Zehn Jahre nach dem Amoklauf

Columbine-Mörder waren "ganz normale Schüler"

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Im Gedenken an die Opfer: In Littleton wurde das Columbine Memorial errichtet.

Der Amoklauf an der Columbine High School in Littleton, Colorado, jährt sich am 20. April zum zehnten Mal. Zwei "ganz normale Schüler" töteten 15 Menschen. Die Ratlosigkeit ist geblieben.

Eric Harris (18) und Dylan Klebold (17) betraten am 20. April 1999 um 11.10 Uhr die Columbine High School und machten sie aus der bis dahin unbekannten Bildungseinrichtung ein Denkmal für Hass und Trauer. Sie erschossen vier Mädchen, acht Jungen, einen Lehrer und anschließend sich selbst. Es hätten noch mehr Opfer sein können - die beiden Jungen hatten sich darauf vorbereitet, die ganze Schule zu sprengen, schreibt das Heute-Magazin und schildert den Fall.

Um das Innenleben dieser beiden Menschen zu verstehen, hat der Autor Joachim Gaertner die Tagebücher der beiden Mörder gelesen. Er hat sich auch durch Vernehmungsprotokolle gearbeitet und seine Erkenntnisse im Buch "Ich bin voller Hass - und das liebe ich!!" niedergeschrieben. Für Welt Online hat er seine Ansichten auf Artikellänge kondensiert. Die FAZ hat eine Rezension des Buches verfasst. Aus den Tonbändern der Protokolle hat Gaertner ein Hörspiel geschnitten, das den schwarzen Tag in Amerikas Schulgeschichte rekonstruiert. "Hass! Mehr Hass!" lief zwar schon auf dem Radiosender 1 Live, steht aber noch bis zum 14. Mai zum Download zur Verfügung.

Die Klischees, die sich schnell um Eric und Dylan bildeten - sie seien Mitglieder der "Trenchcoat Mafia" und auf Antidepressiva gewesen, sie hätten speziell Christen, Schwarze und Sportler gehasst - hat das FBI nun widerlegt. Entgegen der Hoffnung konservativer Politiker waren die zwei Amokläufer ganz normale Schüler. Sie kannten weder Freund noch Feind, als sie mit ihren Waffen die High School stürmten, schreibt die Zeitung USA Today. Auch der Journalist Dave Cullen versuchte für sein Buch "Columbine" hinter die Mythen zu gucken, die sich schnell gebildet hatten. Gegenüber der Basler Zeitung räumte ein Reporter mit einigen Unwahrheiten um den Amoklauf auf.

Doch es wird nicht nur versucht, das Wesen der Mörder zu analysieren, auch die Opfer arbeiten daran, ihre Erlebnisse zu verarbeiten. Brooks Brown, kurzzeitig Verdächtiger und deshalb in die Vorfälle verwickelt, bloggte vor kurzem den Satz "Es wird tatsächlich einfacher". Seine Geschichte haben die Ruhrbarone niedergeschrieben. Noch immer kämpfen die Eltern der getöteten Schüler um eine vollständige Aufklärung der Ereignisse auf columbinefamilyrequest.org.

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