So findet jeder ans Ziel

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GPS-Geräte erleichtern die Orientierung im Gelände ungemein. Eine Karte gehört trotzdem mit in den Rucksack.

Ach, wäre es nur so einfach wie beim Auto-Navi: Ziel eingeben, Route berechnen lassen und dann der Damenstimme folgen. Doch GPS-Geräte für den Outdoor-Einsatz sind noch lange nicht so weit...

Der Fachbuch-Autor Thomas Froitzheim gibt Tipps

...wer bei einer Wanderung oder Radtour mit Satellitenhilfe ans Ziel finden will, muss sich ein bisschen in die Materie einarbeiten. Der Fachjournalist Thomas Froitzheim hat kürzlich im Bruckmann-Verlag sein neues Buch GPS für Biker (22,95 €) veröffentlicht. Es richtet sich vor allem an Radler, vermittelt aber auch allgemeingültige Grundlagen und Tipps zur Satelliten-Navigation. Regelmäßig veranstaltet Froitzheim GPS-Kurse auch in München; die Termine findet man auf www.­naviso.de. Für uns lichtet der Fachmann an sechs Beispielen das Dickicht der unterschiedlichen GPS-Geräte. Denn vor der Anschaffung eines Satelliten-Empfängers sollte man überlegen, für welchen Einsatzbereich man ihn braucht.

Für Papierkarten-Anhänger

Das Active 10 von Satmap

Das Active 10 von Satmap erleichtert den Umstieg von Papier auf GPS. Denn auf seinem großen Bildschirm zeigt es ein topografisches Kartenbild an, wie man es von den amtlichen Blättern gewohnt ist. Auf dem Active 10 laufen nur Rasterkarten, es ist also nicht routingfähig. Die Darstellung der Details ist sehr exakt – so lange man nicht allzu weit reinzoomt, denn dann werden Rasterkarten naturgemäß pixelig. Satmap bietet eine Vielzahl von Karten, die als SD-Karte ins Gerät gesteckt werden, und los geht’s. Auf dem großen Display lassen sich kleinere Strecken per Joystick planen. Einen Kontakt zum Computer braucht das Gerät also erst, wenn man Daten übertragen (kostenlose Software von Satmap) oder die Gerätesoftware updaten will. Größter Nachteil: die gewöhnungsbedürftige Menüführung. Preis: 399 € inkl. einer Karte.

Für Radsportler

Edge 800 von GPS-Marktführer Garmin.

Es wiegt keine 100 Gramm, sieht rasant aus – und ist auch sonst in jeder Hinsicht das passende Gerät für sportliche Radfahrer: das Edge 800 von GPS-Marktführer Garmin. Der Touchscreen reagiert sensibel, Karten und Menüs sind gut ablesbar. Trittfrequenz-Messer und Brustgurt (beides optional ­erhältlich) machen den Edge 800 zum Fitnesstrainer (inkl. virtuellem Trainingspartner) mit vollständiger Tracknavigation. Nutzer anderer Garmin-Geräte müssen sich an ein paar neue Ausdrücke (z. B. „Position“ statt „Wegpunkt“) und ein ­neues Dateiformat gewöhnen. Sämtliche Garmin-Vektorkarten laufen auf dem Edge 800, Raster­karten nur begrenzt. Weil man den Akku nicht wechseln kann, eignet sich das Gerät eher für ­Tagestouren. Preis: je nach Ausstattung mit Karten und Fitness-Zubehör zwischen 399 und 529 €.

Für Geocacher

Explorist GC von Magellan

Für die satellitengeführte Schnitzeljagd eignen sich ­besonders solche Geräte, die das papierlose Geocaching unterstützen, also die Beschreibungen der Caches anzeigen können. Das Modell Explorist GC von Magellan (199 €) trägt seine Spezialisierung schon im Namen. Der günstige Preis ist freilich nur möglich, weil das Gerät auf einige Outdoor-Anwendungen verzichtet, die seine großen Brüder aus der Explorist-Reihe haben. Wer den Explorist GC kauft, bekommt eine 30-tägige Premium-Mitgliedschaft bei geocaching.com mit dazu. Die beliebtesten Caches weltweit sind vorgespeichert. Zur angenehmen Bedienung gehören Sortier- und Suchfunktionen für Tausende von Geocaches. Die Empfangswerte sind sehr genau, was gerade beim Geocaching wichtig ist.

Für Weltreisende

Aventura TwoNav

Wer mit seinem GPS die Welt erkunden möchte, braucht viel Speicherplatz für eine Vielzahl von Karten sowie die Möglichkeit, Karten aus verschiedenen Quellen auf sein Gerät zu laden. Beides bietet der Aventura TwoNav (ab 600 €). Ein Laptop kann man daheim lassen, denn der TwoNav hat ein riesiges Funktionsspektrum mitsamt Planungsprogramm für unterwegs; so lassen sich auf dem großen Display bequem Tracks entwerfen und bearbeiten. Der Akku hat mit 10 bis 15 Stunden Laufzeit genug Luft für lange Trips, außerdem gibt es ein separates Batteriefach. Dank der weit auseinander liegenden Tasten lässt sich der TwoNav auch mit Handschuhen bedienen. Die umfangreiche Ausstattung (u. a. eine routingfähige Straßennavigationskarte) relativiert den hohen Preis, schlägt sich aber auch in den Gehäusemaßen und im Gewicht (262 Gramm) nieder.

Für GPS-Einsteiger

Ibex 30 von Falk

Satelliten-Navigation ist eine Wissenschaft für sich. Zum Glück gibt es auch einfach zu bedienende Geräte wie den Ibex 30 (370 €) von Falk. Er kommt mit zwei Tasten und dem Touchscreen aus. Trotzdem hat er viele Einstellungsmöglichkeiten und Funktionen. Der Ibex bietet ein effektiveres Routing (vor allem auf Radwegen) als die meisten anderen Geräte, die Zieleingabe gelingt fast so einfach wie beim Auto-Navi. Mit der bereits installierten Deutschlandkarte ist das Gerät gleich betriebsbereit. Vor allem Tourenradler werden ihre Freude haben, nicht zuletzt dank der fahrradspezifischen Vorinstallationen wie dem ADFC-Routennetz. Schwachpunkt ist der (austauschbare) Akku, der nach sechs bis acht Stunden Ersatz verlangt. Und die mitgelieferte Lenkerhalterung, die auf holprigen Wegen an ihre Grenzen gerät.

Für Allrounder

Die Oregon-Serie von Garmin wird als die Golf-Klasse der GPS-Geräte bezeichnet.

Die Oregon-Serie von Garmin wird als die Golf-Klasse der GPS-Geräte bezeichnet. Sie beherrscht alle nötigen Funktionen für Outdoorer, Fahrradler oder auch Geocacher. Vor allem das eingängige Bedienkonzept hat den Geräten zu Golf-artiger Verbreitung verholfen. Die Oregons haben – wie auch ihre kleinen Brüder aus der Dakota-Serie – eine einzige Taste zum Ein- und Ausschalten, die restliche Bedienung läuft über den Touchscreen. Der ist detailreich, erscheint aber nicht ganz so brillant wie bei einem Gerät mit Tastenbedienung. Hinsichtlich der Funktionen und Einstellmöglichkeiten lassen die Oregons keinen Wunsch offen: Kaum jemand wird die 18 Menüs ausreizen. Oregon-Modelle sind routingfähig, lassen sich für den Upload (auch Rasterkarten) mit Micro-SD-Karten aufrüsten und weisen hervorragende Empfangswerte auf. Je nach Ausstattung zwischen 399 und 579 €.

Das Buch

 

Das Buch

Der Fachjournalist Thomas Froitzheim hat kürzlich im Bruckmann-Verlag sein neues Buch GPS für Biker (22,95 €) veröffentlicht. Es richtet sich vor allem an Radler, vermittelt aber auch allgemeingültige Grundlagen und Tipps zur Satelliten-Navigation.

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