Einfache Tipps

WhatsApp behalten, aber sicherer machen: Diese Einstellungen sollten Sie vornehmen

Immer mehr Leute verlassen WhatsApp aufgrund seiner Datenschutz-Richtlinien und greifen nun auf Alternativen zurück. Doch mit ein paar Tipps kann man WhatsApp sicherer gestalten und die App behalten.

  • WhatsApp ist der beliebteste Nachrichtendienst in Deutschland.
  • Durch Änderungen der Geschäftsbedingungen verwenden aber immer mehr Nutzer Alternativen.
  • MIt ein paar einfachen Einstellungen lässt sich WhatsApp wieder sicherer gestalten.

München - WhatsApp wurde gerade in der letzten Zeit so hart kritisiert wie lange nicht mehr. Die App ist schließlich auch dafür bekannt zumindest, wenn es um Datenschutz geht nicht gerade der Vorreiter zu sein. Das umstrittene neue Update mit den veränderten Geschäftsbedingungen verstärkte die Kritik nur noch mehr und sorgte dafür, dass viele der Nutzer zu alternativen Nachrichtendiensten wie Telegram, Signal oder Threema griffen.

Doch nur weil die Downloads der WhatsApp-Alternativen in die Höhe geschossen sind, bedeutet das nicht gleich, dass diese Nutzer WhatsApp komplett verlassen haben. Denn dadurch, dass WhatsApp als der beliebteste Nachrichtendienst Deutschlands gilt, wird er regelmäßig von Firmen, Familien, Schulen, Vereinen, etc. genutzt. Um daraus nicht „ausgeschlossen“ zu werden, wollen oder können auch viele die App nicht komplett löschen, zumal sie dort auch meist noch in Gruppen sind. Trifft dies zu, bleibt einem nur noch eine Möglichkeit: WhatsApp so sicher und datensparsam wie nur möglich zu gestalten.

So machen Sie WhatsApp durch einfache Änderungen sicherer

Tauchen Themen rundum Sicherheitsbedenken und Datenschutz bei WhatsApp auf, wird immer die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung aufgebracht, wie auch jetzt in einem Blog-Beitrag von WhatsApp über geplante Datenschutzveränderungen. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist tatsächlich von großem Vorteil, aber checkt trotzdem nicht alles ab. Deshalb gibt es empfehlenswerte Sicherheitstipps:

  • Updates: Updates beheben Sicherheitslücken, die in allen Apps immer mal wieder vorkommen können. Aus diesem Grund ist es sinnvoll WhatsApp immer wieder auf den neuesten Stand zu bringen.
  • Sicherheitsmitteilungen: Geht man in die Einstellungen von WhatsApp, findet man unter „Account“ das Untermenü „Sicherheit“. Hierbei ist aber nur eine Einstellung. Möchte man informiert werden, wenn Kontakte WhatsApp neu installiert haben oder sich deren Rufnummer geändert hat, kann man „Sicherheitsmitteilungen anzeigen“ aktivieren. Dadurch wird man nämlich indirekt darüber informiert, wenn sich die Verschlüsselung geändert hat.
  • Verifizieren per QR-Code: Kommt es dazu, dass man sich im echten Leben mit einem WhatsApp-Kontakt trifft, so kann man den entsprechenden Chat per QR-Code verifizieren. Dies erfolgt, indem man im Chat auf den Kontaktnamen tippt, dort „Verschlüsselung“ auswählt und den Code dann mit dem anderen Handy abscannt.
  • Kontosicherheit: Geht man in den WhatsApp-Einstellungen auf „Account“ kann man die „Verifizierung in zwei Schritten“ aktivieren. Dadurch wird das WhatsApp-Konto anhand einer sechsstelligen PIN geschützt.

Einfache Tipps zur Verbesserung des Datenschutzes auf WhatsApp

Leider hat WhatsApp große Schwächen was den Datenschutz angeht. So eignet sich die App gespeicherte Kontaktinfos an und lädt diese dazu noch auf dem eigenen Server hoch. Das erleichtert einem zwar das einfache Erreichen der eigenen Kontakte über WhatsApp, pumpt im Hintergrund aber alle Informationen unverschlüsselt an die Cloud, was im Falle des Datenschutzes fraglich ist. Ein paar Gegenmaßnahmen lassen sich aber ergreifen:

  • Geteilte Infos: Öffnet man wieder „Account“ in den WhatsApp-Einstellungen, kann man festlegen, wer welche Informationen über einen selbst einsehen kann. Zum Beispiel wann genau man online ist, oder auch wer das Profilbild sehen kann. Hierbei kann man nur auf die eigenen „Kontakte“ eingrenzen, oder auch „Niemand“ einstellen. Zu vermeiden ist auf jeden Fall die Einstellung „Jeder“. Es gibt aber auch die Funktion „Meine Kontakte außer“, bei der man bestimmte Leute aus den Kontakten von Informationen „ausschließen“ kann. Beim „Status“ lässt sich „Teilen nur mit“ auswählen, wobei man einfach keinen Kontakt angeben kann. Live-Standorte können dort auch geprüft und abgestellt werden.
  • Lesebestätigungen: Viele Nutzer finden Lesebestätigungen praktisch, andere wiederum fühlen sich dadurch beobachtet oder unter Druck gesetzt. Um die Bestätigungen auszuschalten, muss man auf eine eigene Einstellung unter „Datenschutz“ gehen. Die Funktion wird dann aber in beide Richtungen abgeklemmt.
  • Bildschirmsperre: Es ist außerdem ratsam eine Bildschirmsperre bei WhatsApp einzustellen. Diese sollte sich vorzugsweise „Sofort“ einschalten, sobald man nicht mehr aktiv in der App ist.
  • Chats ohne Kontakte: Auf WhatsApp lässt sich nur mit gespeicherten Kontakten schreiben. Möchte man aber nicht gleich jede Person nur dafür einspeichern, kann man auf dem Handy die Seite https://wa.me/ im Browser öffnen und dort Telefonnummer mit Ländervorwahl anhängen. Dann öffnet sich eine Seite, auf der man den Chat starten kann. Dieser wiederum öffnet sich in WhatsApp.
  • Selbstlöschende Nachrichten: Eine ganz neue Funktion auf WhatsApp sind die selbstlöschenden Nachrichten. Diese müssen aber für jeden Chat einzeln aktiviert werden, was über die Kontaktinfos des Chat-Partners geht. Die Nachrichten verschwinden dann automatisch nach 7 Tagen aus den Chats.
  • Vorsicht bei Backups: Backups sind eine sehr praktische Sache, vor allem wenn man sich ein neues Handy anschafft. Doch das Problem daran ist, dass die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nicht mehr funktioniert. So landen die Daten komplett unverschlüsselt in der Cloud und werden erst auf den Servern der Anbieter wieder verschlüsselt.

Wie man merkt, lässt sich WhatsApp leider nicht so sicher wie Signal oder andere Nachrichtendienste machen. Dies lässt sich damit erklären, dass die Datenauswertung einfach das Geschäftsmodell der App ist. Man kann aber das Beste daraus machen und die oben genannten Sicherheitsvorkehrungen treffen, um den Datenschutz zu verbessern. (lp)

Rubriklistenbild: © Catherine Waibel/dpa

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