Baby-Schütteln: Apple nimmt Programm vom Markt

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Nicht lustig: Babyschütteln auf dem iPhone.

Nach zunehmendem Protest hat Apple das iPhone-Programm „Baby Shaker“ vom Markt genommen. Ziel des „Spiels“ war es, ein weinendes Baby durch schütteln des iPhones ruhigzustellen. Das Programm gab es für 99 Cent im Apple Store zu kaufen.

In der Beschreibung des Programms stand laut news.cnet.com: „Mal abwarten, wie lange du das Babyweinen aushalten kannst, bevor du einen Weg finden willst, das Baby zu beruhigen“. Nach langem und kräftigem Schütteln des iPhones erscheinen dann über den Augen eines gezeichneten Babys rote Kreuze. Entwickelt wurde das Programm von der Firma Sikalosoft.

Der „Baby Shaker“ rief zuletzt große Empörung hervor: Denn der rechtsmedizinische Fachbegriff Schütteltrauma bezeichnet eine Form der Kindesmisshandlung, zumeist begangen von den Eltern am eigenen Schreibaby oder Kleinkind. In der englischsprachigen Welt als Shaken baby syndrome (SBS) benannt, gilt das Schütteltrauma als die häufigste Todesursache bei körperlicher Kindesmisshandlung und als für die meisten bleibenden Behinderungen bei Kleinkindern und Kindern verantwortlich.

Nachdem Jennipher Dickens, die eine gemeinnützige Organisation zur Prävantion des SBS gegründet hatte, auf dem Portal Krapps, das iPhone-Applikationen bewertet, über das iPhone-Programm gelesen hatte, meldete sie sich schockiert bei cnet News.

Gegenüber dem Wall Street Journal erklärte Apple-Sprecherin Natalie Kerris, dass das iPhone-Programm nun aus dem App-Store entfernt worden sei. Sie wollte aber keine Stellung dazu beziehen, ob Apple künftig Qualitätsstandards für iPhone-Software einführen will.

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