Auf weiten Wegen

Immer mehr Menschen wollen über die Alpen wandern

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Alpenüberquerung: Wohl echt „einmalige“ Ausblicke.

„Der Weg ist das Ziel“ – und für viele Wanderliebhaber darf’s gerne ein bisschen mehr sein. Einmal zu Fuß über die Alpen ist in ambitionierten Kreisen schon fast ein Muss.

Goethe wählte vor über 200 Jahren die Route über den Brenner nach Oberitalien. Wege und Rastmöglichkeiten auf Almen und Schutzhütten gab’s da noch nicht. Heute gibt es viele Routen und unterschiedlichste Transalp-Angebote. Hier die interessantesten Varianten:

Von München nach Venedig

Venedig sehen und – schwärmen! Einfach der Klassiker.

Der Klassiker: Für Weitwanderer fast schon ein „Muss“: Die klassische Tour vom Marienplatz zum Markusplatz. Vom oberbayerischen Isartal geht es ins oberitalienische Piavetal, das sind 520 Kilometer abwechslungsreiche Fußreise vom Bauernland bis in die Gletscherregion. Vom Voralpenland ins Karwendelgebirge, vom vergletscherten Alpenhauptkamm hinein in die südlichen Dolomiten. Am Ende nach 28 Tagen Fußweg wartet ein Stadtbummel in der für viele schönsten Stadt der Welt: in Venedig mit Markusplatz, Rialtobrücke und Canal Grande. Infos unter www.davsc.de/aqven

Von Tegernsee nach Sterzing

Schnappschuss: Irgendwo zwischen Tegernsee und Sterzing.

Für Genießer: Seit letztem Sommer bieten vier große Tourismusregionen (Tegernsee, Achensee, Zillertal und Sterzing) eine neue, einheitlich beschilderte Alpenüberquerungs-Route an. Dank ihres einfachen bis mittleren Schwierigkeitsgrads kann sie jeder geübte Wanderer problemlos bewältigen. Die Route führt in sieben Etappen von Gmund am Tegernsee über Wildbad Kreuth, Achenkirch nach Maurach am Achensee. Von dort geht es weiter nach Hochfügen über Mayrhofen weiter nach Pfitsch und durch das Pfitschertal vorbei an urigen Bergbauernhöfen und Dörfern nach Sterzing, der nördlichsten Stadt Italiens. Infos unter www.die-alpenueberquerung.com.

Grande Traversata delle Alpi

Die Grande Traversata delle Alpi, kurz GTA genannt, ist eine der abenteuerlichsten Alpendurchquerungen, da sie nur schwer zugängliche, von der Entvölkerung am meisten betroffene Alpentäler berührt. Vom Schweizer Nufenenpass, dem Übergang vom Wallis ins Tessin, geht es mit gewaltiger Viertausender-Kulisse auf alten Saumwegen durch den italienischen Westalpenbogen bis ans Mittelmeer, über 900 Kilometer. Seit der Industrialisierung kämpfen die „vergessenen“ Alpentäler der italienischen Region Piemont mit Abwanderung und damit auch mit dem Verlust der traditionellen Bauernkultur. Bleibt die Landschaftspflege durch den Menschen aus, sind die Hänge der Erosion und den Unwettern stärker ausgesetzt. Um dieser negativen Entwicklung entgegenzuwirken, wurde im Jahre 1979 die GTA geboren, damit die alten Verbindungspfade zwischen den Tälern wiederbelebt werden und damit der Wandertourismus den Dorfbewohnern in den Talschlüssen wieder einen Anreiz zum Bleiben gibt. Keine Investition in neue Infrastrukturen, sondern das Vorhandene mit sanftem Tourismus erhalten und fördern. Damit schenkt die GTA dem Wanderer nicht nur einmalige Landschaftserlebnisse, sondern auch eine faszinierende kulturelle Vielfalt. 59 Tage GTA in fünf Reiseetappen, Infos: www.davsc.de/aqgta1

Mit Gepäcktransport & Komfort

Idyllische Gelegenheiten zum einkehren sind möglich.

Vom Werdenfelser Land in die nördlichste Stadt Italiens: Dieser Weg bietet den Bergliebhabern besonders viele Gewässer. Der Möserer See, der Lichtsee und der Obernberger See, der die Schönheit der umliegenden Bergwelt widerspiegelt, liegen auf der Route. Die Stationen der Wanderung sind Seefeld und Obernberg. Ambros Gasser, Geschäftsführer der Alpinschule Innsbruck dazu: „Besonders sehenswert ist auch das Ziel Sterzing. Die Mittelalterstadt bietet prächtige Bürgerhäuser, idyllische Plätze und kleine Gassen.“ ASI hat diese Tour mit einem besonderen Komfort im Programm. Neben Gepäcktransport erwarten Outdoorfreunde auch bequeme Drei- und Vier-Sterne- Hotels als Unterkünfte. Infos: www.asi-reisen.de/reiseziele/ details/reise/alpenueberschreitung-von-garmisch-nach-sterzing.html

Sportvariante für Individualisten

Vom Großglockner zum Millstätter See: Bei dieser Überquerung ist der Pasterzengletscher ein wahres Highlight. Außerdem besticht der Alpe-Adria- Trail mit historischen Wegen, beeindruckenden Wildwasserschluchten und atemberaubenden Blicken von den Panoramaplätzen hoch über dem Millstätter See“, verrät Wanderprofi Ambros Gasser. Auf dem Weg liegt das berühmte Bergsteigerdorf Heiligenblut, das einst ein Goldgräberdorf war, die alten Apriacher Stockmühlen und die Künstlerstadt Gmünd. Das Beste zum Schluss: Die Panoramatour auf die Millstätter Alpe begeistert mit einmaligen Aussichten über die Kärntner Seenlandschaft, den Nationalpark Hohentauern bis hin zum Großglockner. Infos: www.asi-reisen.de/reiseziele/details/reise/kaernten-individuell-am-alpe-adriatrail.html

Extrem: Die Speed Transalp

Es geht auch einen Tick schneller. Nur für Extremisten!

Wer die ultimative Herausforderung sucht: Vom 20. bis 23. September 2015 organisiert der Bergsportspezialist Dynafit eine Speed-Transalp von der Zugspitze in Bayern nach Meran in Italien. Drei statt sieben Tage! Insgesamt sind knappe 4000 Höhenmeter im Auf- und 6000 Höhenmeter im Abstieg zu bewältigen. Die Alpenüberquerung wird von zwei Bergführern und dem spanischen Dynafit-Athleten Javier Martin de Villa begleitet. Der Skitouren- und Berglauf- Profi vermittelt Wissen rund ums Thema während der Tour. Interessierte Sportler aus allen Ländern können sich dafür bis 1. August bewerben. Infos: speedtransalp.dynafit.com/home/

Von Petra Rapp

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