Fünf Tipps mit Ausblick

Skitouren im Frühjahr

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Ein schöner Grat führt zum Gipfelkreuz des Großen ­Traithen.

So weiß, wie sich die Berggipfel derzeit noch präsentieren, kann das eine ziemlich lange Skitourensaison werden. Sehr zur Freude der rasant wachsenden Schar der Tourengeher, für die im Frühjahr sowieso Hochsaison ist.

Wir haben fünf Skitourenexperten nach ihren Lieblings-Frühjahrstouren in ihren heimatnahen Bergen befragt.

Großer Traithen, Mangfallgebirge

Markus Stadler

Markus Stadler, Autor zahlreicher Skitouren-Bücher : „Von meinem Heimatort Rosenheim kann ich auf die Nordflanke des Großen Traithen (1851 m) sehen. Dort wartet eine mittelschwere Skitour mit vielen Variationsmöglichkeiten.“
Anfahrt: Zum Sudelfeld, dort zur Rosengasse (Skitourenparkplatz). Aufstieg: 900 Höhenmeter. Zur Rosengassenalm und steil über die „Saugasse“ hinauf zum Nordhang des Steilner Jochs. Über den Latschenrücken aufwärts rechts zum Grat und mit herrlichem Blick zum Wilden Kaiser und zum Alpenhauptkamm nach Westen zum Gipfel.
Abfahrt: Standardabfahrt über den Nordwesthang hinab zum Traithensattel und zurück zur Rosengasse. Die Gipfelflanke bietet bei sicherer Lawinenlage viele Möglichkeiten für Steilabfahrten.
Einkehrtipp: ­Gasthof Tatzlwurm (www.tatzlwurm.de)

Risserkogel, Tegernseer Alpen

Benedikt Böhm

Benedikt Böhm, Speedbergsteiger : „Ich bin sehr gerne in den heimischen Bergen um den Tegernsee unterwegs. Von Wildbad Kreuth aus kann man wunderschöne Touren machen. Die Skitour auf den Risserkogel eignet sich für mich super als Trainingstour frühmorgens.“
Anfahrt: In Tegernsee in Richtung Achenpass nach Wildbad Kreuth. Parkplatz der Schwaigeralm.
Aufstieg: 1050 Höhenmeter. Zuerst zur Schwaigeralm, dann im bewaldeten Gelände an der Scheurer Alm vorbei zur Ableitenalm. Über einen Kamm nach Osten zum Gipfel des Risserkogels (1826 m). Von dort schaut man auf den Plankenstein, Wallberg und Tegernsee sowie auf die Blauberge und den Guffert.
Abfahrt: Wie Aufstieg.
Einkehrtipp: Tegernseer Bräustüberl (www.braustuberl.de).

Noppenkar, Lechtal, Allgäuer Alpen

Martin Fiala

Martin Fiala, Skicross-Olympiateilnehmer in Vancouver und heute Herausgeber des Backcountry-Magazins „Backline“: Die Skitour ins wenig begangene Noppenkar in der Hornbachkette bietet erfahrenen Skibergsteigern tolle Möglichkeiten. Vor allem die östlichen Rinnen am südlichen Sporn der Kreuzkarspitze (2587 Meter) sowie einige interessante Linien an dem südlichen Ausläufer der Noppenspitze (2594 Meter) warten mit vielen anspruchsvollen Abfahrten.“
Anfahrt: Autobahn A/7 Kempten - durch den Grenztunnel Füssen/Vils - Abfahrt Reutte Nord nach Reutte und in Richtung Weißenbach auf der B198 ins Lechtal nach Häselgehr, dort parken.
Aufstieg: ca. 1500 Höhenmeter. Durch das Haglertal zum Luxnacher Sattel und weiter zum Noppenkar.
 Abfahrt: wie Aufstieg oder hinunter nach Waldegg und dann zu Fuß oder per Taxi wieder zurück nach Häselgehr.
Linktipp: www.spots4adventures.com

Scheinbergspitze, Ammergauer Alpen

Anton Brey

Anton Brey, Alpinsport-Fotograf und leidenschaftlicher Skisportler : „Eine schöne, deshalb auch sehr beliebte Tour im Naturschutzgebiet Ammerwald. Der größte Teil der vom DAV ausgewiesenen Tour befindet sich im Wald, deshalb ist die Tour relativ lawinensicher. Der offene Hang oben ist auch meist gut eingefahren.“
Anfahrt: A95 München-Garmisch, B2 bis Oberau, dann rechts Richtung Schloß Linderhof/Reutte. Kurz nach Ettal links nach Linderhof. 1,5 km hinter Linderhof ist rechts am Eingang des Sägertales ein großer Parkplatz.
Aufstieg: 1000 Höhenmeter. Zuerst entlang der Forststraße, dann immer auf einem Waldweg bergauf bis zu einer ebenen Lichtung und zum freien Rücken. Von dort über den breiten Hang zum Gipfelfuß der Scheinbergspitze (1926 Meter). Wer noch zum Gipfelkreuz hinauf will, lässt die Ski hier im Depot liegen und steigt zu Fuß mit Hilfe des Drahtseils auf. Abfahrt: Bei sicheren Verhältnissen kann man in den Nordhang einfahren, ansonsten zurück wie beim Aufstieg.
Tipp: Wer Sport mit Kultur verbinden will: Schloss Linderhof www.schlosslinderhof.de.

Griesner Kar, Wilder Kaiser

Sepp Rottmoser

Sepp Rottmoser, DAV Nationalkader ­Skibergsteigen : „Das Griesner Kar ist ein echter Tourenklassiker in Traumkulisse, der meist bis weit ins Frühjahr begangen werden kann. Es warten über der Fritz-Pflaum-Hütte viele Varianten für ambitionierte Skibergsteiger und z.B. oben am Goinger Törl (2150 Meter) ein genialer Ausblick.“
Anfahrt: A12 nach Oberaudorf. Dann nach Niederndorf/Kössen. Dort rechts Richtung St. Johann zur Griesenau ins Kaiserbachtal (mautpflichtig). Parkplatz Griesner Alm (1006 Meter)Aufstieg: 1079 Höhenmeter. Den Weg entlang zum Waldrand links hinauf durch den Wald, dann immer das Kar entlang im offenen Gelände aufwärts. Abfahrt: Wie Aufstieg über schöne, zum Teil bis 35 Grad steile Hänge.
Einkehrtipp: Beim urigen Gasthof Waller-Reisach in Oberaudorf www.waller-reisach.de.

Petra Rapp

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