Den Bergen zuliebe

Die 10 besten Tipps für umweltfreundlichen Wandersport

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Wer naturschonend wandert, genießt das Bergpanorama umso mehr.

Dieser Sommer war gigantisch und wenn der Herbst nur annähernd so schön wird, dann wird einiges los sein in den Bergen. Denn Herbstzeit ist bekanntlich Wanderzeit.

Kraft schöpfen, Ruhe genießen, dem Alltag entfliehen, sich sportlich herausfordern oder anderes –die Gründe für Ausflüge ins Gebirge sind vielfältig, aber einen Wunsch haben alle Bergsportler gemeinsam: Sie wollen die Natur und ihre Schönheit erleben. Doch verkraften die Alpen das? „Im Großen und Ganzen stehen die Alpen schon noch sehr gut da. Auf jeden Fall sind sie nach wie vor ein europaweit bedeutendes, in weiten Teilen auch intaktes Ökosystem. Es vereint viele Interessen auf engstem Raum. Vom Tourismus über die Bewirtschaftung bis hin zu Sport und Erholung. Dazu kommen Entwicklungen wieder Klimawandel, der die Alpenwelt einschneidend verändert. Es gibt sehr viele Handlungsfelder, in denen man aktiv werden kann und muss“, sagt Jörg Ruckriegel, Leiter des Ressorts Umwelt- und Naturschutz beim Deutschen Alpenverein (DAV), in einem Interview im Magazin Bergsteiger. 

Seit 1984 ist der DAV anerkannter wie engagierter Naturschutzverband in Bayern und tut viel für den Erhalt der Alpen. Am besten aber jeder Bergsportler fängt bei sich selbst an. Die Fahrt zur Tour hinauf auf das Purtscheller Haus in den Berchtesgadener Alpen erfolgt deshalb umweltfreundlich mit Bahn und Bus. „Um die Umwelt und ihre Ressourcen zu schonen,braucht es nur ein wenig Bewusstsein. Denn wer sich mit seiner Umwelt auseinandersetzt, wer die Schätze der Natur sieht, für den wird ihr Schutz zur Selbstverständlichkeit“, sagt auch DAV-Bergführer Oliver Lindenthal. Die umweltgerechte Anreise zur Tour gehört für ihn ebenso dazu wie einige andere grundlegende Dinge , die für viele leider nicht mehr selbstverständlich sind. Beispiele: Sich wirklich Zeit nehmen für sich und die Natur und auch die kleinen Dinge am Wegesrand sehen, die die Tour zu einer spannenden Entdeckungsreise werden lassen. Oliver bleibt am Weg hinauf immer wieder stehen und erklärt Flora und Fauna: Warum ein aus Asien eingeschleppter Pilz der heimischen Bergulme schwer zu schaffen macht, dass der Gelbe Enzian zu den geschützten Alpenpflanzen gehört und als Heilpflanze gilt, weil die Bitterstoffe seiner Wurzeln bei Verdauungsbeschwerden helfen sollen und vieles mehr. Horizonterweiterung, die das Erleben intensiviert. 

Zu den Zutaten für ein intensives, unvergessliches wie umweltgerechtes Bergerlebnis gehört auch eine „gscheide“ Brotzeit. Selbstverständlich, dass man danach seinen gesamten Müll auch wieder vom Berg mit nach Hause nehmen sollte. Wer lieber gemütlich einkehrt: Alpenvereinshütten mit dem Umweltgütesiegel stehen für herausragendes Engagement in puncto Nachhaltigkeit und das Schild „So schmecken die Berge“ am Hütteneingang verspricht Genuss mit Geschmack und gutem Gefühl beim Essen. Hier werden nämlich alpine Spezialitäten und Produkte serviert, die vor Ort oder nur mit Produkten aus der Region erzeugt werden. Die Nudeln zum Rehragout, der Apfelkuchen,das Brot,die Butter oder die große Auswahl an Marmeladen zum Frühstück, alles selbst gemacht und viel Arbeit für Regina und Josef König, die Hüttenpächter im Purtschellerhaus (www.purtschellerhaus.eu). Die Gäste danken es mit großem Appetit.

von Petra Rapp

Natürlich Bergwandern – diese DAV-Punkte helfen

Blumenpflücken gehört nicht zum Naturgenuss.

Sich Zeit nehmen am Berg und mit allen Sinnen seine Umwelt, die Natur und ihre Pflanzen und Tiere aufnehmen: Dies sind die Zutaten für ein intensives Bergerlebnis. Diese Punkte finden sich auch in den zehn Tipps wieder, die der DAV unter dem Motto „Natürlich Bergwandern“ zusammengestellt hat. Sie tragen nicht nur zum Umweltschutz bei,sondern erhöhen auch den Spaß in den Bergen.

1. Keinen Abfall zurücklassen: 

Am Berg gibt es keine Müllabfuhr. Selbst kompostierbare Abfälle wie Bananen und Schalen von Zitrusfrüchten verrotten nur langsam und können zum Eintrag von Schadstoffen führen.

2. Energie sparen: 

Wasser und Strom sind gerade auf den ge Hütten eine wertvolle und rare Ressource. Darum: Wengir ist mehr.

3. Wege nicht unnötig verlassen: 

Durch Abschneider entstehen oft Erosionsschäden, die dann aufwendig behoben werden müssen. Wegloses Gehen ist in der Regel nur im Hochgebirge sinnvoll – wo es keine Wege gibt. Dafür ist aber viel Erfahrung nötig!

4. Keine Blumen pflücken: 

Viele der Blütenpflanzen der Alpen und Mittelgebirge sind sehr selten und daher geschützt. Also gilt: sammeln nur mit der Kamera.

5. Hunde anleinen: 

Freilaufende Hunde stöbern gerne links und rechts des Weges. Dabei beunruhigen sie Wild- und Nutztiere. Ausnahme: Kuhweiden. Da kann es im Interesse der Sicherheit manchmal besser sein, den Hund laufen zu lassen.

6. Lärm vermeiden: 

Lautes Rufen, Musik usw. beeinträchtigt nicht nur die Tiere, sondern auch andere Wanderer.

7. Fernglas und Bestimmungsbuch mitnehmen: 

Viele Beobachtungen lassen sich so in kleine Highlights verwandeln, die man so schnell nicht mehr vergisst.

8. Sich vorher informieren: 

Je mehr man weiß, desto mehr sieht man. Das Erlebnis der Berglandschaft wird intensiver, wenn man ein wenig über deren Geschichte weiß.

9. Touren erarbeiten und entdecken: 

Das Erlebnis Wandern beginnt bereits zu Hause. Wer sich ausführlich und in Ruhe mit Karten und Führern auseinandersetzt und im Internet recherchiert, wird genau die richtigen Touren für seine Interessen finden.

10. Sich Zeit nehmen: 

Wandern ist kein Leistungssport. Wenn man immer GPS und Uhr im Auge hat, sieht man vieles andere nicht mehr.

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