Rettung am Berg

Alpiner Notfall: Hilfe, wenn es kracht

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Schnelle Verletzten-Rettung aus der Luft: ein ­Helikopter im Einsatz.

Stürze und Verletzungen bleiben leider beim Skifahren nicht immer aus. Alle wichtigen Infos und Tipps beim Notfall auf der Piste und in den Bergen finden Sie hier:

112

Über die europaweit gültige Notrufnummer wird schnelle, professionelle Hilfe durch ­Rettungsdienste ­organisiert.

Auch wenn so einige den Winter satt haben: Es herrschen immer noch beste Wintersportbedingungen in den Bergen. Dazu viel Sonne und äußerst angenehme Temperaturen – wer gerne Ski fährt, wäre dumm, diese Verhältnisse derzeit nicht zu nutzen. Das tun auch viele, deshalb ist vor allem an den Wochenenden noch eine Menge los auf den Pisten und folglich auch bei den Rettungsdiensten und Unfallambulanzen. So schön und faszinierend der weiße Sport auch ist, Stürze bleiben nicht aus. Doch was ist bei Ski- und anderen Unfällen auf der Piste und im alpinen Gelände eigentlich zu tun? Hier wichtige Tipps und Verhaltensregeln vom Deutschen Skiverband und der Bergwacht Bayern:

Professionelle Hilfe holen:

Im Skigebiet die stationierte Bergrettung alarmieren, evtl. auch über das Liftpersonal. Oder per Handy unter der europaweiten Notrufnummer 112 den Notruf absetzen, über die auch Bergrettung und DSV-Skiwacht informiert werden.

Zu beachten ist: Notrufe mit dem Handy sind nur noch mit aktiver SIM-Karte möglich! Im österreichischen Inland lautet die Nummer des Alpin-Notrufs 140. Die Bergrettung der Schweiz ist im Inland über die 1414 zu erreichen, in Italien und Südtirol über die 118. Aber auch hier gilt überall die 112.

Die Notfallmeldung sollte aus folgenden Angaben bestehen:

  • Was ist passiert?
  • Wie viele Verletzte gibt es?
  • Wo und wann ist es passiert?
  • Wie ist das Wetter am Unfallort?
  • Wer meldet den Unfall?

Wichtig: Bei einem Hubschraubereinsatz ist es wichtig, welche Sichtverhältnisse, Windrichtungen und Windstärken am Einsatzort vorherrschen. Ersthelfer sollten nach dem Notruf das Telefon eingeschaltet lassen, damit sie für die Rettungsleitstelle bei Rückfragen erreichbar sind.

Erste-Hilfe-Maßnahmen

Falls erforderlich, leisten Sie die wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen, bis professionelle Hilfe kommt: stabile Seiten- oder Schocklage, Kälteschutz, Stillen von Blutungen, Kühlen von Schwellungen bei Brüchen etc. Ist der verunglückte Skifahrer ansprechbar, reden Sie mit ihm und beruhigen Sie ihn, bis die Rettungsmannschaften eintreffen Mehr Infos dazu unter www.drk.de/angebote/erste-hilfe-und-rettung

Alpines Notsignal

Der Alpenraum ist zwar sehr gut von Mobilfunknetzen abgedeckt, aber es gibt trotzdem in manchen Regionen oft keine Mobilfunkverbindung. Dann hilft bei einem Unfall das alpine Notsignal. Ideal sind Pfiffe, Rufe und Lichtsignale. Wer Hilfe braucht, gibt alle zehn Sekunden ein sichtbares oder akustisches Zeichen (sechsmal pro Minute). Dann folgt eine einminütige Pause, und so weiter. Die Retter wiederum geben alle 20 Sekunden ein sichtbares oder akustisches Zeichen (dreimal pro Minute). Auch hier folgt eine einminütige Pause bevor die Signalgebung von vorne beginnt.

Unfallopfer und Unfallstelle sichern

Bergung mit moderner Ausrüstung: die DSV-Skiwacht mit einem verletzten Skifahrer.

Zur Hilfeleistung sind, wie im Straßenverkehr, alle Erstzeugen und Beteiligten auch auf den Pisten und im Gebirge gesetzlich verpflichtet. Dabei sollte sich aber niemand selbst in Gefahr bringen. Vielmehr sollten Helfer in solchen Situation dringend einen Notruf absetzen und professionelle Hilfe holen. Vor allem, wenn der oder die Verunglückten schwerer verletzt sind und den Hang nicht aus eigener Kraft verlassen können. Das gilt auch für mögliche Verletzungen und Schmerzen am Kopf, Nacken und an der Wirbelsäule. „Hier sollte dem Grundsatz gefolgt werden, lieber einmal zu viel als zu wenig die organisierte Rettung benachrichtigen“, rät der Deutsche Skiverbands.

Wenn der Wintersportler keine schweren Kopf-, Nacken- Rücken oder sonstigen schweren Verletzungen aufweist, ihn am besten an den sicheren Pistenrand bringen. Die Unfallstelle markieren, um weitere Zusammenstöße zu vermeiden. Dazu die Ski rund fünf bis zehn Meter oberhalb der Unfallstelle überkreuz in den Schnee stecken.

Alpine Auskunftsnummern

Wer in den Bergen aktiv alpin unterwegs sein will, sollte sich vor der Abfahrt über das Zielgebiet informieren. Nur wer das Gelände und die aktuellen Gegebenheiten perfekt kennt, kann Risiken vermeiden.

  • Deutschland: Alpine Auskunft des DAV, 0049-89-29 49 40
  • Österreich: Alpine Auskunft des OeAV, 0043-512-58 78 28
  • Südtirol: Alpine Auskunft des AVS, 0039-0471-99 99 55
  • Frankreich: Chamonix, Office de Haute Montagne, 0033-450-53 22 08

Info's zur Lawinenlage im Internet unter

(Quelle: DSV)

PR

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