Vorsicht geboten

WhatsApp: Miese Betrugsmasche! Viele fallen darauf rein - mit unschönen Folgen

Immer mehr WhatsApp-Nutzer werden Opfer einer ausgeklügelten Betrugsmasche, die schlimme Konsequenzen haben kann.

  • Über WhatsApp versuchen Kriminelle die Accounts fremder Personen zu klauen.
  • Mit den gestohlenen WhatsApp-Accounts begehen die Betrüger dann weitere Straftaten.
  • Viele Nutzer fallen auf die Betrugsmasche rein und verlieren ihren Account innerhalb von Sekunden.

Menlo Park - 1,2 Milliarden Menschen nutzen WhatsApp weltweit. Das scheint für Kriminelle ein guter Grund zu sein, diese App für Betrugsmaschen und illegale Aktivitäten zu nutzen. Wie das Verbraucherportal Chip356 berichtet, kommt es bereits seit längerer Zeit vor, dass WhatsApp-Accounts gestohlen und für weitere illegale Geschäfte missbraucht werden. Die Opfer solcher virtuellen Angriffe wissen oft gar nicht, wie ihnen geschieht. Immerhin haben sie ihr Handy nicht aus der Hand gegeben. Dies ist aber gar nicht nötig, um einen WhatsApp-Zugang zu stehlen. Hierfür nutzen Kriminelle mittlerweile eine ausgeklügelte Betrugsmasche.

Die Betrugsmasche nimmt in den meisten Fällen ihren Anfang mit einer WhatsApp-Nachricht eines im Handy abgespeicherten Kontaktes - das kann also ein Freund, Kollege oder Bekannter sein. In dieser Nachricht wird man darüber informiert, dass besagter Kontakt aus Versehen eine SMS mit einem Code verschickt hat und dass er diesen Code nun dringend benötigt. Man wird darum gebeten, den Code zu senden. Tatsächlich erhält man meist wenige Sekunden später eine SMS mit einer PIN.

Betrugsmasche bei WhatsApp: Account innerhalb von Sekunden geklaut

Man erhält diese Nachrichten von einem im Handy abgespeicherten Kontakt. Allerdings verschickt nicht die betreffende Person diese Nachrichten. Die Nachricht kommt nämlich lediglich von dem Account des Kontaktes, der zuvor auf die gleiche Weise gehackt wurde, wie es die Betrüger nun auch bei einem selbst versuchen.

Mit dieser Masche versuchen Kriminelle die WhatsApp-Accounts zu stehlen, was leider mit der Weitergabe des sechsstelligen Codes möglich ist. Um nämlich einen WhatsApp-Account von einer beliebigen Person zu übernehmen, benötigen die Betrüger nur den sechsstelligen Code, den WhatsApp per SMS versendet. Üblicherweise erhalten Nutzer diesen Code, wenn Sie sich über ein anderes Smartphone bei ihrem WhatsApp-Account anmelden oder auch sich erstmalig registrieren wollen.

WhatsApp: Betrüger nutzen Sicherheitssystem für eigene kriminelle Absichten

Der Code ist eigentlich eine Sicherheitsvorkehrung, mit dem die App-Betreiber prüfen, ob man sich auch wirklich selbst anmeldet. Denn die SMS wird zu der Nummer gesendet, mit der Sie sich bei WhatsApp anmelden möchten. Dadurch wird im Normalfall verhindert, dass Fremde Accounts übernehmen. Im Falle der beschriebenen, ausgeklügelten Betrugsmasche nutzt der Angreifer nun genau dieses Sicherheitskonzept, um den Account anderer Nutzer zu stehlen. Die Kriminellen geben die Telefonnummern fremder Personen ein, wodurch Überprüfungscodes verschickt werden. Wird dieser Code nun aufgrund der WhatsApp-Nachricht an die Angreifer weitergegeben, kann dieser den Code eingeben und den Account hacken.

Der Klau des WhatsApp-Accounts ist allerdings für die Betrüger meist nur der erste Schritt. Mit der gestohlenen Identität werden in der Regel weitere Straftaten verübt. So entsteht durch weitere Betrugsmaschen meist ein großer finanzieller Schaden. Die Verfolgung der Täter ist aufgrund der geklauten Identität allerdings kaum möglich.

WhatsApp: Opfer von Betrugsmasche sollten unbedingt Strafanzeige erstatten

Sollten Sie auf diese Betrugsmasche hereingefallen sein, muss möglichst schnell reagiert werden. Dabei stellt sich jedoch direkt ein Problem: Da durch die Weitergabe des Codes der Account übernommen wurde, können sich die Opfer der Betrugsmasche nicht mehr einloggen. Zunächst sollten daher soweit möglich alle Kontakte per SMS informiert werden, dass der WhatsApp-Account gestohlen wurde. Auf diese Weise kann verhindert werden, dass weitere Personen auf den Trick hereinfallen.

Danach kann versucht werden, das WhatsApp-Konto wiederherzustellen. Es wird darüber hinaus empfohlen, eine Strafanzeige bei der Polizei zu erstatten. Auch wenn die Täter nicht gefunden werden können, hat eine Strafanzeige einen großen Vorteil: Der Vorgang ist nun aktenkundig. Wenn also Straftaten mit der gestohlenen Telefonnummer begangen werden, ist klar, dass Sie nicht dafür verantwortlich sind.

Fiese Betrugsmasche: So schützen Sie sich vor den Angreifern

Wie immer ist jedoch die Devise: lieber Vorsorge als Nachsorge. Um zu verhindern, dass man überhaupt in diese unangenehme Situation gerät, sollte man bei dubiosen Nachrichten von Freunden immer telefonisch oder per SMS nachhacken. Eine Nachricht über WhatsApp würde wenig Sinn ergeben, weil der Account des Kontaktes bereits in den Händen eines Betrügers ist.

Prinzipiell sollten niemals Codes weitergegeben werden - ganz egal, woher diese stammen. Neben der beschriebenen Betrugsmasche werden nämlich auch Zahlungscodes verwendet, durch die eine Zahlung im Internet autorisiert wird. Als weitere Schutzmaßnahme bietet sie die Zwei-Schritte-Verifizierung bei WhatsApp an. Ein möglicher Angreifer benötigt dann nämlich nicht nur den 6-stelligen Code von WhatsApp, sondern zusätzlich eine Pin, die nur einem selbst bekannt ist. Auf diese Weise ist der eigene WhatsApp-Account effektiv geschützt. Nutzer von WhatsApp können sich über eine neue Funktion freuen. at

Rubriklistenbild: © Fabian Sommer/dpa

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