Die Rocker sind da!

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Heuer mischen sie endgültig den Wintersport auf: die sogenannten Rocker-Ski.

Heuer mischen sie endgültig den Wintersport auf: die sogenannten Rocker-Ski. Jan Münch, Leiter des Ski-Einkaufs von SportScheck, rechnet mit einem Marktanteil von 40 Prozent:

„Vor allem im Bereich Einsteiger und Genuss-Skifahrer hat sich die Rocker-Technologie etabliert.“ Diese beiden Gruppen profitieren am meisten von den Vorteilen der Rocker-Ski. Nämlich: weniger Kraftaufwand, um einen Schwung einzuleiten. Und: geringere Gefahr zu verkanten. Weitere Profiteure: Tiefschneefahrer, denn Rocker-Ski schwimmen leichter auf.

Die Grafik zeigt am Beispiel von K2, wie die Hersteller unterschiedliche Rocker-Profile für verschiedene Einsatzbereiche entwickelt haben. Catch Free ist die Variante für Einsteiger

Erkennungsmerkmal der Rocker-Ski ist ihre aufgebogene Frontpartie (manchmal auch die Enden) – gut zu sehen im kleinen Bild an einem extrem gerockten Free­rideski, dem Hellbent von K2. Das Faszinierende ist nun, wie die Skihersteller – je nach Einsatzbereich des Modells – Rocker-Profile mit der klassischen Vorspannung kombinieren. Dadurch hat die neue Technologie auch Marktsegmente erobert, in denen man sie zunächst nicht erwartet hätte: zum Beispiel den Bereich der sehr sportlichen Ski für Pistenflitzer.

Es bleiben zwei Ausnahmen: Ski für Rennläufer und Slalom-Carver – ihre Piloten bemängeln an Rockern den leicht verzögerten Kantengriff und fehlende Aggressivität. Erstaunlicherweise sind die Rocker bei den Kinderski noch kaum angekommen, schließlich würden die Kleinen vom fehlerverzeihenden Fahrverhalten sehr profitieren. Die tz gibt hier einen Überblick über aktuelle Rockerski-­Modelle. Einige davon konnten wir kürzlich beim SportScheck-Skitestival auf dem Stubaier Gletscher selbst ausführlich probefahren.

Highspeed-Rocker

Highspeed-Rocker

Völkl kombiniert beim Code Speedwall (850 € inkl. Bindung) eine klassische Vorspannung ­unter der Bindung mit dezent ­aufgebogenen Enden. Das Ergebnis kommt der Quadratur des Kreises faszinierend nah. Der Tip&Tail-Rocker verleiht dem Ski mehr Agilität, ohne dass der Ski bei lang gezogenen schnellen Schwüngen an Stabilität und Laufruhe verliert. Dafür gab es ­einen Aktiv-Tipp des Deutschen Skiverbands (DVS).

Freeride-Rocker

Freeride-Rocker

Abseits der Pisten – da sind Rocker die Platzhirsche. Dank der aufgebogenen Front schwimmen sie im Tiefschnee besser auf. Die extreme Breite tut ihr Übriges. Der Blizzard ­Bodacious (700 €) zum Beispiel hat unfassbare 118 Millimeter unter der Bindung. Die weiche Schaufel windet sich auch durch schwierigen Schnee.

Allmountain-Rocker

Allmountain-Rocker

Sie sind wahre Alles­könner: Allmountain-Ski ­machen auf und abseits der Piste jeden Spaß mit. Der iPeak 74 (500 €) von Head ­eignet sich mit seiner gemäßigten Breite für Fahrer, die nur gelegentlich ins freie Gelände abbiegen. Und wenn nachmittags die Pisten weich und zerfahren sind, schlägt auch dort die Stunde der Allmountain-Ski.

Touren-Rocker

Touren-Rocker

Wie die Freerider profitieren auch Skitouren-Geher vom Rocker-Profil, weil es das Fahren im Tiefschnee ­erleichtert. Auch die Mittelbreite des Dynafit Baltoro (450 €) entspricht mit 84 Millimetern ganz der neuen Generation von Tourenski. Im Test der Fachzeitschrift Planet Snow erwies sich die Brettl-Schönheit als drehfreudiger und kraftsparender Ski ­besonders für Touren-Einsteiger.

Allround-Rocker

Allround-Rocker

Der Vario Carbon von Atomic (400 € inkl. Bindung) hat den diesjährigen Pistenallrounder-Test des Ski ­Magazins gewonnen. Und auch wir hätten ihn beim Testival am liebsten den ­ganzen Tag anbehalten. Ein wendiger (dank Front-Rocker) und trotzdem Tempo-stabiler Ski, der in jeder Situation Fahrfreude sowie Sicherheit vermittelt. Und all das zum fairen Preis.

Lady-Rocker

Lady-Rocker

Die Firma Elan treibt die Kombinationsfreude bei ihren Amphibio-Modellen auf die Spitze. Die Schaufeln haben an der ­Innenkante eine traditionelle Vorspannung, für besten Kantengriff. An der Außenkante sind sie gerockt, um das Drehen zu erleichtern. Beim Damenmodell Amphibio Insomnia (600 € inkl. Bindung) geht diese Rechnung auf.

I.W.

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