Besuch beim Trainer der Olympia-Profis

Fit für den Winter mit Max Rieder

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Max Rieder gibt Tipps, wie Sie sich für die Wintersaison fit machen.

Die DSV-Skiprofis sind vergangenes Wochenende in Sölden in die Saison gestartet. Die meisten Hobbyskifahrer haben die ersten Schwünge noch vor sich. Höchste Zeit, sich dafür ein wenig fit zu machen.

Ganz so extrem wie die Profis muss es ja nicht sein, aber wer körperlich ein wenig trainiert ist, hat einfach mehr Spaß im Schnee und minimiert die Verletzungsgefahr. Wem Zeit und Lust auf intensiveres Kraft und Ausdauertraining fehlen: Moderne Trainingsgeräte bieten eine gute Alternative.

Körperbeherrschung pur bei der Shaolin- Liegestütze

„Ja, eine klasse Übung. Wir versuchen immer mehr Elemente aus den asiatischen Sportarten in unser Training einzubauen. Denn schließlich sind Körper, Geist und Seele eine Einheit und da können wir noch viel von anderen Sportarten lernen“, sagt Max Rieder dann doch etwas außer Atem. Der Trainingswissenschaftler ist einer von rund 20 Trainern und Betreuern am Olympiastützpunkt Bayern in Garmisch Partenkirchen und wie die kurzen Trainingsdemonstrationen zeigen, selbst topfit. Kein Gramm Fett am gestählten Körper. Trainer sollen ja schließlich Vorbilder sein.

Saisonvorbereitung der Profis

Fit werden wie Sportass Felix Neureuther.

Hier in den Krafträumen im Skistadion wird die körperliche Basis geschaffen für die Erfolge von Felix Neureuther, Fritz Dopfer, Linus Strasser und Co. „Der Fritz hat sich in den letzten vier Jahren in der für Skifahrer so wichtigen Rumpfkraft um über 20 Prozent verbessert“, erzählt Max und zeigt, was die einzelnen Geräte dieser hochmodernen Rumpfdiagnostikstraße können und welche Muskeln sie im Einzelnen damit trainieren. In der Saisonvorbereitung gehört Rumpftraining zum täglichen Brot der alpinen Skiprofis, dazu vor allem auch viel Kraftausdauer. Alles wird genauestens protokolliert und ausgewertet. In regelmäßigen leistungsdiagnostischen Tests werden die Sportler/innen überprüft, ob sie ihre Trainingshausaufgaben auch gemacht haben, fit sind oder in bestimmten Bereichen Defizite haben und noch nachlegen müssen. „Maria Riesch war beispielsweise im Kraftausdauertest immer mit Abstand die Beste. Für sie war das auch psychologisch immer wichtig. Sie hat immer gesagt, wenn ich hier bei dem Test gut bin, weiß ich, dass ich das auch auf der Piste bin und die ganze lange Saison gut durchstehen kann.“

Gute Ergebnisse durch eigene Diagnostik

„So ein Zentrum wie hier mit eigener Diagnostik, wo man die Trainings- wie auch Laborergebnisse sofort geliefert bekommt, hat sonst keiner, da beneiden uns viele darum“, sagt Rieder nicht ohne Stolz. Die Erfolge der alpinen Herren kommen also nicht von ungefähr. Es wird hier das ganze Jahr über hart gearbeitet, vor allem in den Sommermonaten herrscht Hochbetrieb in den kargen, aber sehr funktionellen Räumen, in denen vieles ein wenig an alte Schulturnhallen erinnert und der glänzende Luxus topmoderner Fitnessstudios weit weg ist.

Trainingsmethoden und Geräte

Neben Kraft und Kraftausdauer ist auch Motorik, Sensomotorik und Balance wichtig. Die wird hier eingehend auf der Slackline, den unterschiedlichsten Wippen, Sensoboards und mit Gymnastikübungen trainiert. „Am besten immer mit koordinativ übergreifenden Aufgaben“ Felix hat übrigens ein extrem gutes Körpergefühl, der liebt diese Übungen hier und kommt auch im Winter während der Saison zwischendurch gerne mal hierher, wenn er eine Pause vom Schnee braucht. Oft ist eine Einheit Basisarbeit hier produktiver, um wieder ein Gefühl für den Körper zu bekommen“, sagt Max Rieder und springt lässig in einbeiniger Hocke von einem Ball zum anderen.

Slackline

Slacklinen macht Spaß und verbessert Kraft, Koordination und Gleichgewicht. Das Balancieren auf der Slackline schult ideal Koordination und Gleichgewicht. Da sich beim Slacklinen permanent die Lage der Unterstützungsfläche unter dem Körper verändert, muss der Körperschwerpunkt stets über dem Gerät positioniert werden. So hilft dieses Training, beim Skifahren die richtige Position über dem Ski zu finden. Gleichzeitig führt das Halten der beim Slacklinen erforderlichen Körperspannung zu einer Kräftigung der Knie-, Hüft- und vor allem der Rumpfmuskulatur.

Schlingentraining

Beim Schlingentraining wird das eigene Körpergewicht als Trainingswiderstand genutzt.

Das Workout an Schlingen, die über zwei Seile an der Decke oder auch am Baum befestigt werden, ist ideal, um Kraft aufzubauen. Neben der Muskulatur des Oberkörpers und der Extremitäten wird hier auch die im Skisport so wichtige Rumpfmuskulatur gekräftigt. Zudem werden besonders die gelenkstabilisierenden, tieferliegenden Muskelschichten angesprochen. Hier reagieren die tieferliegenden Muskelschichten intensiv auf die instabile Lagerung beim Schlingentraining.

Wackelbretter, Ballkissen & Co.

Wackelbretter trainieren durch das stete Balancieren auch kleinere Muskeln.

Luftgefüllte oder instabile Unterlagenintensivieren Kräftigungs- und Koordinationsübungen Hier wird auf die tiefliegenden, gelenkstabiliserenden Muskelschichten ein wesentlich intensiverer Reiz ausgeübt als bei vergleichbaren Übungen auf stabilen Unterlagen. Daher eignen sich die luftgefüllten Geräte hervorragend für eine effektive Kräftigung der Muskulatur des gesamten Körpers. Die Rumpfmuskulatur kann dabei sehr gut mit Übungen in liegender oder sitzender Position trainiert werden. Übungen im Liege- oder Unterarmstütz dienen der Ganzkörperkräftigung und trainieren Rumpf-, Hüft-, Schultergürtel- sowie die Arme und Beine.

EMS-Training

Bodystreet setzt auf EMS-Training, eine äußerst innovative Methode zur Muskelstimulierung.

Eine sehr effektive und wenig zeitintensive Methode ist ein Training mit Elektrostimulation. Hier können Sportler in nur 20 Minuten pro Woche auch tiefliegende Muskelpartien stärken und sich für die Belastungen beim Skifahren rüsten. Bei der in Fitnessstudios angebotenen sogenannten Bodystreet-Methode werden klassische Workout-Einheiten durch externe Elektromuskelstimulation unterstützt und intensiviert. Elektroden, die an Arm- und Beinpads sowie an einer Weste fixiert sind, erreichen die gesamte Muskulatur. So wird der gesamte Körper trainiert!

von Petra Rapp

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