Die Trends von übermorgen

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Prima-Klima-Wendejacke

Was man tun muss, um einen Brandnew-Award zu gewinnen? Man muss als Marke zum ersten Mal auf der Münchner Sportartikel-Messe ispo vertreten sein und ein besonders fortschrittliches ­Produkt präsentieren.

Zwei Monate vor der nächsten ispo (29. Januar bis 1. Februar) stehen nun die Brandnew-Gewinner 2012 fest. Die Jury bestand aus ehemaligen Siegern wie Peter Räuber (49) von der Chiemgauer Bekleidungsfirma Maloja – sie hat 2005 einen Brandnew-Award gewonnen und ist seither auf 25 Mitarbeiter gewachsen. Die 14 Juroren haben 269 Produkte aus 27 Ländern gesichtet. Manche Artikel haben erst Vorserienreife, sind also die Trends von übermorgen. Von den acht Gewinnern stellt die tz Ihnen hier sechs vor.

Die Brandnew-Gewinner 2012

Die Brandnew-Gewinner 2012

Prima-Klima-Wendejacke

Bei Hitze helle Kleidung – ein altbewährtes Rezept, um die Körpertemperatur zu regulieren. Dieses Rezept hat eine Tiroler Firma in eine Wende­jacke umgesetzt, die nun den Award in der Kategorie Sportswear gewonnen hat. Polychrome heißt das wasserdichte und atmungsaktive Laminat mit den zwei Gesichtern: Bei hohen Temperaturen trägt man die silberne Seite nach außen, weil sie die Sonnenstrahlung abblitzen lässt; wenn’s kühler wird, dreht man die Jacke um, damit die schwarze Seite wärmende Strahlen aufnimmt. tz-Redakteur Ingo Wilhelm hat eine Polychrome-Jacke (450 €) am Sonntag im Karwendel ausprobiert (Fotos). Bergauf hielt die Silberhaut erstaunlich kühl, ganz ohne Lüftungsschlitze ging’s aber nicht. Am Gipfel und bergab heizte die schwarze Seite spürbar ein. Super: das Tragegefühl. Fotos: Stephan Eschler, Dietmar Plank

Pelés Lieblingstreter

Pelés Lieblingstreter

Pelé Sports heißt eine hessische Firma. Und ihr Namensgeber scheint zugleich ihr größter Fan zu sein. Die brasilianische Fußball-Legende liebt den superleichten Treter, mit dem sich Pelé Sports 2012 erstmals auf der ispo vorstellt. „Pelé engagiert sich mit seinem Know-how und seinem Namen“, weiß das Jurymitglied Peter Kreidlmeyer. Was ihn und seine Kollegen an diesem Schuh besonders überzeugte: das federleichte Gewicht und der Preis von 180 Euro, womit dieser Schuh günstiger als die etablierte Konkurrenz sei.

Tasche und Zelt in einem

Was, wenn die perfekte ­Wellte auf sich warten lässt? Dann nimmt man die Surfboard-Tasche Wavecave (320 €), faltet sie auf und nutzt sie als Strandmuschel. Oder als Zelt, wenn man mal ein Nickerchen machen möchte. Oder zum unbeobacheten Umziehen. Oder eben zum Tragen von bis zu drei Brettern. „Das Zelt bietet einen großen Mehrwert am Strand, nimmt aber im Transport keinen Platz weg“, lobte die Jury und kürte den Wavecave zum Sieger in der Kategorie „Hardware Sommer“.

Ein Softboot für Skifahrer

Ein Softboot für Skifahrer

Dies ist nicht der erste Softboot für Skifahrer – aber es wäre der erste, der gut funktioniert. Auch die Jury war skeptisch, hat sich aber auch auf das Urteil der rotweißroten Damen-Skinationalmannschaft verlassen. Die hat den Free Motion (399 €) schon getestet und war angeblich sehr zufrieden mit den Fahreigenschaften. Der in Österreich entwickelte Stiefel (im Bild das Damenmodell), dessen Aufbau an einen Skatingschuh erinnert, soll laut Jury „absolut komfortabel“ sein und „zugleich einen aggressiven Fahrstil“ unterstützen.

Die perfekte Welle

Die perfekte Welle

Das Beste vom Besten – auf ispo-Deutsch heißt das „Overall Winner“. Und diese Wahl fiel heuer auf eine künstliche Anlage für Wellenreiter. Bislang gibt es erst einen solchen Wavegarden, nämlich in Spanien. Grundsätzlich kann man dieses mehrere Hundert Meter lange Becken mitsamt Wellengenerator (ab 400.000 €) an jedem geeigneten Ort bauen. Gedacht ist es vor allem als Ausflugsziel für Wellenreiter und Schaulustige. Im Präsentations-Video schwärmen ­Weltklasse-Surfer von der Qualität der künstlichen Welle, die bis zu 1,40 Meter hoch werden kann. Ideal auch für Kinder zum Üben.

Handy, GPS und Funkgerät

Handy, GPS und Funkgerät

Smartphones entwickeln sich zu Alles­könnern. Immer mehr Hersteller schmeißen sogar ­extra robuste und wasserdichte Geräte auf den Markt. Doch das einzige Outdoor-Smart­phone, das diesen Titel wirklich verdient, ist das tw700 von der Dachauer Firma TakWak. In dem Hardcore-Gehäuse stecken ein Android-Smart­phone, ein vollwertiges GPS-Gerät (auch für Gratiskarten geeignet) und ein ­Walkie-Talkie für den häufigen Fall, dass man draußen in ein Funkloch gerät. Bis zum kommenden Frühjahr soll das Gerät verfügbar sein zum Preis von 550 €.

I.W.

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