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Nazi-Hetze: Historiker-Projekt "Zeitungszeugen" wird beschlagnahmt

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Teilweise verboten: Zeitungszeugen will über Geschichte aufklären.

Die "Zeitungszeugen", ein Magazin mit Artikeln aus der NS-Zeit, wurde am Wochenende beschlagnahmt. Die Diskussion um Sinn und Unsinn des Projekts reißt nicht ab.

Von Anfang an war es ein umstrittenes Projekt, die "Zeitungszeugen". Jetzt wurden Teile der Zeitung bundesweit beschlagnahmt. Ob das Projekt moralisch verwerflich war, darüber erhitzen sich die Gemüter.

Die Idee kam vom britischen Verleger Peter McGee, der von mehreren dutzend Fachleuten, Historikern und Dozenten beraten wurde. In der ersten Ausgabe äußerte sich Christian Böhme, Chefredakteur der Jüdischen Allgemeinen Wochenzeitung: ",Zeitungszeugen´ ist ein spannendes und ehrgeiziges Projekt."

Seit Anfang Januar gibt es die "Zeitungszeugen" am Kiosk. Abgedruckt sind ausgewählte Zeitungsseiten aus der NS-Zeit, sowohl kommunistische Zeitungen als auch Nazi-Hetzblätter. Als Mantel dienen vier Seite mit einordnenden historischen Fakten. Man wolle den Tenor der Zeit authentisch vermitteln. Doch Kritiker befürchten, dass das Blatt von Rechtsextremen missbraucht werden könne.

Deshalb hat das Land Bayern die "Zeitungszeugen" verbieten lassen - und nutzt dafür ein 63 Jahre altes Recht. Denn Bayern ist rechtmäßiger Nachfolger des NSDAP-Verlags und besitzt die Rechte an den Schriften. Am Freitag veranlasste das Münchner Amtsgericht, dass besonders strittige Original-Zeitungsseiten beschlagnahmt werden - weil der Abdruck Bayerns Urheberrecht verletzt.

Die Medienlandschaft ist geteilter Meinung: Die linke Tageszeitung findet das Verbot unsinnig. An die Schriften käme ohnehin jeder heran, der einen Bibliotheks-Ausweis besitzt. Die rechtsgerichtete Junge Freiheit enthält sich einer Bewertung - ihre Leser jedoch nicht. Spiegel Onlines einestages schreibt, es sei zumindest bizarr, dass am Kiosk eine Zeitung liegt, in der Joseph Goebbels eine Kolumne geschrieben hat. Beim Deutschlandradio Kultur finden Sie das Gespräch mit einem Historiker, der die Aufregung für künstlich hält. Der evangelische Pressedienst findet es bedenklich, dass sich Bayern auf ein überholtes Gesetz beruft, dass im schlimmsten Fall missbraucht werden kann.

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