Dollar macht Smartphones und Tablets immer teurer

Preisschock für Technikfans: Lohnt sich US-Import?

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Werden Smartphones und Tablets jetzt zum Anlegerobjekt?

München - Im Vergleich zu den USA werden hochwertige Smartphones oder Tablets bei uns immer teurer. Die tz verrät, wie Sie sparen können und ob sich ein eigener Import aus den USA lohnt.

Schlechte Nachrichten vor dem Weihnachtseinkauf! Apple schlug gerade bei der Einführung des iPhone 6S gegenüber dem Vorgänger zwischen 40 und 70 Euro drauf. Und Google verlangt für seine neuen Handys aus der Nexus-Reihe bei uns „astronomische Preise“, wie das Fachmagazin giga.de klagt. Hauptgrund ist der schwache Euro – der aber längst nicht alle Preiserhöhungen erklärt.

So rechnen die Hersteller

Noch vor einem Jahr war eine 1:1-Umrechnung üblich, z.B. 749 Dollar/749 Euro. Dann ging der Euro auf Talfahrt, und beim neuen iPhone 6S sehen die Preise so aus: Das gefragteste Modell mit 64 GB kostet in den USA 749 Dollar und bei uns 849 Euro. Laut aktuellem Kurs entsprechen 749 Dollar aber nur 663 Euro – ein satter Aufschlag von 186 Euro. Das teuerste 6S Plus mit 128 GB knackt in Deutschland mit 1069 Euro als erstes iPhone die magische 1.000-Euro-Marke. US-Preis: 949 Dollar (840 Euro).

Woher die Unterschiede?

Dazu muss man zunächst die US-Preise verstehen. Jeder Bundesstaat verlangt eine unterschiedliche „Sales Tax“, eine Mehrwertsteuer, die auf die Preise aufgeschlagen wird. In New York zahlen Sie zum Beispiel 8,88 Prozent (siehe taxrates.com/calculator). Dort werden aus den 749 Dollar fürs iPhone 6S im Laden also 815 Dollar. Bei uns dagegen sind 19 Prozent Mehrwertsteuer in den Preisen enthalten. Die immer größeren Unterschiede lassen sich damit aber auch nicht vollständig erklären. Verdacht: Die Hersteller nutzen den Dollarkurs wie die Tankstellenbetreiber den Rohölpreis als Ausrede für Preiserhöhungen. Indiz: Beim gefragten iPhone 6S schlägt Apple 28 Prozent auf den Dollarpreis drauf, beim iPad Air 2 dagegen nur zehn Prozent.

Wie viel rechnet Google dazu?

Das neue Smartphone Nexus 5X gibt es in den USA ab 379 Dollar, bei uns ab 479 Euro. 379 Dollar entsprechen aber nur 336 Euro. Beim Nexus 6P ist der Unterschied noch größer: In den USA geht’s bei 499 Dollar (442 Euro) los. Deutscher Preis: ab 649 Euro, über 200 Euro mehr. Wenn Apple so umrechnen würde wie Google, würde das zuvor erwähnte iPhone 6S nicht mehr 849 Euro kosten, sondern 974 Euro. Bleibt zu hoffen, dass uns nicht bald solche Preise drohen.

Lohnt sich eigener Import?

Das kommt darauf an, wie hoch der Unterschied zwischen Dollar- und Europreis ist. Angenommen, Sie kaufen in New York ein iPhone 6S mit 64 GB inkl. US-Steuer für 815 Dollar (722 Euro). Bei der Einfuhr nach Deutschland werden bei einem Wert von über 700 Euro 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer erhoben. Das macht dann 859 Euro für Ihr iPhone, das in Deutschland 849 Euro kostet. Hier lohnt sich der Import also nicht – so lange Apple die deutschen Preise nicht weiter erhöht. Beim Google Nexus 6P sparen Sie dagegen 84 Euro, zahlen statt 649 Euro für Ihren Import nur 565 Euro. Technisch sind die Smartphones meist identisch, Sie brauchen nur ein anderes Netzteil, das Sie vielleicht ohnehin in der Schublade haben. Erkundigen Sie sich aber, ob die LTE-Netze Ihres US-Wunschhandys auch bei uns funktionieren. Beim iPhone ist das kein Problem. Apple gibt übrigens weltweit Garantie – die Gewährleistung des deutschen Händlers fehlt Ihnen aber.

Wie kann ich noch sparen?

Mehr als ein Import bringt der Griff zu einem Vorgängermodell. Das immer noch tolle iPhone 5S mit 32 GB bekommen Sie bei Apple für 549 Euro – 300 Euro billiger als das 6S mit 64 GB. Im Internet geht’s sogar schon bei 499 Euro los. Googles Nexus 6 aus dem Vorjahr finden Sie ab 400 Euro, statt 649 Euro für den kaum besseren Nachfolger 6P zu bezahlen. Und auch die aktuellen Modelle werden schnell billiger. Das iPhone 6S für 849 Euro finden Sie bei Ebay derzeit 20 Euro günstiger, und die Preise sinken weiter – bei Apple allerdings langsamer als bei der Konkurrenz.

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