Lücke im Regal: So holen Sie Ihre Klassiker zurück

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Die Macht der Fans: Wenn Facebook-Nutzer sich zusammen schließen, zeigt das oft Wirkung auf Unternehmen.

München - Was tun, wenn im Kühlregal plötzlich der Lieblingsjoghurt fehlt? Oder das beste Duschgel der Welt auf einmal aus dem Sortiment genommen wurde? Eine mögliche Lösung: bei Facebook aktiv werden!

Facebook und andere soziale Netzwerke machen es möglich: Schließen sich viele User einer Bewegung an, sind sie gemeinsam eine ernstzunehmende Macht. 567 637 Facebook-Nutzer wollen etwa, dass Charlie Sheen in die Serie "Two and a half man" zurückkehrt, 37 633 User appellieren, dass Vanille Coke wieder in die Regale kommt, 497 926 Fans fordern die Rückkehr von Karl-Theodor zu Guttenberg und 149 wollen Helmut Schmidt zurück (Zahlen Stand 6. März 2012).

Die größten Facebook-Partys

2000 Menschen "feierten" in München im Dezember 2011 das neue Alkoholverbot in der S-Bahn. 50 Wagen nahmen Schaden. Es ist nicht die erste eskalierte Facebook-Party. © dpa
Hamburg, 1000 Menschen, September 2011: Deutlich gesitteter als in München verlief das Saufgelage in der Hamburger U-Bahn. Bis auf wenige Sachbeschädigungen blieb es ruhig. © dpa
Hamburg-Bramfeld, 1600 Menschen, Juni 2011: Die Geburtstagsfeier der 16-jährigen Thessa eskalierte – sie hatte die Privatfeier versehentlich auf Facebook veröffentlicht. Ein kompletter Straßenzug wurde verwüstet – 50 000 Euro Sachschaden. © dpa
Wuppertal, 800 Menschen, Juni 2011: Als die Polizei das Alter der Partygäste kontrollierte, eskalierte die Feier: Flaschen und Feuerwerkskörper flogen. Bilanz: 16 Verletzte, drei Festnahmen. © dpa
München, 700 Menschen, Mai 2011: Eigentlich sollten nur 30 Freunde kommen, bei der Party im Englischen Garten wurden es mehr als das 20-fache. Wegen Ruhestörung machte die Polizei dem Treiben ein Ende. © Symbolfoto: dpa
Sylt, 4500 Menschen, ­Juni 2009: Sie kamen zur spontanen Riesen-Strandparty, feierten und tranken. Ein sternhagelvoller Randalierer musste festgenommen werden. © Symbolfoto: dpa
Heusweiler, 2000 Menschen, Juli 2011: Die Privatparty eines 16-Jährigen im Saarland wurde zum Massenauflauf. Größere Gruppen zogen randalierend durchs Wohngebiet. Folge: mehrere Festnahmen und ein Gesamtschaden von 50 000 Euro. © Symbolfoto: AP
Cuxhaven, 400 Menschen, September 2011: Ein falsch gesetztes Häkchen auf Facebook – und die Party einer Schülerin kulminierte – Sachbeschädigungen und eine Festnahme. © Symbolfoto: dpa
Lörrach, 500 Menschen, Juni 2011: Per Facebook wurde zur Freiluft-Techno-Party in Lörrach (Baden-Württemberg) aufgerufen. Die Gäste verhielten sich friedlich, beschallten aber die ganze Stadt. © Symbolfoto: dpa
Hohenbrunn, 300 Menschen, November 2010: Hanna (18) hatte eigentlich nur mit ein paar Freunden gerechnet und ließ die ungebetenen Gäste nicht ins Haus. Die versuchten daraufhin, die Tür einzudrücken. Die Polizei machte dem Spuk ein Ende. © Symbolfoto: dpa
Hasenloh (Nähe Hamburg), 3500 Zusagen, 0 Gäste, August 2011: Ausgerechnet die Facebook-kritische CDU lud über das soziale Netzwerk zum Sommerfest. Das fanden mehr als 3500 Nutzer so lustig, dass sie prompt zusagten. Der CDU war das nicht geheuer, sie sagte die Feier ab. © Symbolfoto: dpa

Während politische Forderungen noch von anderen Umständen abhängen, reagieren Firmen nicht selten auf solche Aufrufe: "Viele Wiedereinführungen alter Markenklassiker entstehen inzwischen als direkte Reaktion auf Bewegungen im Internet.“, erklärt Stefanie Schulze von Labello Deutschland.

Nachdem viele Fans "ihren" Fruity Shine Cherry seit 2005 beim Einkauf vermisst hatten, schlossen sie sich bei Facebook zusammen - und erreichten mit ihrem Appell tatsächlich, dass ihr Lieblings-Labello ein Revival erlebt.

Google: Die zehn meistgesuchten Produkte

Platz 10: xbox 360 © 
Platz 9: Playstation 3 © ap
Platz 8: Ipod © dpa
Platz 7: TomTom © 
Platz 6: Garmin © ap
Platz 5: Wii © 
Platz 4: Acer © ap
Platz 3: HTC © 
Platz 2: iPhone © dpa
Platz 1: ipod Touch © 

Auch bei den Kultprodukten aus den 80er Jahren, Fanta Mango und Ritter Sport Olympia, hat dieses Prinzip ebenfalls funktioniert: Nach zahlreichen Online-Anfragen, E-Mails und Foreneinträgen wurden diese Klassiker wieder in die Regale gebracht.

„Niemand im Unternehmen hatte mit der Hartnäckigkeit der Olympia-Schokoladen-Liebhaber gerechnet - das musste natürlich belohnt werden“, so Sandra Vogt, Senior Produktmanagerin bei Ritter Sport.

fa

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