Survival Horror

Resident Evil 2 im Test: So macht man ein Remake!

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Die Neuauflage von Resident Evil 2 von Capcom ist erschienen.

Die Neuauflage von Resident Evil 2 von Capcom ist erschienen. Unser Fazit im Test: So macht man ein Remake!

Liebe Spiele-Entwickler, bitte kurz mal herschauen! Capcom zeigt Euch, wie man ein Remake macht! Und das Urteil kommt auf berufenem Mund: 1998 spielte ich voller Begeisterung das Original von Resident Evil auf der Playstation durch. 21 Jahre später flasht mich die Neuauflage genau so, wie ich damals mit offenem Mund vor meiner Playstation gesessen bin. Sicher kennt jeder das nostalgische Gefühl: „Mann, wenn es Spiel XY, das ich als Teenie tage- und nächtelang gespielt habe, doch auf dem aktuellen technischen Stand geben würde...“ Jeder denkt an dieser Stelle an Golden Eye, Turok oder Dino Crisis.

Die Story, die sich um die beiden Haupt-Charaktere Leon Kennedy und Claire Redfield dreht, ist schnell erzählt: Im September Jahr 1998 tritt Leon seine neue Stelle als Cop in der Polizeiwache von Racoon City an. Richtig, in ebenjener Stadt, in der die Umbrella Corporation mit dem T-Virus herumexperimentiert hatt. Was bekanntlich dazu führte, dass nahezu die ganze Bevölkerung zu Zombies mutierte. Das Chaos bricht schon aus, als Leon in der Stadt eintrifft. Eine junge Dame namens Claire Redfield (ihr Bruder Chris war der Held im ersten Resident Evil) kann ihn gerade noch so vor Schlimmerem bewahren. Der Explosion eines Tanklastzuges mitten in der Stadt (am Steuer sitzt ein nur noch eingeschränkt fahrtüchtiger Zombie) werden Leon und Claire zwangsläufig getrennt. Der Spieler darf nun entscheiden, mit welchem der beiden Charaktere er sich zuerst durch Racoon-City fightet. Resident Evil 2 ist einfach zu gut, um das Game nur mit Leon oder Claire durchzuspielen. Beide erleben eine ganz eigene Story.

Gametipp: "Resident Evil 2" - Was ist neu am Remake?

Die Grafik von Resident Evil 2 wurde den Standards des Jahres 2019 angepasst. Wie sehr sich das Remake vom Original unterscheidet beweisen Videos, die beide Spiele nebeneinanderstellen. Besonders realistisch kommen im Remake die verängstigten Gesichtsausdrücke der Charaktere und der Wechsel zwischen Licht und Schatten rüber. Oftmals merkt man erst zu spät, dass einem aus der Dunkelheit ein Zombie entgegenschlürft. Im letzten Moment zieht man gerade noch die Waffe...

Leon sieht übrigens nicht umsonst aus, wie ein Klon des jungen Leonardi di Caprio. Als das Original von RE2 1998 rauskam, war der Schauspieler mit seinen Rollen in „Romeo und Julia“ und Titanic gerade DER kommende Hollywood-Star. Auf diesen Zug sprang Capcom seinerzeit auf.

Dem Remake von Resident Evil 2 gelingt es meisterhaft, die beklemmende Atmosphäre des Originals ins Jahr 2019 zu holen: Ständig kommt ein Zombie um eine düstere Ecke. Hat man eines der Dinger niedergeschossen, kann es nach wenigen Augenblicken wieder aufstehen. Und dann hat man Munition auch nicht im Überfluss, weswegen die Schüsse gezielt und wohlüberlegt sein sollten.

Nebenbei bemerkt sehen die Zombies so gut aus wie bislang in keinem Spiel: Vor allem die Splatter-Effekte, wenn ein Untoter von den Kugeln getroffen wird oder eine Handgranate in den Mund gedrückt bekommt, wirken beeindruckend.

Auch Gamer, die das Originals 1998 als Leon und Claire durchspielten, haben wohl die Feinheiten der Story von Resident Evil 2 vergessen. Deswegen steht man auch nach gut zwei Jahrzehnten vor den Rätseln und grübelt: Wie hat sich die Türe damals noch öffnen lassen? Wo gibt es dieses Wappen gleich wieder? Und lässt sich bitteschön Munition für die Pistole finden?

Horror-Spektakel der Extraklasse - Resident Evil 2 ist zurück

Einige Storyline-Twists und Überraschungen wurden neu in das Remake von Resident Evil 2 eingebaut (oder vielleicht habe ich sie nach so vielen Jahren einfach vergessen...)

Zum Beispiel kann im mich nicht daran erinnern, dass der Super-Zombie Tyrant alias Mister X im Origianl derart lästig war. Wer schon bei der Erstauflage von Resident Evil dabei war, kennt die Mischung aus Terminator und Frankenstein natürlich noch. Ab einem gewissen Punkt des Spiels läuft der Tyrant einem immer wieder über den Weg. Immer und immer wieder...

Das Lästige dabei: Der Typ in Trenchcoat und Schlapphut ist praktisch unzerstörbar. Na ja, fast.. Kleiner Spoiler: Wenn man am Ende von Resident Evil 2 den Raketenwerfer in die Finger kriegt, sieht es anders aus. Und so bleibt einem nichts anderes übrig, als ständig Reißaus zu nehmen und sich so lange zu verstecken, bis der riesige Kotzbrocken wieder verschwunden ist. Immerhin ist der Tyrant nicht der Schnellste, so dass man ihm auch mühelos entwischen kann, ohne Munition zu vergeuden.

Was einem noch auffällt: Die Nebencharaktere wirken im Remake wesentlich interessanter und tiefgründiger in ihren Geschichten, als man es aus dem Original kannte. Zum Beispiel der Besitzer des Waffenladens, dessen Familie... Halt! Diese unangenehme Cutscene solltet Ihr schon selbst durchleben...

Egal ob man als Leon oder als Clair dunkle Korridore erkundet, ausgefallene aber dennoch einfache Puzzle löst oder einen Zombie nach dem anderen über den Haufen ballert: Das Gameplay setzt auch im Jahr 2019 Maßstäbe in Sachen Spielspaß.

Wobei an dieser Stelle angemerkt sei: Die Munition im Spiel ist zwar nicht unbedingt knapp. Wer aber rum ballert, wie in Call of Duty, der steht bald mit leeren Händen da. Angesichts der Übermacht an Zombies, der man gelegentlich gegen übersteht, hat man gefühlt immer nur überschaubar viel Munition oder Heilpflanzen. Schnell lernt man auch: Man muss nicht jeden Untoten abschießen. Oftmals kann man an den trägen Zombies einfach ausweichen.

Das Sound-Design ist mehr als gelungen und trägt zur konstanten Spannung bei. Oftmals hört man nur etwas in der Dunkelheit Schlurfen oder Huschen und weiß nicht, was da gleich um die Ecke kommt.

Einige Neuerungen machen einem im Remake von Resident Evil 2 das Leben ein wenig leichter als im Original: So braucht man keine Bänder mehr, um an jeder Schreibmaschine speichern zu können. Außerdem zeigt uns die Karte mit roter Farbe an, ob in einem Raum noch ein Gegenstand versteckt ist oder noch ein Rätsel offen ist.

Wer schon einmal ein Resident-Evil-Spiel gezockt hat, dürfte Leons Kampagne in etwa acht Stunden gemeistert haben. Dann kann man die ganze Story noch als Claire durchspielen. Bei ihr bekommt man keine komplett andere Perspektive auf Resident Evil 2 geboten. Sie trifft größtenteils dieselben Charaktere und Bosse wie Leon. Dennoch gibt sie uns einen ergänzenden Blick auf die düsteren Geschehnisse in Racoon City. Und: Sowohl in der Kampagne von Leon als auch von Claire kann man einen komplett unterschiedlichen Nebencharakter steuern. Zudem verfügt Claire über ein leicht verändertes Waffen-Arsenal.

Resident Evil 2 im Test: Das Fazit zum Remake

Das Remake von Resident Evil 2 weiß im Jahr 2019 ebenso zu begeistern, wie es das Original vor 21 Jahren tat. So und nicht anders muss ein Remake aussehen! Das Spiel ist sowohl für Nostalgiker als auch für Neueinsteiger ein absoluter Pflichtkauf!

„Resident Evil 2“ (ab 18 Jahren) ist für PC, Playstation 4 und Xbox One erschienen und kostet rund 60 Euro.

fro

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