Mini-Computer am Handgelenk

Lohnt sich jetzt schon eine Smartuhr?

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Die Samsung "Gear S" Smartwatch bietet Platz für eine eigene Simkarte.

München - Viele Experten bezeichnen 2015 schon als Jahr der Smartwatch und erwarten weltweit 15 Millionen verkaufte Uhren. Ob sich der Kauf jetzt schon lohnt, verrät tz-Technikexperte Jörg Heinrich.

Bereits voriges Jahr standen die schlauen Uhren im Blickpunkt, die SMS oder Anrufe am Handgelenk anzeigen, die Ihre Leistungen beim Fitnesstraining aufzeichnen, den Puls messen oder als Navigationsgerät funktionieren. Den ganz großen Durchbruch haben die Mini-Computer bisher aber noch nicht geschafft. Das soll sich nun ändern. Viele Experten bezeichnen 2015 schon als Jahr der Smartwatch und erwarten weltweit 15 Millionen verkaufte Uhren.

Doch wenn Sie sich für eine solche Uhr interessieren, sollten Sie derzeit noch abwarten. Denn die momentanen Modelle von Samsung, LG, Asus oder Motorola stehen erst ganz am Anfang der Entwicklung. Sie arbeiten meist mit der neuen Google-Software Android Wear, die im Vergleich zu einem Smartphone bisher nur wenige Funktionen bietet und noch nicht ausgereift ist. Zudem hält der Akku dieser Uhren meist nur ein bis zwei Tage durch. Im Laufe der nächsten Monate dürften viele neue und bessere Smartuhren erscheinen. Und vor allem kommt im April die Apple Watch, die eine Entwicklung auslösen könnte wie 2007 das erste iPhone bei den Smartphones. Auch Google wird an Android Wear weiterarbeiten. Mit dieser Software hat sich der Suchriese auch bei den Uhren schon wieder ein Standbein gesichert. Das sorgt für die üblichen Datenschutzprobleme. Denn künftig weiß auch Ihre Uhr, was Sie tun, wo Sie sich aufhalten und liefert alle Daten an Google.

Welche Modelle gibt es jetzt schon?

Am gefragtesten sind die LG Watch R, die Motorola Moto 360, die Asus ZenWatch und die Sony SmartWatch 3, die alle zwischen 210 und 250 Euro kosten. Sie setzen auf Android Wear und bieten deshalb ganz ähnliche Funktionen. Per drahtloser Verbindung zu Ihrem Smartphone verpassen Sie nichts mehr und können das Handy in der Tasche lassen. SMS, WhatsApp-Nachrichten, Facebook-Meldungen, Mails, Anrufe, Termine – alles landet auf Ihrem Handgelenk.

Die Uhren unterscheiden sich vor allem optisch: Die LG Watch R erinnert an eine „echte“ Armbanduhr, die Moto 360 ist besonders elegant, die Sony eher ein sportlicher Mini-Computer. Eine Ausnahme ist die Samsung Gear S für 300 Euro, die auf Android verzichtet. Sie bietet Platz für eine eigene SIM-Karte. So können Sie auch ohne Smartphone telefonieren und simsen, was aber auch noch nicht ideal funktioniert. Die aktuellen Smartwatches bieten durchaus spannende Funktionen. Aber Sie sollten sich genau überlegen, ob Sie wirklich einen weiteren Computer am Handgelenk wollen, der ständig blinkt, vibriert und Aufmerksamkeit fordert. Denn Ihr Smartphone können Sie wenigstens in die Tasche verbannen. Eine Uhr ist dagegen wesentlich präsenter.

Kann die Apple Watch deutlich mehr?

Nach den Eindrücken von der Präsentation letzten September muss die Antwort Ja lauten. Auch wenn die erste Generation noch viele Wünsche offen lassen dürfte, wirkt die Apple Watch durchdachter als die Schnellschüsse der Konkurrenz. Sie bietet mehr Gesundheitssensoren als die Google-Uhren und mehr hübsche Partner-Funktionen. So können sich Verliebte beispielsweise ihren Herzschlag schicken. Dank App Store à la iPhone kommen außerdem immer neue Ideen dazu. Am Montagabend wissen wir mehr, dann nennt Apple in San Francisco weitere Details zu Erscheinungstermin und Preisen (voraussichtlich 350 bis 400 Euro). Ab nächsten Montag erfahren Sie mehr über die Apple Watch.

Drei Apps zur Smartwatch

Smartwatch+ for Pebble: Die Pebble ist eine ganz andere Smartuhr, mit einem Bildschirm wie beim Lesegerät Amazon Kindle. Mit dieser App bietet Ihre Pebble ganz neue Funktionen. (Für iOS, 2,99 Euro).

Bubble Cloud: Die beste Apple Watch, die nicht von Apple kommt! Diese App bringt das Design der Kult-Uhr auf Uhren oder Smartphones mit Android. (Für Android, gratis).

Circles: Diese App verwandelt Ihr Handy - beinahe - in eine schlaue Uhr. Damit zeigt das iPhone die Zeit mit bildschönen Zifferblättern an. (Für iOS, gratis).

Jörg Heinrich

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