Was können Schnäppchen-Handys?

Reicht mir auch ein 89-Euro-Smartphone?

+
Für 89 Euro zu erstehen: Acer Liquid M220.

München - Die Preisunterschiede bei Smartphones werden immer gewaltiger. Während die neuesten Modelle über 1000 Euro kosten, sind auch Geräte unter 100 Euro erhältlich. Was können die Schnäppchen-Handys?

Auf der Handy-Messe MWC in Barcelona hat Samsung gerade das Galaxy S6 Edge mit gebogenem Bildschirm vorgestellt, das bis zu 1049 Euro kostet – mehr als jedes iPhone! Und gleich nebenan zeigte Acer das Liquid M220, ein Windows-Smartphone für 89 Euro. Zwölf Acer zum Preis eines Samsung – worauf müssen Sie bei solchen Schnäppchen-Handys verzichten? Auffälligster Unterschied ist natürlich die Bildschirmgröße. Das Samsung bietet mit 5,1 Zoll (13 Zentimeter) jede Menge Platz für eindrucksvolle Filme oder Apps. Dagegen kommt das Acer mit fast schon nostalgischen 4 Zoll (10,2 Zentimeter) daher – aber immerhin eine Größe, die schön handlich ist, und die den meisten Kunden bis 2014 beim iPhone ausreichte.

Wo muss ich die meisten Abstriche machen?

Eindeutig bei der Bildschirmqualität. Während Edel-Handys von Apple bis Samsung messerscharfe Displays bieten, wirkt bei den Günstig-Phones alles deutlich unschärfer. Wie sehr Sie das stört, probieren Sie am besten im Laden aus. Messgröße für die Schärfe sind „ppi“ (Pixel per Inch), also die Dichte der Bildpunkte. Samsung hat beim S6 mit 577 ppi wieder einen neuen Weltrekord aufgestellt. Experten gehen aber davon aus, dass das menschliche Auge oberhalb von etwa 300 ppi ohnehin kaum mehr Unterschiede erkennen kann.

Ein Günstig-Handy wie das Acer Liquid M220 kommt dagegen auf viel schwächere 233 ppi. Aber auch das ist noch deutlich schärfer als bei den ersten iPhone-Generationen mit 163 ppi. Wenn Sie sich für ein Handy interessieren, geben Sie in der Suchmaschine den Namen des Smartphones und dazu das Kürzel ppi ein. Dann bekommen Sie die technischen Daten. Unter 200 ppi sollten Sie das Gerät nicht kaufen, dann wird’s arg unscharf.

Worauf muss ich noch verzichten?

Auch bei den Kameras sparen die Hersteller. Während Apple oder Samsung lichtstarke Optiken verbauen, bieten die Günstig-Handys simple Kameras, die sich allenfalls für Schnappschüsse bei gutem Licht eignen. Tolle Selfies können Sie hier nicht erwarten. Auch die Prozessoren sind schwächer. Wenn Sie keine aufwändigen 3D-Spiele zocken wollen, fällt das aber kaum ins Gewicht. Für den Smartphone-Alltag mit Facebook, WhatsApp, Navigation und Co. sind auch Handys um die 100 Euro gut gerüstet.

Wichtiges Kriterium ist der Speicher. Hier bauen die Edel-Hersteller bis zu 128 GB ein, während Acer nur 8 GB spendiert. Doch das ist halb so wild – denn Sie können den Speicher per MicroSD-Karte kostengünstig aufstocken. 64 GB kosten nur 30 Euro. Schauen Sie beim Kauf eines Schnäppchen-Smartphones darauf, dass es diese Option gibt. Denn unter 16 GB geht Ihnen schnell der Platz aus. Auch auf die installierte Software sollten Sie achten. Aktuelle Android-Version ist die 5. Preiswerte Handys bieten aber oft nur Version 4. Nachteil: Leider stellt Google für ältere Software sehr schnell die Android-Aktualisierungen ein. Damit könnten Sie recht bald ein veraltetes, unsicheres Handy besitzen. Mit Windows-Smartphones fahren Sie besser: Das Acer kommt mit dem aktuellen Windows 8.1 und lässt sich im Herbst sogar auf Windows 10 aktualisieren.

tz-Fazit

Das 89-Euro-Handy ist das Renault-Billigauto Dacia unter den Smartphones. Es bietet nicht so viel Komfort und ist nicht so elegant wie ein BMW, Audi oder Mercedes. Aber auch mit dem Dacia kommen Sie ans Ziel.

Drei Apps für Ihr Smartphone

Microsoft Office Mobile: Ob man es mag oder nicht – am Microsoft-Büropaket mit Word & Co. führt kein Weg vorbei. Pflicht-Download fürs neue Handy, die private Nutzung ist kostenlos. (Für iOS und Android, gratis)

100 Video-Tipps rund um iOS 8: Was kann Ihr neues iPhone alles? In diesem interaktiven Kurs lernen Sie das Apple-Handy kennen. (Für iOS, 1,99 Euro)

AntiVirus Free: Leider sind Android-Handys ein bevorzugtes Ziel für Hacker. Nach dem Kauf sollten Sie daher als erstes eine Antiviren-Software installieren. (Für Android, gratis)

Jörg Heinrich

Auch interessant

Meistgelesen

Auch schon entdeckt? Nutzer entdeckt kleines Detail an iPhone, das für Riesen-Diskussionen sorgt - Sämtliche Modelle betroffen
Auch schon entdeckt? Nutzer entdeckt kleines Detail an iPhone, das für Riesen-Diskussionen sorgt - Sämtliche Modelle betroffen
Änderungen und gestrichener Support: WhatsApp verändert sich im Jahr 2020 drastisch
Änderungen und gestrichener Support: WhatsApp verändert sich im Jahr 2020 drastisch
So kommt aus alten Autoradios wieder ein frischer Sound
So kommt aus alten Autoradios wieder ein frischer Sound
Messenger-Funktionen zwischen Spielereien und Datenschutz
Messenger-Funktionen zwischen Spielereien und Datenschutz

Kommentare