Zusätzliche Abfragen beim Bezahlen

Online einkaufen wird jetzt komplizierter

+
Shopping-Paradies Internet: Jetzt mit sicherer Einlasskontrolle! Eine neue Vorschrift macht auch biometrische Sicherheitscodes wie Fingerabdruck-Scan oder  Netzhaut-Scans beim Bezahlen möglich.

München - Wer online seine Einkäufe tätigt, muss künftig nicht mehr nur seine Kreditkarteninformationen eingeben. Eine neue Vorschrift verlangt eine genauere Überprüfung der Identität.

Bisher war das Einkaufen bei vielen Internethändlern eine bequeme Angelegenheit: In der Website, zum Beispiel bei Amazon oder Apple, waren die Daten Ihrer Bankverbindung oder Kreditkarte hinterlegt. Sie mussten höchstens noch die Prüfziffer Ihrer Kreditkarte eingeben. Weitere Angaben zur Bezahlung waren – zumindest bei Ihren Stammhändlern – nicht notwendig. Das ändert sich jetzt.

Denn ab sofort gilt eine neue Vorschrift der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Sie verlangt, die Identität bei Online-Bezahlungen genauer zu prüfen. Die neue Regelung trägt den komplizierten Namen „Mindestanforderung an die Sicherheit von Internetzahlungen (MaSi)”. Sie macht dem schnellen 1-Klick-Einkauf den Garaus und erfordert eine weitere Identifikation beim Bezahlen – zum Beispiel einen zusätzlichen Code oder die Angabe der Handynummer. Das soll die Sicherheit erhöhen. Denn selbst mit einer geklauten EC- oder Kreditkarte können Ganoven dann nicht einkaufen, weil ihnen die erforderliche Zusatzinformation fehlt. Wenn Sie künftig beim Onlineshoppen auf solche ungewohnten Fragen treffen, ist das also kein Spam. Viele Händler fürchten allerdings, dass die Kunden das sicherere Bezahlen zu kompliziert finden und den Einkauf vorzeitig abbrechen.

Wie funktioniert das genau?

Die neue Vorschrift lässt den Händlern mehrere Möglichkeiten, die Identität bei Zahlungen per Kreditkarte, Lastschrift, Überweisung und Sofortüberweisung zu prüfen. Am häufigsten dürften ein Passwort, ein bestimmter Code oder auch die Handynummer zum Einsatz kommen. Zwei dieser Abfragen müssen kombiniert werden, zum Beispiel ein Passwort und ein Sicherheitscode, der per SMS auf Ihr Handy geschickt wird. Erlaubt sind auch biometrische Methoden wie Fingerabdruck oder Netzhaut-Scan. Hier könnte zum Beispiel der Fingerabdrucksensor des iPhone zum Einsatz kommen. Welche Angaben Ihr Händler verlangt, dürften Sie bei einem Ihrer nächsten Einkäufe erfahren – je nachdem, wie schnell sich der Onlineshop auf die neuen Vorschriften einstellt. Ganz wichtig: Sie müssen damit rechnen, dass Ganoven die Neuregelung dazu nutzen, mit Spam-Mails Ihre Kundendaten abzugreifen. Fallen Sie auf solche Mails, die sich auf die Änderung beziehen, nicht herein – die Händler werden die nötigen Zusatzinfos garantiert nicht per Mail bei Ihnen abfragen.

Welche Ausnahmen gibt es?

Für Einkäufe mit einem Wert von unter 30 Euro entfällt der zusätzliche Identitätscheck, hier bleibt alles wie gehabt. Auch die Bezahlung auf Rechnung ist nicht betroffen. Zudem kann die Finanzaufsicht BaFin nur Firmen die neue Regelung vorschreiben, die ihren Sitz in Deutschland haben. Die Bezahlung zum Beispiel mit PayPal ist deshalb nicht betroffen, weil das Unternehmen in Luxemburg registriert ist. Sie können sich übrigens mit Ihrer Bank in Verbindung setzen und Händler, denen Sie vertrauen, auf eine „weiße Liste“ setzen lassen. Bei denen entfällt dann auch die zusätzliche Sicherheitsabfrage.

Auch interessant

Meistgelesen

Diesen Fehler beim Laden des Smartphone-Akkus begeht fast jeder
Diesen Fehler beim Laden des Smartphone-Akkus begeht fast jeder
Wie viele Beine hat diese Frau?
Wie viele Beine hat diese Frau?
Siri fällt Wetter-Moderator im Live-TV ins Wort - und widerspricht ihm
Siri fällt Wetter-Moderator im Live-TV ins Wort - und widerspricht ihm
"Mario Kart Tour" führt ungebremst hinter die softe Paywall
"Mario Kart Tour" führt ungebremst hinter die softe Paywall

Kommentare