Das A und O Schneeschuhwandern

Schritt für Schritt Naturgenuss

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Je nach Anspruch gemütlich-entspannt oder sportlich-dynamisch; beim Schneeschuhgehen kommt jeder auf seine Kosten.

Schneeschuhwandern ist wahrlich nicht neu, wird aber immer beliebter. Schon vor rund 3000 Jahren hat das winterliche Gehen auf „großem Fuß“ den Menschen riesige, vorher unzugängliche Gebiete erschlossen.

Die Konstruktionen aus Zweigen und Fellen unter den Lederschuhen der Jäger und Sammler von einst haben aber mit den modernen Wintersportgeräten von heute nicht mehr viel gemein. Auch die Motivation ist eine andere. Wer sich zu Schneeschuhtouren aufmacht, sucht vor allem eins: Bewegung an der frischen Luft und Stille. Das sanfte Eintauchen in den Tiefschnee, abseits von allem Trubel, macht den großen Reiz dieser Wintersportart aus. Mit Schneeschuhen kommt man im Winter an Orte, die man zu Fuß niemals erreichen würde. Wer nicht oder nicht mehr Skifahren kann, muss dank Schneeschuhen so nicht auf die Faszination der winterlichen Berge verzichten. Snowboarder nutzen die breiten Sohlen zudem auch als Aufstiegshilfe zu Freeridegebieten.

Das A und O des Schneeschuhlaufens

Grundsätzlich gilt: Wer gehen kann, der kann auch Schneeschuhwandern. Die Technik ist einfach und schnell zu erlernen. Dazu kommt, dass praktisch jedes Schuhwerk in die Bindung passt. Zu empfehlen sind warme, wasserdichte, aber atmungsaktive und stabile Bergstiefel, die guten Halt geben. Ebenso Gamaschen, denn sie verhindern, dass von oben Schnee in den Schuh eindringt. Was häufig unterschätzt wird: Schneeschuhgehen mag vielleicht harmlos aussehen, es birgt aber die gleichen Gefahren wie andere Wintersportarten abseits der Piste. Besonders für ungeübte Wanderer ist es ratsam, sich einer geführten Tour anzuschließen oder einen Guide zu nehmen. Auf abgelegenen Wegen kann man sonst schon mal die Orientierung verlieren. Und speziell bei Ausflügen in höhere Gefilde besteht zudem Lawinengefahr. Wer alleine loszieht, sollte sich vor jeder Wanderung unbedingt über das Wetter und den Lawinenlagebericht (www.lawinenwarndienst-bayern.de) informieren sowie die notwendige Sicherheitsausrüstung dabei haben. Und bei dem Spaß im Schnee sollte man auch eines nicht vergessen: Die meisten Wildtiere wollen insbesondere im Winter nicht gestört werden. Gerade Schneeschuhgeher kommen häufig dorthin, wo Skitourengeher oder Wanderer nicht unterwegs sind. Halten Sie sich deshalb möglichst an Wege und meiden Sie bekannte Einstandsgebiete. Dann steht dem naturverträglichen Wandern auf großen Fuß nichts im Weg.

Weiterführende Links: www.alpenverein.de,

www.bayern.by/schneeschuhtouren

Schneeschuhe – Was ist wichtig

Schneeschuhe – Was ist wichtig

Schneeschuhe kosten je nach Ausstattung zwischen 100 und 400 Euro. Holzmodelle sind inzwischen selten, Kunststoffmodelle mit geringerer Auflagefläche ideal für kleinere Touren. Schneeschuhe mit Aluminiumrahmen und Eiszacken eignen sich im harten, steilen Gelände. Hier die wichtigsten Kriterien, auf die man beim Kauf achten sollte.

Bindung: Das Bindungssystem soll leicht zu bedienen und mit wenigen Handgriffen auch mit Handschuhen an jeden Winterstiefel anpassbar sein.

Riemen: Die Riemen sollten auch bei hohen Minusgraden noch biegsam sein und vereisungsfrei bleiben.

Rahmen: Der Rahmen (hier aus Alu) sollte auch auf steilen Traversen festen Halt bieten.

Deck: Das Deck sollte schnee- und eisresistenten sein. So wird auch bei lockerem Schnee das Einsinken auf ein Minimum reduziert. Eine Kunststoffbespannung federt zudem jeden Schritt weich ab, da sie flexibel mit dem Rahmen vernietet ist.

Steigeisen: Mit zusätzlichen Krallen aus Edelstahl sind harte Eis- und Firnflächen ohne Probleme zu meistern.

Steighilfe: Für einfachere Aufstiege sind viele Schneeschuhe mit einer Steighilfe ausgerüstet: einfach hochklappen (funktioniert mit jedem Skistock) und die erhöhte Fersenposition ausnutzen.

Schaufel: Eine hochgebogene Schaufel erleichtert das Gehen in tiefem Schnee und das Nachziehen des Schneeschuhs.

Sonstige Ausrüstung

Warme Bergschuhe, Rucksack, funktionelle Bekleidung samt Wetterschutz (Jacke, Überhose), Gamaschen, Handschuhe und Mütze, Sonnenschutz (Brille, Hut, Creme, Lippenstift), ausreichend zu Trinken, Brotzeit, Stirnlampe/Taschenlampe, Erste-Hilfe-Set, evtl. Biwaksack, Karte, Führer, Kompass und Höhenmesser, LVS-Gerät inkl. Batterien, Lawinenschaufel und-Sonde, Teleskop-Stöcke mit großen Tellern, Snowcard.

Veranstaltungstipps

  • Schneeschuh-Testival am Spitzingsee

Am 16. Februar 2013 an der Albert-Link-Hütte (Schlierseer Berge); mit Materialtest, Tipps zu Ausrüstung und Tourenplanung, Schnuppertouren unter Anleitung staatlich geprüfter Berg- und Skiführer. An- und Abreise mit Bus ab München Hauptbahnhof, Preis 55 € für DAV-Mitglieder, 65 € für Nichtmitglieder. Info: www.davplus.de/alpinprogramm

  • Schneeschuh-Tour für Einsteiger

Am 2. März 2013 zur Lenggrieser Hütte (1338m), Tegernseer Berge, geführte Tour mit Guide und Leihausrüstung, Preis 43 € für DAV-Mitglieder, 53 € für Nichtmitglieder. Info: www.davplus.de/alpinprogramm

  • Romantische Nachtschneeschuhtouren

Schneeschuhwandern bei Nacht und mit Rast am Lagerfeuer kann man am 23. Februar und 16. März, Dauer der Tour 3 Stunden, Preis 39 € pro Person inklusive Leihschneeschuh, je nach Schneelage im Chiemgau oder Spitzinggebiet. Info und Buchung unter www.diewaldmeister-muenchen.de.

  • Schneeschuhwandern mit Hund in Oberbayern

20. bis 24. Februar 2013 in Oberstaufen im Allgäu, 3-Tages-Rundtouren mit Übernachtungen, Preis 399 € pro Person im Einzelzimmer inklusive Hund, 379 € im Doppelzimmer. Infos unter www.travel4dogs.de.

Petra Rapp

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