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YouTube: Die größte Videoplattform der Welt

Ein Mann mit Smartphone steht vor dem Logo der Internet-Plattform YouTube
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YouTube hat sich zur größten Videoplattform weltweit entwickelt

YouTube ist im Internet kaum zu vermeiden. Irgendwann findet sich jeder auf der beliebten Videoplattform wieder, die von nostalgischen Fernsehschnipseln bis zu politischen Vlogs für jeden etwas bereithält.

  • YouTube wurde 2005 in den USA gegründet.
  • Ein Jahr später wurde die Videoplattform von Google für 1,65 Mrd. US-Dollar gekauft.
  • 2019 erzielte YouTube einen Jahresumsatz von 15 Milliarden US-Dollar.

San Bruno – YouTube gehört zu den am meisten aufgerufenen Websites überhaupt. Für junge Menschen hat die Videoplattform den Fernseher längst als wichtigstes Medium für bewegte Bilder abgelöst. Pro Minute werden 500 Stunden Videomaterial auf YouTube hochgeladen.

YouTube: Die Anfänge der Videoplattform

YouTube wurde 2005 von Steve Chen, Chad Hurley und Jawed Karim gegründet, die zuvor zusammen bei PayPal gearbeitet hatten. Als Inspiration diente Karim zufolge der legendäre „Nipplegate“-Vorfall beim Super Bowl 2004: Beim Pausenkonzert war Janet Jacksons Busen kurz zu sehen gewesen und löste in den prüden USA einen Skandal aus. Online war jedoch kaum Bildmaterial davon zu finden. Hurley und Chen hingegen gaben eine andere Hintergrundidee an: Sie wollten ein Online-Dating-Portal gründen und lockten attraktive Damen mit 100 US-Dollar, wenn sie kurze Videos von sich hochluden. Allerdings fanden sie nicht genug Freiwillige und griffen Karims Idee von einer allgemeinen Videoplattform auf.

Am 14. Februar 2005 wurde die Domain www.youtube.com registriert, die auf den englischen Ausdruck „Tube“ (Röhre) für den Fernseher anspielt. Das allererste Video lud Jawed Karim am 23. April 2005 auf YouTube hoch – es zeigte ihn bei einem Besuch im San Diego Zoo. Bereits im November des gleichen Jahres erreichte ein Video die Marke von einer Million Zuschauern: Es handelte sich um eine Werbung des Sportartikelherstellers Nike mit Fußballstar Ronaldinho.

YouTube: Rasantes Wachstum

Schon bald konnte die Videoplattform Deals mit amerikanischen Medienunternehmen aushandeln und startete die ersten kommerziellen Kanäle. Eine der früheren Partnerinnen war Paris Hilton, die wohl bekannteste Influencerin der 90er-Jahre, ehe der Begriff überhaupt erfunden wurde. Warner Bros. Records kaufte den ersten Brand Channel für sie, um Werbung für ihr Debütalbum „Paris“ zu machen.

Der Suchmaschinenriese Google erkannte das Potenzial von YouTube früh und erwarb das Start-up 2006 für 1,65 Milliarden US-Dollar. Die Bezahlung erfolgte in Google-Aktien. Bereits in diesem Jahr wurden täglich 20.000 neue Videos hochgeladen und 15 Millionen Videos auf YouTube gestreamt. 2010 war die Zahl der täglich gestreamten Videos auf 2 Milliarden gestiegen und 2012 auf 4 Milliarden. 2016 erfolgte der Umzug in eine neue Zentrale in San Bruno im Silicon Valley.

YouTube verdient Geld mit neuen Funktionen

YouTube fand zusammen mit Google zahlreiche Wege, mit der Videoplattform Geld zu verdienen. So wurden sämtlichen Videos kurze Werbeclips vorgeschaltet und verschiedene separate Funktionen entwickelt:

  • YouTube Movies ist eine Streamingplattform für kommerzielle Filme und Serien.
  • Music Key war ein Musik-Streaming-Dienst, mit dem das Angebot von Google Play Music gegen eine monatliche Abo-Gebühr gestreamt werden konnte.
  • Music Key ging 2015 in YouTube Red (heute YouTube Premium) auf. Mit diesem Abonnement ist der gesamte Content von YouTube werbefrei verfügbar.
  • YouTube Music wurde 2018 als separates Abonnement nur für Musikstreaming eingeführt.
  • YouTube Gaming erlaubt das Livestreamen und Hochladen von Spielsequenzen und eSports-Wettkämpfen.
  • YouTube Kids ist eine App für Browser, mobile Endgeräte und Smart-TV speziell für Kinder. Sie soll Eltern mehr Kontrolle über den Videokonsum ihrer Kinder ermöglichen, wird aber wegen viel Werbung kritisiert.

Auf der anderen Seite ermöglichte YouTube zahlreichen Menschen weltweit eine Karriere. 2008 wurde beispielsweise der damals erst 13-jährige Justin Bieber auf YouTube entdeckt, der dort Coverversionen bekannter Hits hochgeladen hatte. In den folgenden Jahren stieg er zum Teenie-Idol und Weltstar auf.

YouTube: Sehenswerte Kanäle

Der Kern der Videoplattform sind die einzelnen Kanäle (Channels) der User. Jede Privatperson kann sich bei YouTube anmelden, einen Kanal starten und Inhalte hochladen. Viele belassen es dabei, private witzige Heimvideos zu teilen oder alte Fernsehschnipsel zur Verfügung zu stellen. Da es für jeden Abruf der Videos Geld gibt, nutzen viele die Möglichkeit zum halblegalen Streaming, indem sie beispielsweise beliebte Alben oder ältere Fernsehsendungen als Stream hochladen.

Vielen YouTubern ist es jedoch auch gelungen, Millionen Fans zu gewinnen und über ihre Videos ein hohes Einkommen zu generieren. Die zehn erfolgreichsten deutschsprachigen Kanäle auf der Videoplattform 2020 nach Abonnenten gemessen:

  • Rang: 1, Name: HaerteTest, Abonnenten: 19,1 Mio., Inhalt: Ein Auto fährt über zahlreiche Gegenstände und unterzieht sie so einem Härtetest.
  • Rang: 2, Name: Kurzgesagt, Abonnenten: 12,6 Mio., Inhalt: Wissenschaftliche Themen unterhaltsam und leicht verständlich aufbereitet
  • Rang: 3, Name: Kinder Spielzeug Kanal, Abonnenten: 10,4 Mio., Inhalt: Präsentation von Kinderspielzeug
  • Rang: 4, Name: Ice Cream Rolls, Abonnenten: 9,17 Mio., Inhalt: Eiscreme wird gerollt und zu köstlichen Eisbechern zusammengestellt.
  • Rang: 5, Name: Freekickerz, Abonnenten: 8,41 Mio., Inhalt: Vielfältige Videos rund um das Thema Fußball
  • Rang: 6, Name: Crazy Frog, Abonnenten: 8,4 Mio., Inhalt: Einst nervtötender Handy-Klingelton, heute Musikvideo-Star bei YouTube
  • Rang: 7, Name: SurpriseJoe, Abonnenten: 7,04 Mio., Inhalt: Englischsprachiger Kinderkanal, der erstes Wissen mit Reimen und Liedern vermittelt
  • Rang: 8, Name: BibisBeautyPalace, Abonnenten: 5,94 Mio., Inhalt: Bianca Heinicke bietet Schönheitstipps, Challenges und Comedy.
  • Rang: 9, Name: The Voice Kids, Abonnenten: 5,88 Mio., Inhalt: Der YouTube-Ableger der TV-Show The Voice speziell für Kinder bis 15 Jahre
  • Rang: 10, Name: Julien Bam, Abonnenten: 5,72 Mio., Inhalt: Musikvideos, Comedy und vieles mehr. Hat den Hauptkanal jedoch gegen zwei weitere Kanäle getauscht (Jucktmichnicht und Bulien Jam)

Weitere bekannte Kanäle aus Deutschland

Frühe Superstars des deutschsprachigen YouTube sind mittlerweile aus den Top Ten gerutscht, darunter Let‘s Play-Legende Gronkh (4,9 Mio. Abonnenten) und LeFloid (3,0 Mio. Abonnenten). Der YouTuber, der eigentlich Florian Diedrich heißt, spricht vor allem Jugendliche an. 2015 machte er Schlagzeilen, als er Bundeskanzlerin Angela Merkel interviewen und ihr Fragen der YouTube-Community stellen durfte.

Schlagartig berühmt wurde der YouTuber Rezo 2019 mit dem Hochladen seines Videos „Die Zerstörung der CDU“. Mit 16 Millionen Abrufen avancierte es 2019 zum meistgesehenen YouTube-Video in Deutschland. Mit 1,52 Mio. Abonnenten liegt Rezo allerdings weit hinter seinen bekannteren Kollegen.

YouTube weltweit

Im Vergleich zu den international beliebtesten YouTubern ist die Reichweite der deutschen Kanäle auf YouTube relativ unbedeutend. Der Kanal mit den weltweit meisten Abonnenten (163 Millionen) gehört dem indischen Musiklabel T-Series, das auf der Videoplattform Musikvideos populärer Bollywood-Filme streamt.

An zweiter Stelle folgt der schwedische YouTuber PewDiePie (Felix Arvid Ulf Kjellberg), der mit Let‘s Plays (Mitschnitten von Videospielen) begann und heute Content aller Art bietet. Ihm folgen 105 Millionen Abonnenten aus aller Welt.

Der Erfolg des dritten Platzes dürfte gestressten Eltern in aller Welt geschuldet sein. Der YouTube-Kanal „Cocomelon“ mit 99,5 Millionen Abonnenten spielt Schlaflieder und andere Kinderlieder und wurde auch bei Netflix zu einem der am häufigsten gestreamten Programme 2020.

YouTube: So funktioniert das Hochladen

Das Hochladen von Videos in die Videoplattform ist kinderleicht. Nach der Anmeldung im eigenen Kanal bei YouTube genügt es, das Kamerasymbol in der App zu klicken und das Video mit der Kamera des Smartphones aufzunehmen. Anschließend muss es noch veröffentlicht werden.

Die Kanäle beliebter YouTuber arbeiten natürlich viel professioneller. Da werden die Videos zunächst mit einer hochwertigen Kamera und perfekter Beleuchtung gedreht, mit Software bearbeitet und erst dann hochgeladen.

Beste Anlaufstelle für Anfänger ist die YouTube Creator Academy mit zahlreichen Tutorials und wichtigen Tipps. Sie ist mit YouTube Studio verknüpft, der Nutzeroberfläche für angemeldete Nutzer. Im Dashboard lassen sich die einzelnen Kanäle verwalten, Nutzerzahlen messen, Playlists erstellen und vieles mehr.

YouTube werbefrei nutzen

Offiziell kann YouTube nur durch den Erwerb eines Abonnements von YouTube Premium werbefrei genutzt werden. Die Preise dafür beginnen bei 11,99 Euro pro Monat.

Wer lediglich kostenlose Videos ohne die vorgestellten Werbeclips und Einblendungen auf der Videoplattform sehen möchte, der kann sich jedoch mit Tricks behelfen. So gibt es die App NewPipe für mobile Endgeräte: Wenn YouTube-Videos darüber abgerufen werden, blendet NewPipe die Werbung einfach aus. Wer YouTube lieber am Laptop nutzt, kann das Add-On „SponsorBlock“ für Google Chrome oder Firefox installieren.

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