Facebook-Nutzer ändert.

Warum ändert Facebook seine Nutzungsbedingungen?

Es geht ums Geld. Zwar will Facebook von seinen Mitgliedern bei der Anmeldung kein Geld sehen, trotzdem möchte das Unternehmen möglichst viel Geld mit seinem Netzwerk verdienen. Facebook-Nutzer zahlen den Service deshalb mit der Preisgabe ihrer Daten. Facebook verdient sein Geld mit Werbung – und damit die möglichst exakt und im Sinne der (zahlenden) Werbe-Kunden auf die Interessen der Nutzer abgestimmt werden kann, werden jetzt die Nutzungsbedingungen geändert. Es gilt der Grundsatz: Je mehr Facebook über den Nutzer weiß, desto mehr Geld kann es für diese Informationen von seinen Werbekunden verlangen.

Wie durchleuchtet Facebook seine Nutzer bisher? 

Bisher stützt sich das Netzwerk hauptsächlich auf die „Gefällt mir“-Angaben und die weiteren Aktivitäten innerhalb des Netzwerks. Allerdings ist es dem Unternehmen auch heute schon möglich zu verfolgen, welche Internetseiten ein eingeloggter Nutzer besucht. Das funktioniert so: Facebook speichert die Nutzer-Kennung jedes Nutzers auf dessen PC in einer kleinen Text-Datei, einem so genannten Cookie (dt.: Keks). Wer eine Seite besucht, auf der eine „Gefällt-mir“-Schaltfläche von Facebook eingebunden ist, wird diese Seite in dem Cookie gespeichert. Ob man tatsächlich „Gefällt mir“ drückt oder nicht ist dabei unerheblich.

 Was ändert sich in Zukunft? 

„Facebook lässt sich erlauben, alle Nutzungsinformationen zu erheben und zu nutzen“, erklärt die Rechtsanwältin Sabine Petri. Denn für Werbekunden hatte sich das Netzwerk bisher auf die Netzwerk-internen Daten verlassen, die restlichen Daten durfte es nicht nutzen. Jetzt will das Unternehmen sein Wissen vergolden. In Zukunft soll es so sein: Besucht ein Mitglied die Seite eines Hotels in Kopenhagen, dann wird er auf seinem Facebook-Profil verstärkt Anzeigen rund um den Urlaub in Dänemark erhalten. Außerdem erhält die Facebook-App fürs Smartphone Informationen über das Verhalten der Nutzer in anderen Apps.

Was soll sich noch ändern? 

Facebook will nicht nur die Interessen der Nutzer stärker für Werbezwecke nutzen, sondern auch deren Standort. Wer das Netzwerk von unterwegs über das Smartphone nutzt, soll zu seiner Umgebung passende Werbung eingeblendet bekommen. Wenn ein Nutzer eine erkennbare Vorliebe für chinesisches Essen hat, dann kann ihm das Netzwerk den Chinesen um die Ecke anbieten. Für Werbetreibende eine interessante Möglichkeit.

Was kann ich tun, wenn mir die neuen Regeln nicht passen? 

Wer Facebook weiter nutzt, stimmt den Regeln zu. Ein Widerspruch ist nicht möglich – auch nicht dadurch, dass man ein Bild veröffentlicht, mit dem man Facebook mitteilen will, dass man mit den neuen Bedingungen nicht einverstanden ist. Allerdings können die Nutzer dem Unternehmen seine Datensammelei ein wenig erschweren. Eine Möglichkeit: Schalten Sie im Browser die Möglichkeit, Cookies anzulegen ab. Der Nachteil: Viele Internetseiten funktionieren nur mit Cookies, das Surfen wird so deutlich unbequemer. Ein Trick: Wer für Facebook einen anderen Browser als für seine sonstigen Internettätigkeiten nutzt, lässt die Cookies ins Leere laufen. Eine weitere Möglichkeit: Melden Sie sich von Facebook ab, wenn Sie das Netzwerk nicht nutzen. Denn nur der eingeloggte Nutzer ist für das Unternehmen auch transparent. Wer nicht will, dass Facebook seinen Standort kennt, muss die GPS-Verbindung kappen. Beim iPhone geht das gezielt für die Facebook-App, bei Android muss man die GPS-Ortung generell abschalten. Nur wer sein Facebook-Profil löscht, kann der Datensammelwut komplett entgehen. Eine positive Änderung hat Facebook immerhin parat. Nutzer können Werbeanzeigen jetzt auf ihre Relevanz hin bewerten. Dazu wird auch sichtbar gemacht, in welche Zielgruppe Facebook die Nutzer einordnet.

Mk.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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