Münchner Hausberge im Winter-Check

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Drei beliebte Gipfel, die Sie auch bei Schnee erwandern können: Die Rotwand

Das muss ein schlechter Wand’rer sein, dem niemals fiel die Rotwand ein – oder der Jochberg – oder der Wank. Drei der beliebtesten Ziele in den Münchner Hausbergen. Auch im Winter?

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Durchaus! Diese Bergklassiker kann man oft auch im weißen Gewand erwandern. Spätestens nach einigen Schön­wetter-­Tagen findet man auf solch beliebten Touren eine kraftsparende Stapfspur vor. Vergessen Sie dennoch nicht, vor jeder Winterwanderung die Verhältnisse zu ­erkunden: Ist die Lawinengefahr zu hoch (www.lawinenwarndienst-bayern.de)? Droht Schlechtwetter? Und nehmen Sie ­alles Nötige mit, speziell Stiefel, warme Kleidung, Thermoskanne, Karte, möglichst auch Gamaschen, Spikes und Skistöcke. Bei ungespurtem Tiefschnee sind eventuell sogar Schneeschuhe nötig.

Die Rotwand – fast mühelos zum Hochgenuss

Sie möchten nicht durch tiefen Schnee stapfen? Sie möchten der Lawinengefahr aus dem Weg gehen? Sie möchten die Kinder mitnehmen und abschließend mit dem Rodel zu Tal sausen? Und Sie stören sich nicht daran, dass Sie nicht die Einzigen sind, die all das möchten? Dann auf zum Rotwandhaus!

  • Diese 1.737 Meter hoch gelegene Hütte im Mangfallgebirge ist auch im Winter ein Magnet. Zwischen all den Wanderern und Skitourengehern muss man sich manchmal einen Platz an den köstlich beladenen Tischen erkämpfen – vielleicht die härteste Prüfung der ganzen Wanderung. Denn der geräumte und ausgeschilderte Weg vom Südostrand des Spitzingsees stellt niemanden vor Probleme, der gut zu Fuß ist. Oft schafft man es sogar ohne Schneeschuhe vom Rotwandhaus noch ­weiter zum 120 Meter höher gelegenen Gipfel.
  • Höhendifferenz zum Rotwandhaus: 700 Meter
  • Aufstiegszeit: 2,5 Stunden
  • Karte: Kompass-Karte Nr. 8: Tegernsee, Schliersee, Wendelstein.

Der Wank – stille Momente mit Zugspitzblick

Wank

Berühmte Aussicht plus Seilbahn – diese Kombination ergibt auch im Fall des Wanks (1.780 Meter) einen überlaufenen Berg, weshalb viele Wan­derer im Sommer einen Bogen um den Hausberg von Partenkirchen machen.
Im Winter wandelt sich das Bild: Weil die Wankbahn nur in den Weihnachtsferien verkehrt, kann man stille Momente ­erleben, ohne auf den Gipfelgenuss verzichten zu müssen: Das Wankhaus serviert fast ganzjährig (wieder ab 24. Dezember) Hüttenschmankerl. Im Winter bietet sich der Südwestanstieg an. Sonne und Wind lassen dort den Schnee nicht lange liegen, selbst im Hochwinter apert der Weg mitunter aus. Das hat auch einen beruhigenden Einfluss auf die Lawinengefahr, die in den mäßig geneigten Waldhängen ohnehin nie sonderlich hoch ist. Start ist an der Talstation der Wankbahn. Auf dem Wanderweg W1 geht’s zur Daxkapelle, wo rechts ein Pfad zur Mittelstation abzweigt. Dort angekommen, trifft man hoffentlich auf eine Stapfspur, die in Serpentinen den Wegweisern zum Gipfel folgt.

  • Höhendifferenz: 1000 Meter
  • Aufstiegszeit: 3 Std.
  • Karte: Kompass-Karte Nr. 790: GAP, Mittenwald.

Der Jochberg – steiler Spaß

Wanderer auf dem Jochberg

Am Jochberg (1.565 Meter) lernen Münchner Kindl das Wandern – massenhaft. Im Winter hingegen hat man seltener Probleme, zwischen lauter Familienkombis am Kesselbergsattel einen Parkplatz zu finden. Direkt an der Straße gibt ein Schild – und meist auch eine ­Stapfspur – die Richtung des Anstiegs vor, der ­sogleich in Serpentinen ­ordentlich Höhenmeter macht. Den Abzweiger zur Jocheralm lässt man rechts liegen, die Jausenstation ist im Winter eh vernagelt. Nach einer Verschnaufpause an der Waldgrenze steilt der Weg wieder auf und führt am südseitigen Gipfelhang zum Kreuz. Auf dem Jochberg steht man dank der Nordabbrüche – Abstand halten! – wie auf einem Aussichtsbalkon. Rucksack ab, Brotzeit raus – und danach auf demselben Weg zurück. Oder doch noch zur Jocheralm absteigen und in ihrem Windschatten Winterbräune auflegen. Der Pfad führt dann die Südwestflanke querend zurück zum Aufstiegsweg.

  • Höhendifferenz: 710 Meter
  • Aufstiegszeit: 2,5 Stunden
  • Karte: Kompass-Karte Nr. 182: Isarwinkel, Bad Tölz, Lenggries.

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