Schon 200 Opfer in Bayern

Neue Masche: Groß-Angriff auf PCs und Konten

München - Das Bayerische Landeskriminalamt warnt vor einer neuen Betrugs-Masche mit Internet-Viren: Angebliche Microsoft-Mitarbeiter versprechen am Telefon die Lösung aller Probleme – und starten damit den Groß-Angriff auf Computer und Konten!

Der PC des Münchners Dieter R. (58, Name geändert) mit dem Betriebssystem Windows-Vista machte zuletzt öfter Ärger. Darum war Ingenieur zunächst freudig überrascht, als er am 19. Dezember einen Anruf vom „Microsoft-Service-Center Kalifornien“ bekam. Die Verbindung über den großen Teich war miserabel, das gebrochene Englisch des Mitarbeiters auch. Aber er hatte wichtige Informationen: Man sehe nämlich soeben eine gravierende Sicherheitslücke im Computer der Familie R. – und die Lösung hatte er auch schon parat: „Er erklärte, das Problem sofort aus der Ferne lösen zu können. Ich war sehr froh“, erzählte der Ingenieur. Er ließ sich also arglos von dem Experten Schritt für Schritt in die unbekannten Tiefen des Windows-Systems führen. Die Diagnose war niederschmetternd: In Alarm-Rot erschien die Anzeige über ein furchterregenden Befall von 2000 (!) Trojanern. Weiter ging die Fernheilung, bis das Feld grün leuchtete und alle Trojaner gelöscht waren.

Was Dieter R. nicht ahnen konnte: Er hatte soeben einem Betrüger einen vollen Zugriff auf sein gesundes Computersystem gestattet. Die Trojaner-Meldung war ferngesteuert. Der Anruf kam auch nicht aus Kalifornien, sondern aus einem Callcenter in Indien. Kaum war der Computer „geheilt“, forderte der Mitarbeiter Geld. „Als er nach meiner Kreditkarte fragte, wurde ich misstrauisch.“ Schon wurde der Ton schärfer. Am Ende drohte der Berater mit der Polizei. Da beendete der Ingenieur das Gespräch sofort. Zum Glück.

Andere Opfer – über 200 sind es nach LKA-Angaben in Bayern bereits – wurden von den Betrügern angewiesen, ihr Online-Banking-System zu öffnen und zwischen 80 bis 200 Euro zu überweisen. Das Geld ist natürlich weg. Zudem spielten die Betrüger Trojaner fürs Online-Banking auf und plünderten heimlich die Konten. Andere Opfer wurden erpresst. Man drohte ihnen, die Festplatte mit allen Daten sofort zu löschen. Keine leere Drohung, weil die Täter tatsächlich Zugriff aufs System haben.

Dieter R. tat das einzig Richtige: Er zeigte den Betrugsversuch bei der Polizei an. Opfern, die Bankdaten preisgaben, rät die Polizei, die Bank zu informieren und ihr Computersystem mit speziellen Programmen zu säubern. Tipps dafür bekommt man bei der Polizei. In manchen Fällen musste sogar die ganze Festplatte gelöscht werden „weil niemand weiß, was die Betrüger tatsächlich installiert haben,“ so LKA-Sprecher Ludwig Waldinger.

Dieter R. gönnte sich mittlerweile auch einen neuen Computer: „Wenn Microsoft mal wieder anruft. lege ich sofort auf.“

Dorita Plange

So erstellen Sie ein sicheres Passwort

Verwenden Sie auch Passwörter wie „Hund“, „Schatz“ oder „Liebling“? Dann hatten Sie bislang wohl einfach nur Glück, dass es noch nicht geknackt worden ist. Hier die wichtigsten Tipps, wie Sie ein sicheres Kennwort erstellen:

Verzichten Sie auf Namen.

Verwenden Sie möglichst viele unterschiedliche Zeichen.

Kreieren Sie für alle Accounts unterschiedliche Passwörter.

Bringen Sie Sonderzeichen mit ein.

Ändern Sie Ihr Passwort in regelmäßigen Abständen.

Speichern Sie es nie unverschlüsselt (in lesbarem Text) auf Ihrer Festplatte.

Verraten Sie es niemandem!

Am besten ist ein rein zufällig erstelltes Passwort. Auf www.sicherespasswort.de gibt es hierfür einen Generator.

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