Das Weichei-Phone: So schnell frieren Handys

München - München friert nach wie vor – und viele fragen sich: Schadet die extreme Kälte meinem Handy? Bei welcher Temperatur gibt es seinen Geist auf?

Die frosterfahrenen Mitarbeiter des finnischen Technikmagazins MikroPC haben es ausprobiert und 18 Handys in die Kältekammer gesteckt. Eines der Ergebnisse: Das iPhone ist kein EisPhone – das Apple-Smartphone starb als erstes der getesteten Handys den Kältetod.

Was kaum jemand wusste: Apple gewährleistet den störungsfreien Betrieb eines iPhones nur bei Temperaturen zwischen 0 und 35 Grad Celsius. Wer sein iPhone bei größerer Kälte oder Hitze benutzt, tut dies auf eigene Gefahr – und riskiert, dass Apple Garantieleistungen verweigert. Dass das kälteempfindliche iPhone aus dem sonnigen Kalifornien in Wahrheit ein Weichei-Phone ist, bewies der Kältetest. Bereits bei minus 5 Grad „fror“ das iPhone 4S und meldete einen SIM-Karten-Fehler. Und bei minus 10 Grad war Schluss. Obwohl aufgeladen, warnte das Apple-Handy vor einem leeren Akku und schaltete sich als erstes Telefon im Test ab.

Bei minus 15 bis minus 20 Grad verabschiedeten sich dann auch die meisten anderen Smartphones, ließen sich nicht mehr bedienen. Ausnahme war Samsungs Galaxy S2. Im Finnen-Test arbeitete es sogar bis minus 30 Grad anstandslos, schaltete sich erst bei minus 35 Grad ab. Generell gilt: Je älter und billiger ein Handy ist, desto besser verträgt es extreme Kälte. Ein fünf Jahre altes Nokia E65 und das aktuelle Billig-Handy Nokia C1-01 (45 Euro) funktionierten dank ihrer simplen Technik sogar bei minus 40 Grad noch. Aber die Tiefkühl-Telefone kommen ja auch aus Finnland und nicht aus Kalifornien ...

Tipps für kalte Tage

Tipps für kalte Tage
Reichlich Wasser trinken gilt im Winter genauso wie in den heißen Sommermonaten. Der Kreislauf braucht bei tiefen Temperaturen genauso viel Flüssigkeit wie bei höheren Temperaturen. © dpa
Tipps für kalte Tage
Kaffee wärmt zwar für kurze Zeit, verschlechtert aber auf lange Sicht die Durchblutung. Die Folge: man friert weiter. © dpa
Tipps für kalte Tage
Schnaps soll angeblich gegen die klirrende Kälte helfen - ein Irrglaube. Alkohol ist bei Minus-Temperaturen sogar gefährlich, weil er die Blutgefäße weitet. Wer getrunken hat, merkt oft nicht, dass der Körper auskühlt. © dpa
Tipps für kalte Tage
Mal abgesehen von den vielen giftigen Stoffen in Zigaretten, verengt das Rauchen auch die  Blutgefäße und lässt die Hauttemperatur sinken. Raucher frieren also schneller. © dpa
Tipps für kalte Tage
Rohkost ist gesund - in der kalten Jahreszeit kühlt sie den Körper allerdings aus. Wer es warm haben will, greift lieber zu Suppen und Eintöpfen . © dpa
Tipps für kalte Tage
Wichtig für die Körperwärme von innen ist Vitamin E. Es ist zum Beispiel in Vollkornprodukten, Nüssen, Weizen- und Maiskeimöl enthalten. Auch heiße Schokolade hilft. © dpa
Tipps für kalte Tage
Warm einpacken hilft Menschen zwar gegen die Kälte, Hunde sollten aber nur dann Kleidung tragen, wenn sie entweder sehr klein oder krank sind. © dpa
Tipps für kalte Tage
Kaum Sorgen müssen sich Katzenliebhaber um ihre Vierbeiner in den kalten Monaten machen: Die Tiere wissen genau, wie viel Kälte sie vertragen. © dpa
Tipps für kalte Tage
Kinder spielen in der kalten Jahreszeit gerne im Schnee. Da sie oft jedoch nicht merken, dass sie auskühlen, sollten die Eltern darauf achten, dass ihre Sprösslinge nicht zu lange draußen bleiben. © dpa
Tipps für kalte Tage
Frische Luft ist für Kleinkinder gesund - auch bei Minustemperaturen. Wenn die Kinder über vier Wochen alt sind, steht einem ausgedehnten Spaziergang nichts im Wege. Allerdings sollte man das Kind warm anziehen und das Gesicht mit einer Wetterschutzcreme einfetten. © dpa
Tipps für kalte Tage
Wer auch bei sibirischen Temperaturen Schmuck tragen will, sollte wissen, dass Metall bei Minustemperaturen an der Haut festfrieren kann. Also lieber auch mal ohne Ohrringe auf die Straße gehen. © dpa

Trost für Smartphone-Besitzer: Sobald es wärmer wird, lassen sich alle Handys meist problemlos wieder einschalten. Doch es können auch dauerhafte Schäden auftreten – beispielsweise, wenn Kondenswasser entsteht, das zu Korrosion an der Elektronik führt. Schnelle Wechsel zwischen Kälte und Wärme sind daher Gift. Sie sollten Ihr Handy bei der momentanen Kälte also gut einpacken. Und wenn Sie draußen lange damit telefoniert oder gesurft haben, sollten Sie das eisgekühlte Handy nicht gleich in stark geheizte Räume mitnehmen, sondern eine halbe Stunde in einem kühleren Vorraum lassen. Wenn Sie Feuchtigkeit bemerken, sofort den Akku entnehmen und das Gerät fönen – aber nur handwarm! Danach legen Sie es am besten (ohne Akku!) in die Nähe einer Heizung, aber nicht direkt darauf.

tz

Rubriklistenbild: © dpa

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