Wahlprognosen bei Twitter gezwitschert - Nachspiel folgt

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So süß und doch gefährlich: Vor 18 Uhr  Prognosen am Wahltag zu zwitschern ist verboten.

Berlin - Einige stimmten, andere allerdings nicht. Twitter-User stellten schon vor 18 Uhr ihre Prognosen zur Bundestagswahl ins Netz. Das ist strafbar, jetzt wird ermittelt.

Twitter war mal wieder am schnellsten. Schon zwei Stunden bevor die Wahllokale offiziell geschlossen wurden, wussten User, wer deutscher Bundeskanzler wird - oder bleibt. Im Nachhinein stimmte manches Gezwitscher, manches war bloßes Getöne. Doch das ist jetzt egal. Vorab Wahlprognosen zu verbreiten ist verboten, der Bundeswahlleiter hatte deswegen laut dem Internetportal turi2 mit Bußgeldern bis zu 50.000 Euro gedroht. Jetzt wird ermittelt.

Er will überprüfen, ob die Einträge echt waren. Denn, so berichtet das Portal dnews, hatten mehrere User behauptet, Daten des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap zu besitzen. Und tatsächlich, vereinzelte vorab verbreitete Zahlen wichen nur minimal von denen ab, die um 18 Uhr offiziell als Prognose verbreitet wurden. Doch es gab auch schwarze Schafe, die Pech hatten: Ihre angeblich so sicheren Daten stellten sich als komplett falsch heraus. 

Erster war laut dnewsein privater User aus Niederbayern. Doch als seine Zahlen am Ende doch nicht zur 18-Uhr-Prognose passten, rechtfertigte er sich mit einem angeblichen Übermittlungsfehler.

Twitter-Mitglied „ unna_fdp“ tippte auf eine schwarz-gelbe Koalition und gab Infratest-dimap als Quelle an. Doch „unna“ zwitscherte unter falscher Flagge - und beim echten FDP-Stadtverband Unna läutete laut turi2 das Telefon ununterbrochen.

Der Bundeswahlleiter jedenfalls will alles überprüfen. Nur so könnten undichte Stellen bei Meinungsforschern, Politikern oder Journalisten entlarvt werden. 

Aber es waren wohl auch viele Spaßvögel unter den singenden Wahl-Experten. Thomas Pfeiffer, Twitter, zählte allein an dem Abend rund 210.000 deutschsprachige Texte: „Das sind etwa 30.000 mehr als sonst an einem Sonntag", wird er von dnewszitiert. 

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